Hatte Pech: Ben Zolinski (l.) besaß vor allem nach der Pause die besten SCP-Chancen. Hier kämpfte er mit Halles Landgraf um den Ball. - © imago/Eibner
Hatte Pech: Ben Zolinski (l.) besaß vor allem nach der Pause die besten SCP-Chancen. Hier kämpfte er mit Halles Landgraf um den Ball. | © imago/Eibner

Paderborn SC Paderborn: Das Runde will nicht ins Eckige

Gegen einen extrem defensiven Gast aus Halle springt nur ein 0:0 heraus. Zur Nulldiät gesellt sich ein Zuschauer-Minusrekord. Doch Dienstag ist die Hütte voll

Frank Beineke

Paderborn. Die Fans des SC Paderborn erlebten am Freitagabend ein seltenes Gefühl. Erst zum zweiten Mal in dieser Drittliga-Saison gab es ein Remis – und wieder war der Gegner der Hallesche FC. Doch während es im Hinspiel an der Saale ein 4:4-Spektakel gegeben hatte, gab es diesmal das erste 0:0 mit Paderborner Beteiligung. Zur Nulldiät passte die Zuschauerzahl: Lediglich 5.431 Besucher sorgten in der Benteler-Arena für einen Saison-Minusrekord. Die treuen Anhänger sahen ein äußerst einseitiges Spiel. Paderborn rannte an, produzierte aber zu viele Fehler. Die stark ersatzgeschwächten Gäste aus Sachsen-Anhalt verteidigten mit Mann und Maus. Mitunter riegelten alle zehn Feldspieler des HFC den eigenen Strafraum ab. „Heute hat nur eine Mannschaft Fußball gespielt. Die andere hat den Bus vors Tor gestellt", kommentierte SCP-Kapitän Christian Strohdiek die in der Tat ziemlich destruktive Spielweise der Gäste. „Wir haben über 90 Minuten dominiert. Aber wir müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir das Ding nicht gemacht haben", fügte der Innenverteidiger an. „Es war ein Spiel, in dem einfach mal einer durchrutschen musste. Aber es sollte nicht sein", ärgerte sich Massih Wassey, der zudem mit der Schiedsrichter-Leistung haderte. Schon in der ersten Halbzeit blieb die Pfeife von Michael Bacher stumm, als Halles Torwart Tom Müller den SCP-Stürmer Dennis Srbeny im Sechzehner legte (17.). In Minute 89 kam Wassey am Strafraumeck zu Fall. „Ich spiele meinen Gegenspieler den Ball durch die Beine und er wirft sich vor mich hin", erklärte der SCP-Mittelfeldstratege. Doch erneut gab es keinen Elfmeter. Und so blieb eine klare Paderborner Leistungssteigerung nach der Pause unbelohnt. Denn während sich die Hausherren in Halbzeit eins nur wenige Möglichkeiten erspielten, standen nach dem Wechsel 9:0 Chancen zu Buche. „Da hat Paderborn richtig Betrieb gemacht", urteilte Halles Coach Rico Schmitt und verteidigte die Defensivtaktik seines Teams: „Wir wollten das Spiel zum Stehen bringen. Das ist uns gut gelungen. Wir haben alles aus der Zitrone rausgepresst. Meine Jungs können nicht mehr laufen." Doch auch sein SCP-Trainerkollege Steffen Baumgart war mit der Vorstellung seiner Schützlinge durchaus zufrieden: „In Sachen Engagement kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben nur nicht das Tor gemacht. Halle hat halt auch sehr gut verteidigt." Die SCP-Fans feierten ihr Team trotzdem. Mit 44 Punkten überwintern ihre Lieblinge schließlich auf einem Aufstiegsplatz. Und schon am Dienstag, 19. Dezember, werden in der Benteler-Arena ganz sicher wieder Tore fallen. Dann steht das DFB-Pokalspiel gegen den FC Ingolstadt auf der Agenda. Und dann wird das Stadion ausverkauft sein.

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