Aufschrei: Im Hinspiel musste der Paderborner Pavel Dotchev mit seinem FC Hansa eine 1:2-Niederlage in der Benteler-Arena schlucken. Dabei lief nicht alles nach seinem Geschmack. - © Imago
Aufschrei: Im Hinspiel musste der Paderborner Pavel Dotchev mit seinem FC Hansa eine 1:2-Niederlage in der Benteler-Arena schlucken. Dabei lief nicht alles nach seinem Geschmack. | © Imago

Paderborn Dotchev trifft auf seine alte Liebe SC Paderborn

Für den Paderborner Pavel Dotchev und den Rostocker Steffen Baumgart wird es am Samstag wieder ein ganz besonderes Fußballspiel

Hartmut Kleimann

Paderborn. Es ist ein klassischer Fall einer Duplizität eines Ereignisses: An diesem Samstag werden ab 14 Uhr die beiden Trainer in der Drittliga-Begegnung zwischen Hansa Rostock und dem SC Paderborn besonders im Fokus stehen. Denn für beide Fußball-Lehrer ist es so, als würden sie mit ihrem neuen Lebenspartner zu einem Familientreffen bei der Ex aufschlagen. Was im Hinspiel mehr auf den Paderborner Pavel Dotchev mit dem FC Hansa zutraf, gilt jetzt für den Part des Rostockers Steffen Baumgart mit dem SC Paderborn. Obwohl es in dem 90-minütigen Duell um überaus wichtige Punkte im Aufstiegskampf zur 2. Bundesliga geht, machen beide Trainer kein Geheimnis daraus, für wen das Herz ganz tief drinnen immer noch schlägt. Dennoch werden sie am Samstag professionell mit der Situation umgehen und versuchen, gegen die alte Liebe das Beste für ihr Team herauszuholen. Schon das erste Aufeinandertreffen Ende September war wahrlich keine rundum harmonische Familienfeier. Zwei Mitglieder des "Dotchev-Clans" wurden nach sportlich nicht akzeptablen Entgleisungen nämlich vorzeitig von der Party auf grünem Rasen verbannt. Rostocks Bryan Henning musste mit Gelb-Rot vom Feld (86.), acht Minuten später überschritt auch Tim Väyrynen die Grenze des Erlaubten, anschließend zudem noch Paderborns Thomas Bertels. Und Chefcoach Dotchev war zuvor vom Referee auf die Tribüne verdammt worden. "Die Erinnerungen ans Hinspiel sind schon sehr bitter. Da haben wir unverdient verloren und das war sehr enttäuschend", sagt Pavel Dotchev rückblickend über sein erstes Pflichtspiel gegen den SCP. Auch im zweiten Duell rechnet er mit einer "verdammt schweren Aufgabe", weil "Paderborn völlig verdient an der Spitze steht. Da müssen wir eine Topleistung abrufen", sagt der 52-Jährige. Dabei lässt er sich nicht von den zuletzt mauen Ergebnissen der Ostwestfalen täuschen. "Solche Phasen, wie sie Paderborn gerade erlebt, gibt es im Fußball immer wieder. Der SCP ist eine der besten Mannschaften, die Fußball spielt. Und das setzt sich auf Dauer immer durch", so Dotchev. Weiter sieht er es als nicht unwesentliches Handicap für seine Elf an, dass "wir erst am Mittwoch in Zwickau gespielt haben und erst morgens um vier Uhr wieder in Rostock waren." Am Samstag gibt es somit für beide Protagonisten ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten und vielen schönen Momenten. Zu toppen ist das anstehende "Familientreffen" wohl nur mit der nicht unmöglichen Option, dass am Ende beide Klubs aufsteigen.

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