Der goldene Schuss: Paderborns Philipp Klement (Mitte) trifft in 76. Spielminute mit diesem sehenswerten Volley-Schuss zum 1:1-Endstand. Den Münsteranern Stephane Tritz (r.) und Lion Schweers bleibt nur die Zuschauerrolle. - © Wilfried Hiegemann
Der goldene Schuss: Paderborns Philipp Klement (Mitte) trifft in 76. Spielminute mit diesem sehenswerten Volley-Schuss zum 1:1-Endstand. Den Münsteranern Stephane Tritz (r.) und Lion Schweers bleibt nur die Zuschauerrolle. | © Wilfried Hiegemann

Paderborn SC Paderborn: Klement rettet Paderborner Remis in Münster

Beim 1:1 in Münster trifft der Startelfdebütant zum Ausgleich. SCP-Schlussmann Zingerle patzt beim Führungstor der Preußen. Kapitän Strohdiek sieht Gelbrot

Werner Schulte

Paderborn. Eine Top-Vorstellung sieht sicherlich anders aus. Effektiv war's trotzdem. Ohne über die komplette Spielzeit großartig zu glänzen, hat sich der SC Paderborn am Samstag die Tabellenführung in der 3. Liga zurückerobert. Dazu reichte ein 1:1 (0:1)-Remis beim SC Preußen Münster. Den Führungstreffer von Adriano Grimaldi (18.) egalisierte Paderborns Startelfdebütant Philipp Klement nach 76 Minuten. Begünstigt wurde die Rückkehr an die Spitze von der Zwangspause des Erzrivalen aus Magdeburg, dessen Heimspiel gegen Zwickau am Freitag frühzeitig abgesagt worden war. Die jüngste Bilanz der Ostwestfalen bleibt dennoch bescheiden. Aus den letzten vier Begegnungen holten sie lediglich drei Punkte und trafen in diesem Zeitraum nur zweimal ins gegnerische Tor. SCP-Coach Steffen Baumgart hatte sein Team in Münster taktisch im 4/1/3/2-System ausgerichtet. An der Seite von Sven Michel spielte Ben Zolinski überraschend im Angriff, während Winterneuzugang Philipp Klement dessen Part auf der rechten Außenbahn übernahm. Der ganz große Knoten platze allerdings auch diesmal nicht, denn die Platzherren blieben im ersten Durchgang vor 7.015 Zuschauern im Preußenstadion zunächst klarer Punktsieger, bevor auch Paderborns Cheftrainer nach Wiederbeginn "ein sehr, sehr gutes Spiel" seiner Mannschaft sah. Bei der 1:0-Führung profitierten die Gastgeber jedoch von einem großzügigen Geschenk des Gegners. Beim Versuch der Spieleröffnung schoss Schlussmann Leopold Zingerle den Preußen-Angreifer Adriano Grimaldi an, von dessen Schienbein das Spielgerät aus gut 16 Metern ins leere Tor trudelte. "Ich habe uns ins Hintertreffen gebracht und dem Team damit einen Bärendienst erwiesen", wollte der Übeltäter im Nachhinein auch gar nichts Schönreden. Ohne sich auf Anhieb zu belohnen, nahmen die Gäste nach dem Wechsel dann richtig Fahrt auf. Zunächst zielte Michel mit einem fulminanten Schuss knapp am Torwinkel vorbei (52.) und fünf Zeigerumdrehungen später wurde sein Treffer wegen Abseitsstellung nicht anerkannt. Eine knappe, aber vertretbare Entscheidung. Auch Paderborns bis dato bester Angriff wurde anschließend nicht mit Zählbarem belohnt, weil Zolinski nach einem mustergültigen Zuspiel seines Teamkollegen Massih Wassey knapp verzog (68.). Was im 11 gegen 11 nicht funktionierte, gelang dann jedoch in Unterzahl. Nachdem der mit Gelb vorbelastete SCP-Kapitän Christian Strohdiek wegen angeblichen Meckerns die Ampelkarte gesehen hatte (71.), traf Klement nach einer Rechtsflanke von Lukas Boeder mit einer sehenswerten Direktabnahme ins Schwarze. Der Torschütze sprach anschließend von einem "gerechten Remis" und befand, "dass wir in der zweiten Halbzeit und auch nach der Gelbroten Karte noch die klar bessere Mannschaft waren." Darauf lasse sich jetzt durchaus aufbauen, ergänzte der Ex-Mainzer.

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