Der Matchwinner: Paderborns Doppeltorschütze Zlatko Dedic (l.) holt sich die verdienten Streicheleinheiten von Cheftrainer René Müller ab. - © Herbert Rudel
Der Matchwinner: Paderborns Doppeltorschütze Zlatko Dedic (l.) holt sich die verdienten Streicheleinheiten von Cheftrainer René Müller ab. | © Herbert Rudel

Paderborn Euphorie ist beim SC Paderborn noch nicht in Sicht

Nach dem 3:2-Sieg in Großaspach herrscht große Erleichterung

Werner Schulte

Paderborn. Die Protagonisten waren sichtlich um Bodenhaftung bemüht. Nach dem 3:2-Auswärtserfolg bei der SG Sonnenhof-Großaspach herrschte im Lager des SC Paderborn zwar eine riesige Erleichterung, dennoch war bei keinem der Beteiligten auch nur ein Quäntchen Euphorie auszumachen. Auch nicht beim Blick aufs Drittliga-Tableau, das den SCP am Freitag vorübergehend nur zwei Punkte von der Aufstiegszone entfernt übernachten ließ. Schließlich leistete bei diesem fünften Saisonsieg neben der eigenen Moral und dem damit verbundenen Durchhaltevermögen auch die Glücksgöttin entscheidende Unterstützung und bügelte so machen Abwehrwackler aus. "Du brauchst dieses Matchglück", das sei ein kleiner und wichtiger Mosaikstein, blieb auch der Cheftrainer nach dem Schlusspfiff im Zuge seines Statements auf dem Teppich. Wunschlos glücklich war René Müller ("Wir mussten auch ein paar brenzliche Situationen überstehen"), der zuvor ein SCP-Team mit "sehr viel Leidenschaft und Vertrauen in die eigenen Stärken" gesehen hatte, nach dem Schlusspfiff noch lange nicht. Nach den Vorkommnissen der Vergangenheit, als die erhoffte Konstanz nach einigen Lichtblicken umgehend wieder auf der Strecke geblieben war, herrscht beim gebrannten Coach - wieder mal - die inständige Hoffnung, dass seine Mannschaft die Präsentation der guten Tugenden jetzt endlich "konservieren kann". Auch Christian Strohdiek hielt sich nach Spielende in Großaspach grundsätzlich bedeckt. Der Knoten sei nicht unbedingt geplatzt, "wir haben ihn aber gelockert", stellte der Innenverteidiger nüchtern fest. Doppeltorschütze Zlatko Dedic, der als SCP-Mann des Abends sicherlich allen Grund gehabt hätte, emotional mal ordentlich auszurasten, war ebenfalls um Sachlichkeit bemüht. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, das geht aber noch besser", gab der 32-jährige Slowene nach diesem "sehr wichtigen Sieg" zu Protokoll. Darüber hinaus sprach er von einer "konzentrierten Leistung", mit der es dem Team gelungen sei, "unseren Plan trotz des 0:1-Rückstands konsequent durchzuziehen". Seine beiden beigesteuerten Tore wollte Dedic, der zuletzt auf der ungewohnten linken Außenbahn zum Zuge kam, nicht unbedingt in den Vordergrund gestellt wissen. "Doppelt glücklich" fühlte er sich aber doch, weil er der Mannschaft habe helfen können.

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