Paderborn Paderborns Trainer Baumgart bleibt gelassen

Fußball-Weltmeisterschaft rangiert beim SCP-Coach nicht an erster Stelle. Auch Sportchef Markus Krösche ist noch nicht wirklich im WM-Fieber

Hartmut Kleimann

Paderborn. Es soll Zeitgenossen geben, die sich jetzt Urlaub nehmen, um bloß keine Minute der heute beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft zu verpassen. Die schauen bekanntlich auch immer wieder Personen, die sonst im Jahr mit diesem Sport überhaupt nichts am Hut haben. Und wie sieht es dann mit denjenigen aus, die mit Fußball sogar ihr Geld verdienen? "Ich bin da nicht so wild drauf und nicht so der Emotionale", gibt Paderborns Trainer Steffen Baumgart freimütig zu. Ohne Zweifel freue er sich auf das Turnier und er werde sich die Spiele anschauen, die sein Zeitfenster möglich mache, "aber auch nicht alle Spiele der deutschen Mannschaft, denn ich richte nicht meine gesamte Freizeit danach aus", sagt der kommende Zweitliga-Trainer. Gut eine Woche wird das Turnier in Russland dann alt sein, wenn er am Samstag, 23. Juni, seinen Kader zur ersten Trainingseinheit nach der Sommerpause zusammenholt. Über die Wochen der Vorbereitung, in der auch die WM noch weiterläuft, hat er sich noch keine Gedanken gemacht. "Ich plane nicht sechs Wochen im voraus. Es wird sicher Situationen geben, in der wir mal alle zusammen ein Spiel anschauen, aber das besprechen wir im Trainerteam, wenn die Situation da ist", nennt er seinen Plan. Etwas intensiver will sich derweil Markus Krösche mit der WM beschäftigen. "Ich versuche schon, so viele Spiele wie eben möglich zu schauen, aber im Moment bin ich noch nicht so recht in WM-Stimmung", verrät er. Im Hinblick auf die Vorbereitung hat er schon eine klare Vorstellung. "Da sollten wir uns im Training auf unsere Sache fokussieren. Ein Spiel anschauen wird uns in der Liga nur wenige Punkte einbringen. Deshalb geht die Vorbereitung klar vor der WM", stellt er klar. Heimkehrer Uwe Hünemeier gibt sich ebenfalls noch sehr entspannt, "weil auch die Qualität der letzten Turniere nicht so berauschend war". Die Spiele der Löw-Truppe werde er sich auf alle Fälle anschauen, möglichst auch die Partien der anderen Favoriten. Teamkollege Thomas Bertels scheint da mehr der Vielgucker zu sein, weil er gerne "alle Spieler schauen möchte". Er relativiert aber sofort, "weil wenn ich selber Fußball spielen kann, macht mir das mehr Spaß, als Spiele anzuschauen." Somit wird die Vorbereitung für ihn kein Problem darstellen. Alle vier Paderborner haben als Topfavoriten übrigens Frankreich auf dem Schirm. Mit Blick auf die BRD-Auswahl verweisen alle auf die bekannte Tatsache, dass "das eine Turniermannschaft ist. Was die zuletzt gezeigt haben, interessiert dann nicht mehr", sagt beispielsweise Uwe Hünemeier. Und Krösche kann sich im Finale gut Frankreich und Deutschland vorstellen.

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