SC Paderborn Itter steht beim SC Paderborn in den Startlöchern

Werner Schulte

Paderborn. Der 3. Oktober 2017 war auch für Pascal Itter ein richtiger Feiertag. Im Westfalenpokalspiel bei Viktoria Rietberg feierte der 22-Jährige am Tag der Deutschen Einheit am besagten Dienstag nach monatelanger Zwangspause im Team des SC Paderborn ein lang ersehntes Comeback. Der Drittligist gewann die Partie gegen den Landesligisten mit 15:0 und der Rechtsverteidiger wurde nach einem langen Leidensweg endlich mal wieder mit den Sonnenseiten seiner noch jungen Laufbahn als Fußball-Profi konfrontiert. Am 25. Februar des laufenden Kalenderjahres hatte das Verletzungspech gnadenlos zugeschlagen. Im Training bekam Itter im Zweikampf einen Schlag aufs rechte Knie und riss sich das vordere Kreuzband. Es folgte eine Operation in Köln. Danach begann zunächst eine viereinhalbmonatige Reha in Paderborn, bevor sich der Patient noch einmal für fünf Wochen in die Hände des Physio-Teams von Klaus Eder in Regensburg begab. Als der gebürtige Hesse dann Ende August wieder ins Training einstieg, waren rund fünfeinhalb Monate ins Land gezogen. Inzwischen ist er wieder "voll belastbar" . Jetzt steht das "kontinuierliche Heranarbeiten ans Team" ganz oben auf der Tagesordnung. Den ersten Schritt, "möglichst schnell wieder eine Option zu werden", hat er bereits gemacht. Nach dem Wiederaufgalopp in Rietberg attestierte ihm SCP-Coach Steffen Baumgart eine "sehr gute Leistung", während sich Itter selbst nach dem Schlusspfiff "sehr befreit fühlte" und sich nachhaltig für das Vertrauen des Cheftrainers bedankte: "Schließlich geht es auch in einem solchen Spiel um viel." Angesichts weiterer Spielpraxis hat Pascal Itter hierzulande noch einigen Nachholbedarf. Im Sommer 2016 kam er vom SV Grödig, mit dem er just aus Österreichs 1. Liga abgestiegen war. Einen Einsatz über 90 Minuten hat er im SCP-Dress bislang aber noch nicht erlebt. Dennoch hat er den Schritt des Wechsels nach Ostwestfalen nicht bereut. Die Möglichkeit, seine Karriere bei einem "Zweitligaabsteiger fortsetzen zu können, der unter Weltklassebedingungen arbeitet", die nicht mal in der ersten Liga an der Tagesordnung seien, habe ihn schon gereizt, sagt der 22-Jährige und ergänzt, dass "ich mich beim SC Paderborn inzwischen sehr glücklich fühle". Das gelte auch für die Stadt. "Die ist nicht zu klein und nicht zu groß ist", ergänzt der Hobbygolfer, der mit seinem Teamkollegen Christian Strohdiek beim GC Paderborner Land gern mal ein paar Löcher schlägt. Eine Kader-Nominierung fürs Heimspiel am kommenden Samstag gegen den SV Werder Bremen II (14 Uhr, Benteler-Arena) würde diesen allgemeinen Wohlfühlfaktor sicherlich noch deutlich steigern. Die Chancen stehen eigentlich gar nicht so schlecht. Schließlich fällt mit Marc Vucinovic der zum Saisonstart stets gesetzte Rechtsverteidiger wegen seiner Knieverletzung weiterhin aus. In den letzten sieben Spielen rückte Lukas Boeder aus dem Abwehrzentrum auf die Außenposition. Dem Ex-Leverkusener, der dort bis dato "eine sehr ordentliche gute Leistung" abgeliefert habe, stellt Itter übrigens ein gutes Zeugnis aus: "Lukas hat sich dort als ursprüngliche Notlösung inzwischen richtig bewährt". Beim SCP hat Pascal Itter noch einen Vertrag bis zum Sommer 2018. Die weitere Zukunft steht noch in den Sternen. Im privaten Bereich wird der Inhaber des Fachabiturs für Sozialwesen dann neben dem Sport möglicherweise ein Fernstudium beginnen.

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