Zurück in der Spur: Dennis Srbeny, Sven Michel und Christopher Antwi-Adjei (vorne v. l.) feiern die Herbstmeisterschaft. - © Marc Köppelmann
Zurück in der Spur: Dennis Srbeny, Sven Michel und Christopher Antwi-Adjei (vorne v. l.) feiern die Herbstmeisterschaft. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Baumgart-Elf beendet die Mini-Krise

3:1-Heimerfolg über Fortuna Köln beschert den Ostwestfalen die Herbstmeisterschaft in der 3. Liga. Der treffsichere Srbeny feiert ein gelungenes Comeback

Werner Schulte

Paderborn. Tags zuvor hatte sich die Ausgangslage für den SC Paderborn plötzlich dramatisch verändert. Während der ersten Etappe des letzten Hinrunden-Spieltages der 3. Liga besiegte der 1. FC Magdeburg die SF Lotte am Freitag mit 2:0 und stürzte mit diesem Heimerfolg vorübergehend den Spitzenreiter. Die Sachsen-Anhaltiner hatten also vorgelegt, der SCP kam mit dem kurzfristigen Rollentausch allerdings bestens klar. Mit dem 3:1 (2:1)-Sieg über Fortuna Köln eroberten sich die Platzherren die Tabellenführung nach Toren von Ben Zolinski (28.), Massih Wassey (Handelfmeter, 43.) und Dennis Srbeny (54.) umgehend zurück. Damit sollte einer zünftigen Feier der Herbstmeisterschaft am Samstag nichts mehr im Wege stehen. Für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich sorgte Paderborns Rechtsverteidiger Lukas Boeder, der eine scharfe Hereingabe von Gäste-Angreifer Hamdi Dahmani aus kurzer Distanz unglücklich ins eigene Tor beförderte (30.). Nachdem die Elf von Cheftrainer Steffen Baumgart ("Gegen einen sehr guten Gegner hatten wir viele Ballgewinne") die vorherigen beiden Saisonspiele verloren hatte, gehört also auch dieser Negativtrend nach den jüngsten 90 temporeichen Minuten zunächst mal der Vergangenheit an. Zudem feierte Dennis Srbeny nach rund sechswöchiger Verletzungspause ein gelungenes Comeback im Angriffszentrum. Nachdem der 23-Jährige zunächst eine Flanke seines umtriebigen Teamkollegen Christopher Antwi-Adjei verpasste (4.), hatten die Fans den Torschrei in der 27. Spielminute schon auf den Lippen. Kölns Schlussmann Tim Boss schoss SCP-Stürmer Sven Michel im Strafraum an, allerdings schob Srbeny den abgeprallten Ball zum eigenen Entsetzen knapp am leeren Tor vorbei. "Diese Szene werde ich mir nachher gar nicht mehr anschauen", haderte der in dieser Szene verhinderte Torjäger auch nach dem Schlusspfiff noch sichtlich mit seinem Missgeschick. Rund 60 Sekunden später war der gebürtige Berliner allerdings Ausgangspunkt des ersten Paderborner Treffers, als er das im Mittelfeld eroberte Spielgerät auf Antwi-Adjei weiterleitete, dessen Anspiel Ben Zolinski anschließend mit freundlicher Unterstützung von Fortunen-Keeper Boss zur 1:0-Führung vollstreckte. Nach Boeders bereits beschriebenem Missgeschick gewann Wassey (hatte kurz vor der Pause noch die 3:1-Führung auf dem Fuß) den Nervenkrieg um einen von Dominik Ernst verursachten Handelfmeter, den Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus wiederholen ließ. Wassey ließ sich davon allerdings nicht verunsichern und verwandelte beide Versuche sicher. Auch im zweiten Durchgang erspielten sich die deutlich überlegenen Hausherren ein klares Chancenplus und wurden ein weiteres Mal belohnt. Nach einer Hereingabe von Sven Michel stand Srbeny am langen Pfosten goldrichtig. Michel (53., 89.) und Felix Herzenbruch (66.) ließen zum Teil noch glasklare Gelegenheiten liegen. "Das darf uns eigentlich nicht passieren", so Srbeny selbstkritisch.

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