Er kann es nicht fassen: Markus Piossek diskutiert mit Schiedsrichter Benjamin Bläser über die strittige Szene aus der 8. Minute. - © Marc Köppelmann
Er kann es nicht fassen: Markus Piossek diskutiert mit Schiedsrichter Benjamin Bläser über die strittige Szene aus der 8. Minute. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Elfmeterdiskussion reißt nicht ab

Nach zwei verschossenen Strafstößen gegen Bremen und Kiel erhitzt bei der 0:1-Heimniederlage gegen Rot-Weiß Erfurt ein nicht gegebener Foulelfmeter die Gemüter

Hartmut Kleimann

Paderborn. Beim Fußball-Drittligisten SC Paderborn setzt Präsident Wilfried Finke auch nach der vierten Niederlage in Folge auf den Zusammenhalt. Wenige Minuten nach dem erneut unglücklichen 0:1 (0:0) gegen den FC Rot-Weiß Erfurt eilte der Unternehmer in Richtung Spielerkabine, um seinen Akteuren für die kommenden Wochen Mut zuzusprechen. "Jetzt der Mannschaft und dem Trainerteam nach dieser Leistung einen Vorwurf zu machen, wäre doch völlig bescheuert", sagte er. Denn er habe zuvor eines der besten Spiele dieser Saison gesehen, in dem sich aber auch wieder sehr viel Pech gegen den SCP gerichtet habe. "Für mich war das ein klarer Elfmeter", meinte er die Szene in der 8. Spielminute, als Zlatko Dedic einen feinen Pass aus Markus Piossek gespielt hatte. Erfurts Keeper Philipp Klewin war aus seinem Kasten geeilt und es kam zum Kontakt. Der Pfiff von Schiedsrichter Benjamin Bläser aber blieb aus. "Er hat mich getroffen und der Schiedsrichter hat mir in der Pause auch gesagt, dass er durchaus hätte pfeifen können. Hat er aber nicht", sagte der Mittelfeldspieler später zu der viel diskutierten Szene. So musste auch der Präsident von seinem Platz aus verfolgen, wie der SCP die Gäste im ersten Abschnitt an die Wand spielte. "Da haben wir überhaupt keinen Zugriff bekommen", befand auch der frühere Arminen-Trainer und jetzige Erfurt-Coach Stefan Krämer. Irgendwie fehlte den Gastgebern aber immer eine Fußspitze oder das berühmte Quäntchen Glück, um vielleicht in Führung zu gehen, "denn dann gehen wir hier mit Sicherheit als klarer Sieger vom Platz", war Piossek überzeugt. Letztendlich reichte dann einer nach der Halbzeit besser organisierten Gäste-Elf ein Freistoß, um drei glückliche Punkte aus Paderborn zu entführen. "Eine in unserer Situation sehr unpassende Niederlage", fasste der Präsident zusammen. Nach einem Foul von Ben Zolinski zirkelte Theodor Bergmann das Runde unhaltbar für SCP-Schlussmann Kruse ins Paderborner Tor. Logisch, dass sich ohnehin schon etwas verunsicherte Paderborner davon erst ein paar Minuten erholen mussten, aber alle weiteren Bemühungen auf den Ausgleich wurden wie schon eine Woche zuvor in Kiel nicht belohnt. Wie der Präsident, setzte auch Piossek nach der erneuten Enttäuschung auf Gemeinsamkeit. "Wir schaffen das nur als Team und müssen allesamt daran glauben. Es ist alles eng beisammen und es sind noch genug Spiele, um es aus eigener Kraft zu schaffen", beschwor er schon mal den Teamspirit für das kommende Auswärtsspiel am Mittwoch im Chemnitz (19 Uhr). Was in der aktuellen Situation fehle, sei einfach mal ein dreckiger Sieg. "So wie Erfurt heute bei uns", meinte Piossek, der aber der Tatsache, dass bereits am Mittwoch die nächste Partie ansteht, etwas Positives abgewinnen konnte: "So gibt es nicht so viel Zeit zum Nachdenken." So sah es auch Trainer Emmerling: Seine Elf werde auch die neue Situation annehmen, "denn wer jetzt nicht an den Klassenerhalt glaubt, der wird absteigen", sagte er auch mit dem Blick auf die Konkurrenz.

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