Ist wieder fit: Paderborns Rechtsverteidiger Lukas Boeder wird gegen Erfurt wohl in der Startelf stehen. - © Marc Köppelmann
Ist wieder fit: Paderborns Rechtsverteidiger Lukas Boeder wird gegen Erfurt wohl in der Startelf stehen. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn SCP-Coach Baumgart akzeptiert die Favoritenrolle

Nach der Bayern-Kür folgt mit dem Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt die nächste Pflichtaufgabe im Liga-Alltag

Werner Schulte

Paderborn. Der Pressesprecher des SC Paderborn brachte die unterschiedliche Qualität der aktuellen Aufgaben gestern auf den Punkt. "Ein größeres Kontrastprogramm kann es im deutschen Profifußball wohl nicht geben", befand Matthias Hack zwei Tage nach dem Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München, die dem Drittligisten trotz der 0:6-Niederlage bundesweite Anerkennung beschert hatte. Nach dem Vergleich mit dem einsamen Bundesliga-Spitzenreiter erwarten die Ostwestfalen mit Rot-Weiß Erfurt am heutigen Freitagabend nun das Schlusslicht der 3. Liga (19 Uhr, Benteler-Arena). Die werbewirksame Event-Veranstaltung gegen den deutschen Rekordmeister ist endgültig abgehakt, "jetzt freuen wir uns auf Erfurt", so Paderborns Cheftrainer am Donnerstag. Ungeachtet der sportlichen Ausgangslage rechnet Steffen Baumgart mit einem "sehr intensiven und schweren Spiel". Darüber hinaus stellt der Coach des Tabellenführers unmissverständlich klar, dass "wir der Favorit sind", weil seine Mannschaft über weite Strecken der laufenden Saison im Vergleich zum Gegner die bessere Gesamtleistung abgeliefert habe. Dennoch begegnet er den Gästen aus Thüringen im Vorfeld mit einigem Respekt, denn das Team besitze durchaus die Qualität, einen vermeintlichen Favoriten ärgern zu können. Auch im Hinspiel, das der SCP durch den goldenen Treffer von Sven Michel nur knapp mit 1:0 gewann, war das berühmte Quäntchen Glück unverzichtbar. Zudem besiegten die Rot-Weißen den 1. FC Magdeburg, der an der Tabellenspitze überwintert hatte, zum Jahres-Aufgalopp 2018 vor eigenem Publikum mit 3:1. Für Erfurt gehe es im Überlebenskampf "um jeden Punkt", sagt Baumgart, "aber für uns natürlich auch, deshalb müssen wir den Druck hochhalten". Nach seiner Pokalpause wird Leopold Zingerle wieder im SCP-Tor stehen und auch der Einsatz von Rechtsverteidiger Lukas Boeder ist trotz vorheriger Rückenprobleme wohl nicht gefährdet. Allerdings fällt Kwame Yeboah als Offensiv-Option definitiv aus. Der im Winter als Leihgabe von Borussia Mönchengladbach verpflichtete 23-Jährige feierte am vergangenen Samstag beim Gastspiel in Großaspach ein etwas überraschendes Startelfdebüt und muss jetzt wegen eines Knochenödems laut Baumgart "ein bis zwei Wochen pausieren". Auch der FC Rot-Weiß Erfurt um Paderborns Ex-Trainer Stefan Emmerling, der das Team seit dem 20. November 2017 betreut, hat während der Winterpause personell nachgelegt. Neben Marcel Kaffenberger (Sportfreunde Lotte) und Kusi Kwame (Fortuna Köln) zauberten die Verantwortlichen in dieser Woche mit Charalampos Chantzopoulos noch einen zuvor vereinslosen Nachzügler aus dem Hut. Der Grieche wurde in der Nachwuchsabteilung von Arminia Bielefeld ausgebildet und wechselte im Sommer 2016 zum FC Gütersloh. Im vergangenen Jahr absolvierte der 23-Jährige 29 Partien für FF Jaro in der finnischen 2. Liga. Als gelernter Innenverteidiger soll Chantzopoulos jetzt die mit 39 Gegentreffern schwächste Defensive der 3. Liga stabilisieren.

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