Hoffnungsträger: Paderborns Liga-Topscorer Dennis Srbeny (sieben Tore, elf Assists) steht vor einem Comeback. - © Marc Köppelmann
Hoffnungsträger: Paderborns Liga-Topscorer Dennis Srbeny (sieben Tore, elf Assists) steht vor einem Comeback. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Dämpfer für die Senkrechtstarter aus Paderborn

Spitzenreiter muss nach zwei Niederlagen in Folge mit einer neuen Situation umgehen

Frank Beineke

Paderborn. Vor gut zwei Wochen wurde der SC Paderborn nach dem beeindruckenden 3:0-Erfolg in Unterhaching von vielen Experten noch zur Übermannschaft der 3. Fußball-Liga hochgejubelt. Nichts schien die Schützlinge von Erfolgscoach Steffen Baumgart aufhalten zu können. Doch mit dem 0:2 gegen den Karlsruher SC und der am Samstag erlittenen 1:4-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden folgten erstmals in Baumgarts Amtszeit zwei Niederlagen in Folge. Die Euphorie hat einen Dämpfer erlitten. Doch von einer Krise ist der SCP noch weit entfernt. "Wir stehen auf Platz eins. Da ist es schwierig, von einer Krise zu sprechen", sagt Torhüter Leopold Zingerle, der in den vergangenen beiden Partien nicht zu beneiden war. So landeten die gegnerischen Abschlüsse fast allesamt im Tor. "Wir hatten exakt die Effizienz, die Paderborn in den letzten Wochen und Monaten hatte", konstatierte Wiesbadens Trainer Rüdiger Rehm. Auch der KSC hatte eine Woche zuvor eiskalt zugeschlagen, während der SCP einen hohen Aufwand betrieb, sich dafür aber nicht belohnte. "Es waren keine Spiele, die Spaß machten", resümiert Zingerle und fügt an: "Aber man hat halt gesehen, wie schwer es ist, das umzusetzen, was wir uns Woche für Woche vornehmen." Dabei gibt es diverse Gründe für die erste schwierige Phase einer bis dato so berauschenden Saison. Zum einen fehlte dem SCP gerade beim jüngsten Auftritt in Wiesbaden die nötige Zielstrebigkeit. Von den Stärken im Umschaltspiel war nicht viel zu sehen. "Wir haben uns in entscheidenden Momenten nicht clever angestellt. Und wir haben uns von einem körperlich robusten Gegner den Schneid abkaufen lassen", urteilt Steffen Baumgart. Leistungsträger wie Massih Wassey, Sven Michel oder Christopher Antwi-Adjei sind zudem derzeit ein ganzes Stück von ihrer Bestform entfernt. "Aber letztlich ist auch das ein ganz normaler Prozess. Wir haben halt viele Spieler, die noch nicht lange auf diesem Niveau spielen", sagt Paderborns Coach und fügt an: "Wir sind doch nicht das unangefochtene Spitzenteam. Aber das überrascht mich auch nicht." Vielmehr habe ihn überrascht, wie schnell die neuformierte Mannschaft die Abläufe gleich zu Saisonbeginn umgesetzt hatte. "Eigentlich dauert so etwas länger", so Baumgart. Dafür finden andere stark besetzte Teams nun immer besser in die Spur. Dazu zählen die jüngsten Gegner aus Karlsruhe und Wehen Wiesbaden, aber auch Hansa Rostock. "Jeder kann jetzt sehen, wie schwer das Ziel ist", betont der SCP-Coach, ohne das Wort "Aufstieg" in den Mund zu nehmen. Und auch die Rolle des Gejagten sei nicht gerade einfach. "Als Spitzenreiter bekommst du eine ganz andere Aufmerksamkeit. Die Gegner finden Antworten auf uns - jetzt müssen wir wieder Antworten darauf finden. Wir müssen den nächsten Schritt machen", fordert Baumgart. Das Jahres-Restprogramm könnte für den SCP sprechen. Mit den Ligapartien gegen Fortuna Köln (9. Dezember) und Halle (15. Dezember) sowie dem DFB-Pokal-Duell gegen Ingolstadt (19. Dezember) folgt nun eine Heimspiel-Trilogie. "Und zuhause waren wir abgesehen vom KSC-Spiel eine Macht", betont SCP-Keeper Leopold Zingerle. Darüber hinaus steht Topscorer Dennis Srbeny unmittelbar vor seinem Comeback. In den zwölf Saisonspielen, in denen der Stürmer bislang zum Einsatz kam, gab es elf Siege und ein Unentschieden. Wenn das kein gutes Omen ist.

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