Eine Woche vor der Trennung: Beim 3:1-Heimsieg über den FSV Frankfurt war die Welt für Stefan Emmerling als Trainer des SCP noch halbwegs in Ordnung. Nur einen Spieltag später wurde er von Sportchef Markus Krösche (im Hintergrund) entlassen. - © Marc Köppelmann
Eine Woche vor der Trennung: Beim 3:1-Heimsieg über den FSV Frankfurt war die Welt für Stefan Emmerling als Trainer des SCP noch halbwegs in Ordnung. Nur einen Spieltag später wurde er von Sportchef Markus Krösche (im Hintergrund) entlassen. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Emmerling blickt ohne Groll auf die Zeit beim SC Paderborn zurück

Ex-Trainer kommt am heutigen Freitag mit dem FC Rot-Weiß Erfurt zum Punktspiel in die Benteler-Arena

Hartmut Kleimann

Paderborn. Fußballtrainer Stefan Emmerling kehrt am Freitag an eine alte Wirkungsstätte zurück. Mit Rot-Weiß Erfurt ist er um 19 Uhr zu Gast beim SC Paderborn (Liveticker auf nw.de). Dabei macht er gar kein Geheimnis daraus, dass "es für mich immer etwas Besonderes ist, gegen einen Ex-Verein zu spielen", sagt der gebürtige Heidelberger, der seit Ende November den Drittliga-Tabellenletzten Erfurt trainiert. Ausgestattet mit einem Vertrag auch über die Saison hinaus. Sollten die Thüringer also den bitteren Gang in die Viertklassigkeit antreten müssen, soll es einen Neuanfang unter der Regie des 51-Jährigen geben. Eine Aufgabe, die ihm in Paderborn in einer ähnlichen Situation nicht vergönnt war. "Da hat sich Markus Krösche einfach dazu entschieden, noch einmal einen frischen Impuls zu setzen", meint Emmerling seine Entlassung beim SCP im April 2017, gerade mal fünf Spieltage vor dem Saisonende. Das Wiedersehen wird kein Kaffeekränzchen "Da war ich natürlich alles andere als begeistert", verrät er. Aber so sei es nun mal im Fußballgeschäft. "Manchmal ist es ein guter Zeitpunkt, bei einem Verein zu arbeiten, manchmal auch ein nicht so guter", sagt Emmerling rückblickend. Dennoch werde er jetzt nicht im Groll nach Paderborn zurückkehren. Er sei bei seinem Amtsantritt an der Pader sehr gut aufgenommen worden. "Und wir haben alle gut zusammengearbeitet. Da war immer sehr viel Respekt untereinander", versichert der 51-Jährige. Leider aber sei es nur eine kurze Zeit gewesen. Die Kontakte zum SCP sind aber immer noch gut und "ich freue mich, am Freitag nach Paderborn zu kommen." Das Wiedersehen wird aber für Emmerling und alle anderen Beteiligten nun wahrlich kein reines Freundschaftstreffen samt Kaffeekränzchen. "Wir sind zwar Tabellenletzter, aber sieben Punkte aufzuholen ist durchaus machbar", glaubt Emmerling mit seinem Team noch an ein gutes Ende. Obwohl bedingt durch die finanzielle Misere bei den Thüringern auch immer noch ein möglicher Punktabzug vom DFB nicht auszuschließen ist. Emmerling kennt die Qualität des Tabellenführers So vergleicht Emmerling, der an diesem Samstag übrigens seinen 52. Geburtstag feiert, die kommende Aufgabe mit dem Duell seiner Rot-Weißen gegen Magdeburg. "Auch die waren Tabellenerster", erinnert er an den 3:1-Heimsieg seiner Elf. Und in dieser Liga sei es "immer möglich, in jedem Spiel etwas zu holen." Jedoch kennt auch der Ex-Profi die Qualität des Tabellenführers von der Pader. "Schon in meiner Zeit in Paderborn war uns klar, dass in der Mannschaft etwas nicht passt. Darauf hat der Verein reagiert, hat den Kader umgebaut und sehr viel breiter aufgestellt", sagt der Erfurter Trainer, der "nach der Belastung durch das Pokalspiel" durchaus mit der einen oder anderen Veränderung im Kader der Gastgeber rechnet. Das Spiel des SCP gegen die großen Bayern hat er sich im TV angeschaut. Den Auftritt seiner Ex-Truppe bezeichnet er als "sehr mutig" gegen eine Bayern-Elf, "die nur wenige Fehler gemacht hat." Dabei habe Paderborn viele Sympathiepunkte gesammelt, "auch wenn du als Trainer nichts davon hören willst, wenn du 0:6 verloren hast." Trotzdem habe die Paderborner Mannschaft sehr deutlich aufgezeigt, "warum sie derzeit Tabellenführer ist." In den 90 Minuten wird sich zeigen, ob der Freitagabend ein guter oder ein nicht so guter Zeitpunkt für Fußballtrainer Stefan Emmerling war, um nach Paderborn zurückzukehren. Das bezieht sich aber rein auf die fußballerische Komponente, denn für den Typen Emmerling wird es immer ein guter Moment bleiben, nach Paderborn zu kommen.

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