Rückstand: Nach der Halbzeit steht es 0:1 für den SC Paderborn. - © Marc Köppelmann
Rückstand: Nach der Halbzeit steht es 0:1 für den SC Paderborn. | © Marc Köppelmann

3. Liga Rostock schießt die Müller-Elf nah an den Abgrund

Das 0:3 gegen den 
FC Hansa Rostock ist bereits die sechste Saisonniederlage im zehnten Spiel

Hartmut Kleimann
Werner Schulte

Paderborn. Der SC Paderborn steckt wieder mitten drin im Überlebenskampf der 3. Fußball Liga. Eine Woche nach dem katastrophalen Auftritt in Regensburg unterlag die Elf von Trainer René Müller vor 6.229 Zuschauern gegen den FC Hansa Rostock mit 0:3 (0:0) Toren. Für die Norddeutschen war es der dritte Sieg in Folge, für die Paderborner die sechste Niederlage im zehnten Saisonspiel. Trainer René Müller vertraute im Heimspiel gegen die Hansa-Kogge fast genau der Elf, die beim jüngsten 0:3 so bitter enttäuscht hatte. Bis auf eine Änderung: Angreifer Koen van der Biezen hatte sich im Abschlusstraining einen schmerzhaften Bluterguss im Oberschenkel zugezogen und stand erst gar nicht im Kader. Dafür rückte Marcus Piossek in die Startelf und Zlatko Dedic versuchte sich als Spitze. Die Gäste aus dem Norden kamen gut ins Spiel, aber nach gut fünf Minuten nahm der SCP das Heft in die Hand. Leider entwickelte sich nur das ungeliebte Ballbesitzspiel ohne einen richtigen Zug zum Tor. Viel fand im ersten Abschnitt in der Hansa-Hälfte statt, nur keiner fand die Lücke. Es fehlte aber auch der Mut, einfach mal in Strafraumnähe abzuziehen. Einzig in der 11. Minute ging es schnell und direkt. Da legte Dedic auf Kruska zurück, der aber scheiterte am gut reagierenden Rostocker Schlussmann Schuhen. Auch in der 17. Minute zeigten die Paderborner eine mögliche Lösung, aber da scheiterte Christian Bickel nach schöner Vorarbeit von Kruska und Piossek mit einem Distanzschuss. Und auch in der 27. Minute wurde es noch einmal vor dem Rostocker Tor gefährlich, als Bickel mit einem gefühlvollen Freistoß Strohdiek fand, der aber mit seinem Kopfball wieder an Schuhen scheiterte. Die zweite Halbzeit begann mit einem Wechsel. Youngster Jonas Brammen kam für Stammtorhüter Lukas Kruse in die Partie. Der Routinier hatte einen Schlag auf die Brust bekommen und klagte über Schwindelgefühle. Gut eine Viertelstunde war der Debütant gänzlich arbeitslos, dann aber stand er absolut im Mittelpunkt. Denn in der 62. Minute lenkte er eine Linksflanke genau vor die Füße von Wannenwetsch, der in klassischer Abstaubermanier die Ostseekicker in Führung schoss. Dieser Treffer zeigte Wirkung. Vom SCP kam jetzt kaum noch etwas und Brammen musste in der Folge zwei Mal klasse reagieren, damit die Partie nicht schon frühzeitig für die Gäste entschieden war. Zuerst klärte er vor Wannenwetsch (76.), dann lenkte er einen Kopfball mit einer tollen Reaktion über die Querlatte (79.). Der Eckball aber brachte weiteres Ungemach für die Ostwestfalen, denn Dennis Erdmann stand plötzlich am langen Pfosten frei und schon hieß es 0:2 (80.). Damit aber gab sich Rostock gegen immer schwächer werdende Paderborner noch nicht zufrieden. Und kurz vor dem Ende langten die Gäste noch einmal hin. Der eingewechselte Marcel Ziemer schoss den SCP mit dem 0:3 nahe an den Abgrund. Es kam aber noch dicker, denn kurz vor dem Ende sah Sven Michel die Gelb-Rote Karte und wird im nächsten Spiel ebenso fehlen, wie Thomas Bertels (5. Gelbe). Nun folgt eine ziemlich bittere Länderspielpause. SC Paderborn - Hansa Rostock Paderborn: Kruse (46. Brammen) - Zolinski (85. Vucinovic), Strohdiek, Tim Sebastian, Bertels - Kruska (77. Mannek) - Michel, Schonlau, Piossek, Bickel - Dedic. Rostock: Schuhen - Ahlschwede, Henn, Marcus Hoffmann, Gardawski - Grupe (74. Kofler), Erdmann - Andrist, Wannenwetsch, Jänicke (83. Bülbül) - Platje (55. Ziemer). Schiedsrichter: Nicolas Winter (Scheibenhardt) Tore: 0:1 Wannenwetsch (63.), 0:2 Erdmann (80.), 0:3 Ziemer (90.+1) Zuschauer: 6.229 Gelb-Rote Karte: Michel wegen unsportlichen Verhaltens (90.+3) Gelbe Karten: Bertels, Bickel, Piossek - Erdmann, Grupe Wer das Spiel in der Benteler-Arena verpasst hat, kann alles hier im Live-Ticker nachlesen:

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