Erleichtert: SCP-Präsident Wilfried Finke. - © Marc Köppelmann
Erleichtert: SCP-Präsident Wilfried Finke. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn SCP-Präsident Finke über Abstiegsserie: "Hat sehr weh getan"

Unternehmer will sich sein Geburtstagsgeschenk nicht mehr nehmen lassen

Hartmut Kleimann

Paderborn. Der Unternehmer Wilfried Finke hat in seiner Funktion als Präsident des SC Paderborn schon einiges erlebt. Dennoch ist das, was sich in diesen Tagen rund um den Tabellenführer der 3. Liga abspielt, auch für ihn mit sehr vielen Emotionen verbunden. „Weil ich vor anderthalb Jahren zu einem Zeitpunkt ins Amt zurückgekehrt bin, als überhaupt nichts mehr ging", sagt er. Sportlich steckte das Team im Tabellenkeller, finanziell war der Verein vor dem Aus. Finke sieht in dem unnötigen Abstieg aus der 2. Liga im Jahr 2016 den Hauptgrund. „Der hatte eine besonders starke Wirkung, weil wir zuvor in der 1. Liga waren", erklärt er. Denn man dürfe nicht die Hochnäsigkeit besitzen, zu glauben, der SC Paderborn habe ein Abo für eine Zweitligazugehörigkeit. „Das wird deutlich, wenn man sieht, wer in dieser Spielklasse derzeit ums Überleben ringt", fügt er an. Trotz Finkes erneutem Engagement stand aber im vergangenen Sommer der Abstieg aus der 3. Liga fest. „Der hat sehr weh getan", meint der 66-Jährige nicht nur die wirtschaftliche Seite. Die aber hatte es auch in sich, „denn unter normalen Umständen wäre das das Aus gewesen", macht er deutlich. Nachdem man aber das Desaster verdaut habe, „sind wir ein extrem hohes Risiko eingegangen, um das zu stemmen." Weiteres finanzielles Engagement unzumutbar Und das mit so einer Erfolgsgeschichte von gleich mehreren Drittligarekorden. „Das nimmt uns den enormen Druck, denn ein Nichtaufstieg hätte wieder dramatische Sparmaßnahmen eingefordert", schaut Finke schon wieder über das Saisonende hinaus. Da kann für den SCP im Erfolgsfall eine Saison entstehen, „die in Verbindung mit den Fernsehgeldern bezahlt ist, in der aber auch nichts übrig bleibt", sieht es der Unternehmer auch in Zukunft als unumgänglich, dass der Verein Transfererlöse erwirtschafte. Dabei setze er aber sein gesamtes Vertrauen in die Arbeit von Sportchef Markus Krösche. Gleichzeitig hofft er, dass nach dem Aufstieg auch das Thema Ausgliederung der Profimannschaft in eine Kapitalgesellschaft gelinge. Vizepräsident Rudolf Christa habe gesagt, das sei notwendig, um den Verein vom Unternehmer Finke zu emanzipieren. „Dieser Satz trifft es auf den Punkt", so Finke, denn ein weiteres privates und unternehmerisches Engagement wie zuletzt sei aus seiner Sicht unzumutbar. Am 25. April feiert Finke Geburtstag. Und das Geschenk dazu will er sich nicht mehr nehmen lassen, „obwohl die Art und Weise, wie das Team aktuell spielt, schon Geschenk genug ist. Die Außendarstellung war noch nie so gut."

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