Die leibhaftige Torfabrik: Dennis Srbeny (l.) und Sven Michel sind gemeinsam an rund 50 Prozent der bislang 47 erzielten Paderborner Saisontore beteiligt. - © Marc Köppelmann
Die leibhaftige Torfabrik: Dennis Srbeny (l.) und Sven Michel sind gemeinsam an rund 50 Prozent der bislang 47 erzielten Paderborner Saisontore beteiligt. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn SC Paderborn verblüfft Kölns Trainer

Uwe Koschinat spricht von deutlichen Unterschieden

Hartmut Kleimann
Werner Schulte

Paderborn. Das Märchen geht also weiter. Nach dem 3:1-Heimerfolg über Fortuna Köln feierte der SC Paderborn am Samstag die Herbstmeisterschaft in der 3. Liga. Laut Statistik stehen die Chancen für ein Happy End auch gar nicht schlecht. Seit dem Bestehen dieser Spielklasse sind acht Mannschaften, die nach der Hinrunde die Tabelle anführten, in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Der erste dieser Kandidaten war der SCP in der Spielzeit 08/09, als die Ostwestfalen den Betriebsunfall des Zweitliga-Abstiegs umgehend reparierten. Nach der ersten Etappe dieser Wiederaufstiegssaison wurden die Ostwestfalen seinerzeit mit 41 Punkten vor Verfolger Union Berlin (39) auf der Pole Position notiert. Mit bislang 43 gesammelten Zählern und dem traumhaften Torverhältnis von 47:24 hat die Elf von Steffen Baumgart das Gesamtergebnis der Vorserie, die mit 44 Punkten und 38:57 Treffern beendet wurde, also schon zur Halbzeit gründlich auf den Kopf gestellt. Zum Vergleich: Als Drittliga-Meister gelangen dem MSV Duisburg in der kompletten Saison 2016/17 bei 68 Punkten gerade mal 52 Tore. Keine Frage, mit dem vom Regionalligisten BFC Dynamo Berlin verpflichteten Dennis Srbeny und Sven Michel hat der SC Paderborn das Angriffszentrum mit zwei Ausnahmestürmern besetzt, die gemeinsam an rund 50 Prozent der bislang 47 erzielten Treffer beteiligt sind. Trotz seiner verletzungsbedingt sechs versäumten Partien führt Srbeny (acht Treffer, elf Vorlagen) die Topscorer-Liste der 3. Liga nach wie vor an. Direkt gefolgt vom Teamkollegen Michel, der bislang zehn Mal traf und acht Mal auflegte. Auch wenn besagtes Duo aufgrund dieser Vorzeigewerte ein wenig im Rampenlicht steht, ist die anhaltende Paderborner Erfolgsstory aber dennoch lückenlos auf eine geschlossene Mannschaftsleistung und die Auferstehung der lange Zeit vermissten Leidenschaft zurückzuführen. Wie schon vielfach betont, sind Cheftrainer Steffen Baumgart und Sport-Geschäftsführer Markus Krösche inzwischen selbst überrascht, dass der zum Saisonstart mit zehn externen Novizen neu formierte Kader schon zu einem solch frühen Zeitpunkt bestens funktioniert. Insgesamt kamen währen der jetzt beendeten Hinrunde 21 verschiedene Spieler zum Einsatz. Rekordhalter sind Schlussmann Leopold Zingerle, Sven Michel (beide 19), Robin Krauße, Sebastian Schonlau (jeweils 18) sowie Christopher Antwi-Adjei, Kapitän Christian Strohdiek, Felix Herzenbruch, Ben Zolinki und Lukas Boeder, die in 17 der 19 Begegnungen mitwirkten. Selbst beim Tabellenvierten wird die ganz offenkundig unerreichte Qualität des SC Paderborn inzwischen in den Himmel gehoben. Der Gesamtleistung des SCP gebühre "Respekt und Anerkennung, wir haben die Unterschiede heute am eigenen Leibe gespürt", so Fortuna Kölns Trainer Uwe Koschinat nach der 1:3-Niederlage am vergangenen Samstag, "Paderborn ist in der Lage in beide Richtungen ein deutlich höheres Tempo zu gehen und hat eine klare Spielidee". Sein Team könne von Glück sagen, nicht deutlicher unter die Räder gekommen zu sein, so der Coach weiter, für Fortuna sei es eine "tolle Orientierung" gewesen, "uns mit Paderborn zu messen". Aus Sicht des Cheftrainers eines ehemaligen Spitzenreiters spielt die Elf von Steffen Baumgart ganz offenkundig schon jetzt in einer völlig anderen Liga.

realisiert durch evolver group