Bepflastert: Paderborns Robin Krauße (l.) im Zweikampf mit dem Würzburger Kai Wagner. Deutlich sichtbar beim Paderborner sind die Pflaster auf der rechten Gesichtshälfte. - © Imago
Bepflastert: Paderborns Robin Krauße (l.) im Zweikampf mit dem Würzburger Kai Wagner. Deutlich sichtbar beim Paderborner sind die Pflaster auf der rechten Gesichtshälfte. | © Imago

SC Paderborn SC Paderborn: "Schauspieler" Krauße steht ungewollt im Fokus

Mittelfeldspieler ist beim 3:2-Sieg in Würzburg das Opfer eines rüden Fouls. Von den Zuschauern wird mit gellenden Pfiffen bedacht

Hartmut Kleimann

Würzburg. Im Auftaktspiel der Drittliga-Saison hatte der SC Paderborn beim Halleschen FC schon mit 4:1 geführt, um dann am Ende ein 4:4-Unentschieden unterschreiben zu müssen. Einige wenige Minuten kehrten am Samstag beim Punktspiel der Ostwestfalen beim Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers die Gedanken an den Auftakt in Halle zurück. Denn der SC Paderborn führte gegen zehn Würzburger eigentlich recht souverän mit 2:0, verspielte diesen Vorsprung aber innerhalb von nur zwei Minuten, um dann im Handumdrehen das Tor zum 3:2-Auswärtssieg zu erzielen. Paderborns Cheftrainer Steffen Baumgart durfte also mit der Erkenntnis in Unterfranken abreisen, dass sich seine Mannschaft weiterentwickelt hat. Vor 5.107 Zuschauern war es ein verrücktes Spiel, allerdings auch mit einem bitteren Beigeschmack. Denn was sich vor allem ein Teil der Würzburger Zuschauer erlaubte, als Paderborns Robin Krauße niedergestreckt von einem rüden Foul des Ex-Bielefelders Dennis Mast verletzt am Boden liegend behandelt wurde, hatte mit Fairness nun aber überhaupt nichts zu tun. Offensiv zu leichtfertig Der Kickers-Akteur erhielt die Rote Karte (8.) und fortan war vor allem von Seiten der Gastgeber viel Gift im Spiel. Die Gäste aber reagierten besonnen, ließen sich nicht provozieren und antworteten auf ihre Art. Das Traumduo Dennis Srbeny und Sven Michel hebelte einmal mehr die gesamte Abwehr eines Gegners aus. Michel umkurvte auf dem Weg zu seinem fünften Saisontor auch Torhüter Wolfgang Hesl und schob selbstbewusst zur Führung ein (14.). Wenn man an diesem Tag dem SC Paderborn einen Vorwurf machen konnte, dann war es die fortan leichtfertige Umgangsweise mit guten Torchancen. Bei etwas mehr Konsequenz hätte es nämlich auch leicht eine 4:0-Führung zu Pause sein können. Baumgart: "Moral bewiesen" So aber musste der SCP-Anhang bis zur 65. Minute warten, ehe Dennis Srbeny per Elfmeter zum 2:0 einschoss. Zuvor hatte er sich gleich gegen vier Würzburger durchgesetzt, bis einer die Notbremse gezogen hatte. Entschieden war die Partie aber noch nicht, denn wie in Halle benötigten nun die Kickers gerade mal zwei Minuten, um durch Tore von Müller und Neumann (82./84.) den Gleichstand zu erzielen. Aber gleich eine Minute später erzielte der eingewechselte Marlon Ritter den Siegtreffer. "Ich freue mich, dass die Mannschaft nach dem 2:2-Ausgleich Moral beweisen hat", sagte Baumgart nach dem Schlusspfiff. Damit war die Freude über den sechsten Sieg in Folge und die erfolgreiche Verteidigung der Tabellenführung aber auch schon erschöpft, "denn ich habe heute auch wieder viele Sachen gesehen, die mir nicht gefallen haben", sagte er.

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