Die Uhr tickt: Paderborns Cheftrainer Steffen Baumgart steht vor einem nervenaufreibenden Samstag. - © Marc Köppelmann
Die Uhr tickt: Paderborns Cheftrainer Steffen Baumgart steht vor einem nervenaufreibenden Samstag. | © Marc Köppelmann

Paderborn Cheftrainer des SC Paderborn blendet die finanzielle Krise aus

Werner Schulte

Paderborn. Ein Samstag zwischen Hoffen und Bangen. Im Gastspiel beim VfL Osnabrück hat der SC Paderborn am 20. Mai die letzte Chance, den dritten Abstieg in Folge zu vermeiden (13.30 Uhr, Osnatel-Arena). Noch in der Saison 2015/16 im Oberhaus des deutschen Fußballs vertreten, droht dem Drittligisten der Absturz in die vierte Liga. Der SCP startet mit 43 Punkten auf Tabellenplatz 17 in diesen Showdown, Rot-Weiß Erfurt (44) und der SV Werder Bremen II (42) sind die Konkurrenten im Überlebenskampf. Paderborns Sport-Geschäftsführer Markus Krösche („Wir steigen nicht ab") hat schon seit seinem Amtsantritt vor etlichen Wochen keine einzige Frage von Medienvertretern zum möglichen Super-GAU beantwortet. Auch darüber hinaus ist die Stimmung im Lager des SC Paderborn in diesen Tagen durchweg optimistisch. Daran ändert auch die angespannte Finanzlage des Vereins nichts. Im Zuge des laufenden Lizenzierungsverfahrens muss das Präsidium um Wilfried Finke bis zum 2. Juni zwei Millionen Euro auftreiben, um den weiteren Spielbetrieb in der dritten Liga auch finanziell abzusichern. Ausgerechnet vor dem richtungsweisenden Duell in Osnabrück hatte Finke zum Wochenstart das drohende Aus des SC Paderborn nochmals in aller Deutlichkeit konkretisiert. Eine Begleiterscheinung, von der sich der Cheftrainer aber nicht wirklich beeinflusst fühlt. „Ich und die Spieler müssen den Fokus auf unsere Arbeit legen", sagt Steffen Baumgart, „für das Drumherum sind wir nicht zuständig, das müssen andere regeln". Er wisse jedenfalls, dass im Hintergrund „sehr kompromisslos" an den existenten Missständen gearbeitet werde. Im personellen Bereich gibt es jedenfalls einen Hoffnungsschimmer. Tim Sebastian, der sich im jüngsten Heimspiel gegen Preußen Münster einen Cut nebst Gehirnerschütterung zugezogen hatte, kehrte am gestrigen Mittwoch zur Mannschaft zurück und absolvierte ein paar Laufeinheiten, die laut Baumgart recht vielversprechend verlaufen sind. Dennoch sei ein Mitwirken des Kapitäns damit am Samstag noch nicht gewährleistet, so der SCP-Coach. Sollte der Abstieg am bevorstehenden letzten Spieltag tatsächlich besiegelt werden, dann steht Manager Krösche ab Montag vor einem Verhandlungs-Marathon. Stand gestern haben nur die beiden Eigengewächse Aykut Soyak und Ron Schallenberg einen auch für die Regionalliga gültigen Vertrag.

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