Der sitzt: Massih Wassey läuft zum zweiten mal als Elfmeterschütze an und erzielt die so wichtige 2:1-Pausenführung in der Partie gegen Fortuna Köln. - © Marc Köppelmann
Der sitzt: Massih Wassey läuft zum zweiten mal als Elfmeterschütze an und erzielt die so wichtige 2:1-Pausenführung in der Partie gegen Fortuna Köln. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Wassey bewahrt die Ruhe

Mittelfeldspieler muss beim 3:1-Sieg über Fortuna Köln gleich zwei Mal vom Punkt antreten. So will es Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus

Hartmut Kleimann

Paderborn. Der SC Paderborn ist nicht nur Herbstmeister der aktuellen Drittligasaison 2017/2018, sondern hat in der Hinrunde so viele Elfmeter zugesprochen bekommen wie keine andere Mannschaft. Elf Stück an der Zahl, von denen Massih Wassey den Großteil erfolgreich verwandelt hat. Beim 0:2 gegen den Karlsruher SC vor zwei Woche scheiterte er am gut aufgelegten KSC-Schlussmann Benjamin Uphoff. Am Samstag gegen Fortuna Köln benötigte der Ex-Dortmunder gleich zwei Versuche, um Zählbares vorweisen zu können. Das lag aber nicht am Paderborner Mittelfeldspieler, sondern an der Regelauslegung von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. Für die war es am Samstag in Paderborn übrigens so eine Art Jubiläum, denn fast genau vor zehn Jahren hatte sie bei der Begegnung SC Paderborn gegen TSG Hoffenheim ihr Zweitligadebüt gefeiert. In der Partie am Samstag gegen Fortuna Köln zeigte sie in der 42. Minute nach einem Handspiel von Kölns Dominik Ernst völlig zu Recht auf den Elfmeterpunkt. Wassey lief an, verzögerte kurz und traf dann unten links flach ins Tor. Steinhaus aber gab den Treffer nicht und forderte vom Paderborner Schützen eine Wiederholung ein. "So richtig verstanden habe ich das auch nicht, aber sie hat mir erklärt, dass nicht die Verzögerung der Grund war, sondern weil dadurch schon zu viele Spieler in den Strafraum gelaufen seien", sagte er später. Der gebürtige Münsteraner musste also noch einmal zum Duell Schütze gegen Torwart antreten. "Das ist schon ein wenig schwierig vom Kopf her", räumte er ein. Davon aber zeigte er auf dem Platz keine Spur. Völlig cool legte er sich den Ball ein zweites Mal zurecht, verzögerte kurz, um dann halbhoch ein volles Pfund in der Mitte des Tores zu platzieren. Mit diesem Treffer brachte er seine Elf nach dem Führungstor von Ben Zolinski (28.) und Boeders Eigentor zum Kölner Ausgleich (30.) wieder in Front. "Wir haben uns heute den Sieg erarbeitet und verdient drei Punkte geholt", befand Wassey dann auch. Nach seinem Fehlschuss gegen den KSC war es für Wassey kein großes Ding, jetzt erneut als Elfmeterschütze aufzutreten. "Als ich gegen den KSC gescheitert bin, hatte ich an jenem Abend daran schon zu knabbern, aber dann ist das auch vergessen. Wenn der Trainer mir das Vertrauen schenkt, mache ich das eigentlich sehr gerne", gab er zu. Verständlich, denn schließlich trifft Wassey vom Punkt recht regelmäßig. Elf Mal durften SCP-Spieler in der aktuellen Serie schon vom Punkt vollstrecken. Sieben Mal versuchte sich Wassey, drei Mal Dennis Srbeny und zwei Mal Marc Vucinovic. Letztgenannter traf in Halle beim 4:4, vergab aber im Heimspiel gegen Chemnitz (3:2). Auch Srbeny scheiterte ein Mal in Zwickau, als dann aber Schonlau seinen Fehlversuch noch erfolgreich ins Tor geköpft hatte. Den Herbsttitel bezeichnete Wassey nach dem Schlusspfiff als "Wahnsinn". Gewonnen sei aber noch nichts. "Wir müssen weiter hart arbeiten und stets hungrig bleiben", lautet derweil seine Devise für die Rückrunde. Und Elfmeter will er weiter konsequent in Tore umwandeln. Wenn es sein muss, auch im zweiten Versuch.

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