Der Mann des Tages: Ben Zolinski jubelt nach seinem Treffer in Richtung Fantribüne und wird dabei von Mitspieler Massih Wassey geherzt. - © Christian Weische
Der Mann des Tages: Ben Zolinski jubelt nach seinem Treffer in Richtung Fantribüne und wird dabei von Mitspieler Massih Wassey geherzt. | © Christian Weische

Paderborn Pokal-Torschütze Zolinski muss erneut in die Doping-Verlängerung

SC Paderborn: Zum wiederholten Male bitten die Offiziellen Ben Zolinski nach dem Schlusspfiff zur Dopingkontrolle. Für ihn geht die Pokalparty dann einfach ein wenig später los

Hartmut Kleimann

Paderborn. Da war in den Katakomben der Benteler-Arena nach dem Pokalerfolg über den FC Ingolstadt schon richtig was los. Überall Fußballer des SCP, alle ausgestattet mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Nur zwei fehlten im Gemenge: Torschütze Ben Zolinski und Innenverteidiger Sebastian Schonlau, die in den 90 Minuten zuvor wieder eine tadellose Leistung abgeliefert hatten. Die mussten nämlich erst einmal zur Dopingkontrolle, was nach einem anstrengenden Pokalfight auf tiefem Boden auch einer echten Herausforderung gleichkommt. Gut eine Stunde und etliche Gläser Wasser benötigte beispielsweise der Mann des Tages, der mit seinem Tor in der 56. Minute den SCP zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in ein Viertelfinale des DFB-Pokals geschossen hatte. Zum wiederholten Male traf es jetzt in dieser Serie bei dieser Überprüfung den gebürtigen Berliner. "Ich weiß auch nicht, warum die immer wieder mich ziehen", sagte er schulterzuckend. Er nahm die Kontrolle aber mit Humor, schließlich war das Pokalspiel der letzte offizielle Akt in diesem Jahr und der Abend längst noch nicht gelaufen. "Ich denke, wir werden noch das eine oder andere Getränke zu uns nehmen", so seine Prognose. "Wir können auf den Punkt da sein" Zuvor hatte er ausreichend Zeit gehabt, sein Tor noch einmal in Gedanken aufleben zu lassen. "Das war ein guter Angriff über die linke Seite. Dennis steckt ihn dann gut zu mir durch. Ich habe dann nur versucht, den Ball irgendwie über die Linie zu drücken. Dass das dann so gelingt, damit hatte ich auch nicht gerechnet", wird das Tor in seiner ganz eigenen Hitliste zunächst einmal einen Platz ganz weit oben bekommen. "Schließlich war das heute ein etwas besonderer Moment und mit einem tollen Gefühl verbunden." Das Spiel habe einmal mehr gezeigt, was in der Mannschaft stecke, "denn wir sind fokussiert und können auf dem Punkt da sein." So habe der Sieg über Ingolstadt auch gezeigt, dass die vorherigen Pokalerfolge über den FC St. Pauli und den VfL Bochum "keine Eintagsfliegen waren". Man habe ein richtiges Ausrufezeichen gesetzt und eindrucksvoll bewiesen, "dass wir gegen solche Mannschaften mithalten können." Nach einer guten Hinserie "ist dieser Abend nun das I-Tüpfelchen", befand Zolinski. Mit allen anderen Dingen - mögliche Pokalgegner im Viertelfinale, oder eine hammerharte Rückrunde in Liga Drei, die jetzt schon bald im neuen Jahr auf den SCP zukommen, damit wollte sich Zolinski am Dienstagabend noch nicht auseinandersetzen. "Jetzt genieße ich einfach den Moment und schaue mal, was heute noch so passiert", sagte er augenzwinkernd auf dem Weg unter die Dusche. Um dann das Mineralwasser von der Dopingkontrolle ausnahmsweise mal mit einem anderen Getränk zu tauschen.

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