Beifall für ein gutes Spiel: SCP-Trainer Steffen Baumgart lobt die Köln-Formation und setzt auch gegen Halle auf diese Elf. - © Marc Köppelmann
Beifall für ein gutes Spiel: SCP-Trainer Steffen Baumgart lobt die Köln-Formation und setzt auch gegen Halle auf diese Elf. | © Marc Köppelmann

Paderborn Trainer Baumgart vertraut seiner eingespielten Elf

Vor den letzten beiden Pflichtaufgaben in der Meisterschaft und im Pokal setzt der Trainer klare Prioritäten und erteilt trotz eines nahezu kompletten Kaders einer möglichen Rotation eine Absage

Hartmut Kleimann

Paderborn. In der großen Politik ist es aktuell etwas in Mode gekommen, dass Staatsmänner nicht mehr so sehr auf das große Ganze schauen, sondern zunächst einmal nur die eigene Sache vorrangig behandeln. Paderborns Cheftrainer Steffen Baumgart hat mit Blick auf das eigene Restprogramm des Fußballjahres 2017 auch eine klare Hierarchie: „Die Liga ist für uns das Wichtigste. Wir haben am Freitag ein schweres Spiel vor uns und denken nicht an Dienstag." Denn am Freitag erwartet der Drittliga-Herbstmeister um 19 Uhr den Halleschen FC zum ersten Rückrundenspiel, bevor am kommenden Dienstag, 19. Dezember, noch das Drittrunden-Pokalspiel gegen den Zweitligisten FC Ingolstadt ansteht. Liga first heißt es also beim SCP. Neben einer klaren Rangfolge bei den Wettbewerben hat der 45-Jährige Fußball-Lehrer aber auch exakte Vorstellungen beim Personal. „Ich bin keiner der sagt, ich schone mal den einen oder anderen", stellt der Ex-Profi klar. So werden gegen Halle die Akteure auflaufen, die zuletzt beim 3:1-Sieg gegen den SC Fortuna Köln vieles richtig gemacht haben. „Das haben sich die Jungs verdient, das Spiel gegen Halle genauso angehen zu dürfen", lehnt der Trainer eine Rotation ab. Erstaunlich, denn das Pokalspiel gegen Ingolstadt ist jetzt nicht die erklärte Nebensache und zudem kann der SCP-Coach aktuell aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Marlon Ritter, der sich bei der 1:4-Niederlage in Wehen-Wiesbaden verletzt hat, fällt aus. „Alle anderen Spieler befinden sich im Training", bestätigt Baumgart. Also auch Marc Vucinovic, der wochenlang mit einem Knochenödem ausgefallen war. Vor allem über dessen Rückkehr ins Teamtraining freut sich der Trainer, „weil Vuci eigentlich der etatmäßige Rechtsverteidiger bei uns ist." Aber auch Lukas Boeder habe auf dieser Position eine tolle Entwicklung genommen. „Er macht ähnlich wie Felix Herzenbruch auf der linken Seite wenig Fehler und er ist jetzt für die rechte Seite gesetzt. Im Moment wird es schwer für die anderen, ihn zu verdrängen", lobt Baumgart den früheren Leverkusener. Gleichzeitig aber freut er sich auf die kommenden Wochen der Wintervorbereitung, „in der auch Vucinovic wieder um einen Stammplatz kämpfen kann. Das wird ein interessanter Dreikampf, denn Matthias Stingl ist ja auch noch da." Zuerst aber gilt die volle Konzentration der Partie gegen Halle, wobei die Erinnerungen an das spektakuläre 4:4-Remis im Hinspiel nach einer 4:1-Führung des SCP noch sehr frisch sind. „Da haben wir schon gesehen, was in unserer Elf steckt", meint Baumgart die gute Phase bis zum 4:1-Zwischenstand. Beim Gegner zeige die Tendenz in den letzten drei Spielen klar nach oben. „Die haben gute Fußballer – wenn man sie Fußball spielen lässt", weiß der Trainer. Und auch dabei denkt er nicht so sehr an Halle, sondern ans eigene Spiel, „denn auch die wollen wir schlagen."

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