Dorthin geht's zum Klassenerhalt: Paderborns Coach Steffen Baumgart gibt die Richtung vor. Die Spieler müssen es auf dem Platz nur umsetzen. - © Marc Köppelmann
Dorthin geht's zum Klassenerhalt: Paderborns Coach Steffen Baumgart gibt die Richtung vor. Die Spieler müssen es auf dem Platz nur umsetzen. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Paderborns Trainer Baumgart sieht sich nicht als Harry Potter

Der neue Trainer geht mit der Leistung der Mannschaft beim knappen Pokalsieg gegen Sprockhövel hart ins Gericht und fordert im Heimspiel am Samstag um 14 Uhr in der Benteler-Arena (Liveticker auf nw.de) gegen die Sportfreunde Lotte mehr Präsenz

Hartmut Kleimann

Paderborn. Exakt ein Pflichtspiel hat der Emmerling-Nachfolger Steffen Baumgart jetzt den Fußball-Drittligisten SC Paderborn gecoacht und dabei mit einem Sieg im Westfalenpokalspiel gegen die TSG Sprockhövel den Einzug ins Finale geschafft. Dabei nimmt der Trainer ganz bewusst eine Rollenverteilung vor. Zum einen bekennt er sich von der ersten Sekunde an in Paderborn zu seinem Team, "denn von den Zeitpunkt an, an dem du da bist, sind das auch deine Jungs", stellt er klar. Und mit diesen seinen Jungs hat er dann schlussendlich den Finaleinzug geschafft. "Das ist das eine. Und das mit der Leistung, das war glaube ich jedem klar, dass hier kein Harry Potter sitzt", sieht er sich nicht als Wunder bringender Zauberer. Soll heißen: Er gibt die Richtung vor, alles andere auf dem Platz muss die Mannschaft richten. Dass das mit so einer Leistung wie am Dienstag nicht gelingen kann, hat er seinen Jungs dann auch mit aller Deutlichkeit gesagt. "Das kann nicht sein, dass jeder Spieler vier, fünf Fehler im Spiel macht", kritisiert er die Vorstellung im Pokal. Wenn es nicht gelinge, diese Fehler abzustellen und "wenn wir gegen Lotte nicht die notwendige Präsenz auf dem Platz haben, wird das ein böses Erwachen geben", mahnt er an. Veränderungen in der Startelf So wird er auch das Hinspiel mit der niederschmetternden 0:6-Schlappe als mahnendes Beispiel nehmen, wie es nicht laufen darf. "Das 0:6 hatte nicht nur vom Ergebnis her eine Deutlichkeit, sondern vom gesamten Spielverlauf", weiß auch Baumgart. Und der Gegner werde auch im Rückspiel "einen klaren Plan" haben. "Dafür werden wir die richtigen Antworten finden müssen", kündigt Baumgart schon einmal Veränderungen in der Startelf gegenüber dem Pokalspiel am Dienstag an. Nach dieser Partie samt Verlängerung müsse zunächst einmal wieder Frische ins Team zurück. Dann schaue er, wer in dem Zustand sei, "den ich erwarte". Als eine weitere mögliche Motivation kann am Rande das Nachholspiel zwischen dem SV Wehen-Wiesbaden und dem SV Werder Bremen II vom Mittwochabend dienen. Dort verabschiedete sich zwar Wiesbaden mit einem 2:0-Sieg aus dem Abstiegskampf, aber Bremen bleibt damit in Schlagweite. So lässt sich Baumgart sogar zu der Feststellung hinreißen, dass jetzt "zwei Siege zum Klassenerhalt reichen können, wenn Bremen kein Spiel mehr gewinnt." Dass so eine Rechnung aber nur selten aufgeht, weiß auch der Ex-Profi nur zu genau. "Wir müssen unsere Hausaufgaben machen", fügt er deshalb an. Am besten fange man damit am Samstag an. Genau in der genannten Reihenfolge: Der Trainer gibt die Richtung vor und die elf Paderborner Spieler setzen die als Team endlich mal um.

realisiert durch evolver group