Paderborn Anpfiff für das Fan-Projekt

14. Standort in Nordrhein-Westfalen: Präventionsmaßnahme geht an den Start

Die Sozialarbeiter Angelina Bracht und Philip Krüger suchen junge Fußballfans auf und begleiten sie. - © FOTO: KATHARINA GEORGI
Die Sozialarbeiter Angelina Bracht und Philip Krüger suchen junge Fußballfans auf und begleiten sie. | © FOTO: KATHARINA GEORGI

Paderborn. Die Diskussion über Gewalt in Fußballstadien reißt nicht ab. Die Deutsche Fußball-Liga hat jüngst sogar ein neues Sicherheitskonzept entwickelt. In Paderborn wird jetzt aber präventiv gehandelt. Ein neues Fanprojekt soll mehr Sicherheit bringen, vor allem für Kinder und Jugendliche.

"Ein Stadion ist keine Bühne für rechte Parolen und ist auch nicht mit einer Arena für Gewaltausübung zu verwechseln", bringt Staatssekretär Bernd Neuendorf in einem Satz auf den Punkt, worüber schon seit langem in Sport und Politik diskutiert wird. Als präventive Lösung sind an 14 Standorten in NRW Fanprojekte eingerichtet worden – seit Samstag ist auch Paderborn dabei. Vertreter des SC Paderborn und der Fanszene, von Polizei und Politik brachten das Projekt vor dem Anpfiff des Zweitligaspiels gegen Hertha BSC Berlin (0:1) offiziell an den Start.

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"Wir haben eine deutliche Zunahme der Fans, durchschnittlich 10.000 Zuschauer kommen zu einem Spiel. Mit diesem Fanprojekt legen wir den nächsten Meilenstein", erklärte Matthias Hack, Pressesprecher des SC Paderborn. Das Projekt sei aus Fan-Kreisen gewünscht, betonte der geschäftsführende SCP-Vizepräsident Martin Hornberger. Der Verein habe sich aber bewusst nicht direkt eingebunden, sei jedoch positiver Sympathisant. Paderborns Landrat Manfred Müller betonte "Sympathisanten sind wir alle" und hob gemeinsam mit Bürgermeister Heinz Paus die Wichtigkeit des SC Paderborn zur Stärkung des regionalen Wir-Gefühls hervor.

Träger des neuen Fanprojekts ist der Caritasverband Paderborn; finanziert wird es vom Deutschen Fußballbund, vom Land NRW sowie von Stadt und Kreis Paderborn. "Fußball und Caritas verbindet man nicht unbedingt miteinander", sagte Caritas-Vorstandsmitglied Patrick Wilk schmunzelnd. Die Hauptaufgabe der beiden diplomierten Sozialarbeiter Angelina Bracht und Philip Krüger bestehe darin, Jugendliche gezielt anzusprechen. "Wir haben viel Erfahrung gesammelt, die man hier gewinnbringend einsetzen kann", erklärte Wilk.

Das Projekt sei ein eigenständiger Dienst im Caritasverband. Angedockt ist es an Lobby, Anlaufstelle der Caritas für Kinder und Jugendliche in Konfliktsituationen. Es sei kein singuläres Projekt. "SCP, Jugendamt, Fangruppen und Polizei sind beteiligt." Für das Fanprojekt entsteht in einem Container eine Anlaufstelle direkt am Stadion. Einen weiteren Anlaufpunkt soll es in Schloß Neuhaus geben. Die Arbeit der beiden Sozialpädagogen ist vor allem aufsuchende Arbeit, die Zielgruppe besteht aus älteren Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

"Es ist eine sehr gute Fanszene vorhanden. Wir wollen die positive Fankultur unterstützen und nicht in Konkurrenz treten", erklärt Angelina Bracht das Konzept. Die ersten Planungen für Aktivitäten stehen bereits. "Wir planen eine U16-Fahrt zum Auswärtsspiel nach Bochum", sagte Bracht. "Treffpunkt ist am Sonntag um 11 Uhr am Maspernplatz", fügt Kollege Philip Krüger hinzu. Die beiden Pädagogen organisieren den Bus und die Tickets. Die Fahrt ist frei von Zigaretten und Alkohol, also "suchtmittelfrei". Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an fanprojekt@caritas-pb.de oder per Telefon bei Angelina Bracht 0160 – 5 83 41 26 oder Philip Krüger 0160 – 5 82 68 12.

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