Platzsturm: Auch 2014 öffnete der SCP die Tore und die Fans strömten in Massen auf den Rasen der Benteler-Arena. Sollte es am Samstag mit dem Aufstieg klappen, soll es ähnlich laufen. - © Marc Köppelmann
Platzsturm: Auch 2014 öffnete der SCP die Tore und die Fans strömten in Massen auf den Rasen der Benteler-Arena. Sollte es am Samstag mit dem Aufstieg klappen, soll es ähnlich laufen. | © Marc Köppelmann

Paderborn Spontane Aufstiegsparty des SC Paderborn findet nur am Stadion statt

Sollte der SC Paderborn am Samstag den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machen, bleibt das Rathaus noch tabu

Hartmut Kleimann

Paderborn. Am kommenden Samstag hat der SC Paderborn im Meisterschaftsspiel der 3. Fußball Liga die ganz große Chance, in den Kreis der erfolgreichsten 36 Bundesligamannschaften der Republik zurückzukehren. Ein Jahr nach der Schmach von Osnabrück ist die Wiedergeburt zum Greifen nah. Die Euphorie rund um den Fußballverein der Domstadt ist spürbar zurück, auch wenn es noch längst kein Hype ist wie beim Erstliga-Aufstieg 2014. Da war ja von Historischem zu lesen, von Helden und von Stars. Nicht allen sind seinerzeit diese Superlative bekommen. Ganz schnell war da nämlich der Blick auf die typischen, sympathischen Eigenarten des Vereins verloren gegangen. Ohne Bodenhaftung war der Verein dann im freien Fall bis in die 3. Liga durchgereicht worden. Aus den Fehlern der jüngsten Vergangenheit sollte der Verein gelernt haben. Denn die Aufgaben der fußballerischen Zukunft des Vereins sind nicht weniger herausfordernd geworden. Allein schon das kommende Wochenende ist längst nicht nur ein normales Fußballwochenende. Saison noch nicht beendet Denn sollte der Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart am Samstag gegen die Spielvereinigung Unterhaching der Aufstieg gelingen, ist die Saison noch nicht beendet. Drei Spieltage stehen noch an: In Karlsruhe, gegen Wehen Wiesbaden und bei der Kölner Fortuna. Da jetzt den genau richtigen Zeitpunkt für eine Aufstiegsfeier zu finden, ist eine echte Herkulesaufgabe. Spontan sofort, oder erst nach dem letzten Spieltag? Und was ist mit den Fans? Werden die am Samstag im Fall eines Falles so vernünftig sein und nicht versuchen, den Rasen der Benteler-Arena zu stürmen, um sich mit den Objekten zu versorgen, die manch ein Fan Freudetrunken so einsammelt? Stücke vom Tornetz und vom Rasen sollen sich immer großer Beliebtheit erfreuen. "Wenn es am Samstag also passieren sollte, sind wir darauf eingestellt, dass sich die Zuschauer an der Euphorie der Mannschaft beteiligen können", sagt Geschäftsführer Martin Hornberger. Voraussichtlich werde man die Fangemeinde auch nicht daran hindern, auf den Rasen zu gehen, "denn auch 2014 beim Erstligaaufstieg hielten sich die Beschädigungen am Rasen in Grenzen. Die Elfmeterpunkte und der Mittelkreis haben gefehlt", berichtet er weiter. "Respekt vor den kommenden Gegnern" Auf die große Sause in der Stadt will der Verein aber wohl noch verzichten. "Auch aus Respekt vor den dann noch kommenden Gegnern. Und wir rangeln mit einem Verein auch noch um eine Trophäe", hat der SCP laut Hornberger auch die Meisterschaft auf der Wunschliste. So favorisiert auch er die große Aufstiegspartie für den 12. Mai nach dem Auswärtsspiel in Köln. So sieht es auch Präsident Wilfried Finke. "Das Traditionelle gehört vor das Rathaus", stellt er klar, "denn wir sind nun mal ein Paderborner Fußballverein. Wir sind mit der Stadt im Gespräch. Das kostet aber auch Geld und es gibt das Risiko, dass es am Samstag noch nicht mit dem Aufstieg klappt", setzt Finke lieber auf die sichere Variante.

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