Jubelszenen in Köln: Der dreifache Torschütze Marlon Ritter (l.) und Teamkollege Phillip Tietz feiern den finalen Saisonsieg. Das SCP-Duo hatte dabei mit einem doppelten Doppelpass für den 3:2-Führungstreffer gesorgt. Und nach dem Schlusspfiff gaben auch Ritter und Tietz bei der Aufstiegsparty fleißig Gas. - © Getty Images/Joachim Sielsk
Jubelszenen in Köln: Der dreifache Torschütze Marlon Ritter (l.) und Teamkollege Phillip Tietz feiern den finalen Saisonsieg. Das SCP-Duo hatte dabei mit einem doppelten Doppelpass für den 3:2-Führungstreffer gesorgt. Und nach dem Schlusspfiff gaben auch Ritter und Tietz bei der Aufstiegsparty fleißig Gas. | © Getty Images/Joachim Sielsk

SC Paderborn Ritter-Festspiele im Südstadion

Der Mittelfeld-Wirbelwind trägt mit einem Dreierpack maßgeblich zum 4:2-Erfolg bei Fortuna Köln bei. Die Drittliga-Meisterschaft wird zwar verpasst, doch die Party geht nun auch auf "Malle" weiter

Frank Beineke

Köln/Paderborn. Lange sah es am Samstag so aus, als ob der SC Paderborn nach dem Zweitliga-Aufstieg auch noch die Drittliga-Meisterschaft einfährt. Denn während der SCP einen 4:2 (1:1)-Erfolg bei Fortuna Köln einfuhr, stand es in der Partie zwischen den Sportfreunden Lotte und Spitzenreiter 1. FC Magdeburg 0:0. Dann aber sicherte Nils Butzen den Magdeburgern mit seinem 1:0-Treffer in der 88. Minute doch noch die Meisterschaft. Der Paderborner Partylaune tat dies aber keinen Abbruch. Ausgelassen feierten die SCP-Aufstiegshelden mit ihren Fans - zunächst im Kölner Südstadion, später dann auf dem Paderborner Rathausplatz. Im letzten Saisonspiel hatten die Schützlinge von Cheftrainer Steffen Baumgart noch einmal eine durchaus sehenswerte Vorstellung mit kleinen Schönheitsfehlern gezeigt. Zunächst hatte Marlon Ritter nach einer Flanke von Lukas Boeder per Volley-Direktabnahme das hochverdiente 1:0 (25.) erzielt. Dann glichen die Fortunen vor den 3.901 Zuschauern im Südstadion durch den vom SCP umworbenen Daniel Keita-Ruel (37.) aus, ehe die Hausherren nach der Pause sogar in Führung geben. Hamdi Dahmani netzte nach Vorarbeit von Keita-Ruel zum 2:1 (60.) ein. "Angesichts der Umstände und der Wetterverhältnisse kannst du dann auch schnell sagen: O. k., dann lassen wir das Spiel halt so laufen. Aber diese Mannschaft hat einfach den Willen, so eine Partie noch zu drehen", betonte SCP-Trainer Baumgart. "Diesen unbedingten Willen spüre ich, seitdem ich hier in Paderborn bin. Als wir letzte Saison in Osnabrück abgestiegen sind, ist die Mannschaft beispielsweise auch gleich wieder aufgestanden und hat den Westfalenpokal gewonnen", lobte Baumgart die vorbildliche Mentalität seines Teams, das auch in Köln noch einmal die Zügel anzog, um zum 14. Mal in Folge ungeschlagen zu bleiben. So setzte Philipp Klement in Minute 63 im Fortunen-Strafraum zum Slalomlauf an. Teamkollege Christopher Antwi-Adjei nahm ihm den Ball ab, um aus spitzem Winkel das 2:2 zu markieren. Dann traf Marlon Ritter nach einem sensationellen "doppelten Doppelpass" mit Phillip Tietz zum 2:3 (72.). Mit einem verwandelten Foulelfmeter zum 2:4 (87.) konnte Leihspieler Ritter seinen Marktwert dann noch einmal nach oben schrauben. Seit dem Aufstieg, den der SCP bereits am 21. April perfekt gemacht hatte, holten die Paderborner damit sieben Punkte aus den schweren Spielen in Karlsruhe, gegen Wehen-Wiesbaden und in Köln. "Das zeigt, über welche Mentalität diese Mannschaft verfügt. Und wenn dann noch die Qualität dazukommt, ist so etwas möglich", urteilte Sport-Geschäftsführer Markus Krösche, der auch die nächsten Tage an seinem Schreibtisch in Paderborn verbringen wird. "Ich muss noch ein bisschen arbeiten. Es gibt noch ein paar Baustellen", so Krösche. Das Trainerteam und die Mannschaft aber machten sich am frühen Sonntagmorgen auf den Weg nach Mallorca. An der Playa de Palma sind sie allerdings in verschiedenen Hotels untergebracht. "Wir wollen die Tage genießen und uns erholen. Großartige Analysen stehen nicht an", nennt Baumgart die Pläne seines Trainerteams. Seine Schützlinge werden beim Feiern am "Ballermann" unterdessen sicher richtig Gas geben. Doch ab Donnerstagnachmittag steht dann wieder die Arbeit auf dem Trainingsplatz im Vordergrund. Schließlich folgt am Pfingstmontag, 21. Mai, noch das Westfalenpokal-Finale beim Regionalliga-Absteiger TuS Erndtebrück. Und dort will der SCP dann doch noch seinen Titel holen.

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