Trainiert Würzburg: Der frühere Paderborner Coach Stephan Schmidt. - © Getty
Trainiert Würzburg: Der frühere Paderborner Coach Stephan Schmidt. | © Getty

Paderborn SC Paderborn: Der Berliner Schmidt mag die fränkische Bodenständigkeit

Ex-Trainer des SCP hat mit Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers einen holprigen Start hingelegt. Im Heimspiel gegen den Tabellenführer aus Ostwestfalen aber wollen die Unterfranken den ersten Dreier vor eigenem Publikum einfahren

Hartmut Kleimann

Paderborn. Stephan Schmidt ist zurück auf der Fußballbühne. Der 41-jährige Fußball-Lehrer, der die bisher größten Erfolge seiner Karriere mit Jugendmannschaften feierte, hat im Sommer das Ruder beim Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers übernommen. Am Samstag trifft er mit seinem Team auf seinen früheren Arbeitgeber SC Paderborn (14 Uhr). Wobei man dem gebürtigen Berliner attestieren muss, dass er sich vor komplizierten Aufgaben nicht bange macht. Im Sommer 2012 trat er in die großen Fußstapfen, die sein Namensvetter Roger Schmidt mit einer tollen Saison hinterlassen hatte. Ähnlich verhält sich das in Würzburg, wo Bernd Hollerbach in den vergangenen Jahren trotz des sofortigen Abstiegs aus der 2. Liga eine schier unglaubliche Erfolgsgeschichte geschrieben hat. "In diese Fußstapfen muss ich erst noch hineinwachsen", sagt Schmidt zu seiner Rolle, bei der er aber die volle Unterstützung der Kickers-Verantwortlichen spüre. Gerade auch jetzt in einer nicht einfachen Anfangsphase mit einem völlig umgekrempelten Kader, der aus sechs Spielen gerade einmal fünf Punkte eingespielt hat. "Es braucht einfach Zeit, bis das neue Konzept greifen kann. Das wird hier schon realistisch eingeschätzt", sagt Schmidt, der aber auch kein Geheimnis daraus macht, "dass auch ich mit der Punkteausbeute nicht zufrieden bin, weil einfach mehr möglich war." Nun trifft er zum ersten Mal nach seinem Abgang aus Paderborn auf seinen Ex-Verein, über den er bestens informiert ist. Ein besonderes Spiel sei es für ihn aber nicht. "Ich hatte eine gute Zeit in Paderborn und freue mich natürlich darauf, das eine oder andere Gesicht wiederzusehen, aber Paderborn hat einen stark veränderten Kader und wenn ich an einen früheren Verein denke, dann in erster Linie an die Spieler", erklärt er seine Herangehensweise. Den Tabellenführer lobt er als ein Team mit einer guten Mischung und einer starken Offensive. "Alle Spieler arbeiten schon in der frühen Phase dieser Saison sehr viel füreinander." In Unterfranken hat sich der Berliner Schmidt derweil gut eingelebt. "Wir gelten ja als weltoffen und finden uns an vielen Orten sehr gut zurecht", sagt er über seine Landsleute. In Würzburg sei er toll aufgenommen worden und er mag das Bodenständige der Franken. "Man sagt, die brauchen ein wenig länger, bis sie einen ins Herz geschlossen haben", weiß Schmidt. Drei Punkte gegen seinen Ex-Klub wären bei diesem Prozess sicher hilfreich.

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