Durchpusten: SCP-Stürmer Zlatko Dedic (links) hat den Ball im Blick. - © Marc Köppelmann
Durchpusten: SCP-Stürmer Zlatko Dedic (links) hat den Ball im Blick. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn SC Paderborn kommt torlos zu einem Punkt

Bei der 0:0-Partie gegen den VfR Aalen blieb der große Befreiungsschlag wieder mal aus

Frank Beineke

Paderborn. Der große Befreiungsschlag blieb aus. Fußball-Drittligist SC Paderborn musste sich gestern im Heimspiel gegen den VfR Aalen mit einem 0:0 begnügen. Spielerisch ließen die Hausherren dabei fast alle Wünsche offen. Aber immerhin stimmte der Einsatzwillen. Dennoch: Auch in der Länderspielpause wartet nun jede Menge Arbeit auf das Team um Trainer René Müller, dessen Job nach diesem Remis nicht zur Debatte stehen dürfte. „Die Mannschaft ist gewillt. Das hat jeder hier im Stadion gesehen", konstatierte Müller nach kampfbetonten 90 Minuten, in denen Freunde des gepflegten Kurzpassspiels wahrlich nicht auf ihre Kosten kamen. Vielmehr wurde Fußball gearbeitet. Und das niedrige Niveau der Partie passte zur mickrigen Zuschauerzahl in der Benteler-Arena: Ganze 3.526 wollten den Kick gegen Aalen sehen. Der bisherige Minusrekord für Pflichtspiele in der Arena (4.203) wurde somit nochmals unterboten. Als Schiedsrichter Marcel Schütz die Partie anpfiff, tummelten sich sogar nur geschätzte 1.500 Fans auf den Tribünen. Der Rest schloss sich der Protestaktion „Kurz vor 12" an. Erst in der 12. Spielminute strömte der Großteil der SCP-Anhänger in die Blöcke der Südtribüne, um das Paderborner Team fortan lautstark zu unterstützen. Somit verpassten sie eine strittige Szene, denn SCP-Akteur Sven Michel war in der fünften Minute im Strafraum bei einem Zweikampf gegen VfR-Kapitän Markus Schwabl zu Fall gekommen. „Ein klarer Elfmeter", urteilten nach der Partie sowohl SCP-Coach Müller als auch Linksverteidiger Thomas Bertels, der am Tag seines 30. Geburtstages erstmals das Kapitänsamt innehatte. Denn der etatmäßige Spielführer Tim Sebastian musste verletzungsbedingt passen. Der Abwehrchef hatte sich im Training am Donnerstag am rechten Knie verletzt. Die Diagnose folgte am Freitagabend: Außenbandanriss. Und so feierte Florian Ruck sein Startelf-Debüt, bei dem er eine tadellose Vorstellung bot. Ohnehin gab es am Defensivverhalten des gesamten SCP-Teams nichts zu mäkeln. Offensiv aber ging über weite Strecken herzlich wenig. Das schwache Sturmduo Dedic/van der Biezen blieb wirkungslos. Auch über die Außenbahnen passierte nicht viel. So konnte Paderborn lange Zeit nur eine Großchance durch Schonlau (39.) vorweisen, während die ebenfalls harmlosen Aalener durch Wegkamp (35./43./67.) zu ihren besten Möglichkeiten kamen. Erst nach der Gelb-Roten Karte für VfR-Akteur Kartalis (74.) folgte doch noch der erhoffte Sturmlauf der Hausherren. Und ausgerechnet der so oft verschmähte Dino Medjedovic brachte nach seiner Einwechslung frischen Wind ins laue Offensivspiel. Bei einer Doppelchance in Minute 87 hätte der ehemalige Regionalliga-Torjäger das erlösende 1:0 erzielen können. Eine Minute später legte Medjedovic auf van der Biezen ab, doch dessen abgefälschter Schuss strich über die Torlatte. Und so blieb es beim 0:0. „Momentan flutscht bei uns der Ball nicht rein", ärgerte sich René Müller. SC Paderborn - VfR Aalen Paderborn: Kruse - Vucinovic, Strohdiek, Ruck, Bertels - Schonlau, Kruska (89. Mannek) - Bickel, Michel (71. Piossek) - van der Biezen, Dedic (74. Medjedovic). Aalen: Bernhardt - Schwabl, Robert Müller, Geyer, Menig - Preißinger (49. Vasiliadis), Welzmüller - Ojala, Kartalis, Morys - Wegkamp. Schiedsrichter: Marcel Schütz (Worms) Tore: Fehlanzeige Zuschauer: 3.526 Gelb-Rote Karte: Kartalis wegen wiederholten Foulspiels (73.) Gelbe Karten: Strohdiek, Kruska - Menig Alles zum Spiel können Sie hier in unserem Liveticker nachlesen.

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