Grischa Prömel (19, KSC) im Zweikampf gegen Thomas Bertels (14, Paderborn). - © dpa
Grischa Prömel (19, KSC) im Zweikampf gegen Thomas Bertels (14, Paderborn). | © dpa

SC Paderborn Offensive der Effenberg-Elf findet gegen den Karlsruher SC nicht statt

0:0-Ergebnis im Wildpark

Hartmut Kleimann

Karlsruhe. Wie erfolgreicher Abstiegskampf aussehen kann, macht dem SC Paderborn aktuell der TSV 1860 München vor. Der gewann nicht nur sein jüngstes Heimspiel gegen Düsseldorf und verdrängte den SCP auf einen Abstiegsplatz, sondern punktete am Dienstagabend auch dreifach durch einen 1:0-Sieg in Kaiserslautern. Da konnten die Paderborner noch froh sein, dass beim Gastspiel in Karlsruhe mit einem 0:0 wenigstens noch ein Zähler heraussprang. Und weil Fortuna Düsseldorf mit 1:3 gegen den VfL Bochum unterlag, machte der SCP auf die Rheinländer sogar ein Pünktchen gut. Dennoch spiegelten sich in den Gesichtern der SCP-Spieler Enttäuschung und auch ein wenig Ratlosigkeit wider, denn bei einfallslosen KSC-Akteuren war definitiv mehr drin. Einziger Haken: Dem SCP fiel auch nichts ein. Nicht ein Paderborner Offensivspieler kam in den 90 Minuten zu einem echten Abschluss. Dabei wirkte das müde Spiel des KSC fast wie eine Einladung auf dem Präsentierteller, doch bitteschön drei Punkte aus dem Wildpark zu entführen. Aber daraus wurde nichts, weil der SCP zwar gut verteidigte, aber nach vorne eben nichts zustande brachte. Und es fehlte nicht viel und der KSC hätte sich vor den 11.831 Zuschauern seinerseits über Gastgeschenke freuen dürfen, denn die SCP-Verteidiger Heinloth (12.) und Sebastian (72.) stellten mit Kopfbällen in die falsche Richtung ihren Torwart Heuer-Fernandez vor wirklich schwere Aufgaben. Die meisterte er klasse. „Da hat er uns gerettet", befand auch SCP-Trainer Stefan Effenberg, der sonst mit der Defensivleistung ganz zufrieden war. „Wir haben das eigene Tor gut verteidigt, aber mit dem Spiel nach vorne bin ich nicht einverstanden. Da muss mehr kommen", übte der Chefcoach berechtigte Kritik. Glück hatten die Gäste auch in der 81. Minute, als sich KSC-Kicker Diamantakos gegen Sebastian durchsetzte und auf Barry passte, der aber nur den Pfosten traf. So endete ein schlechtes Zweitligaspiel genau so, wie es enden musste. Ohne Tore, dafür aber mit enttäuschten Spielern und noch mehr enttäuschten Fans, die nach dem Schlusspfiff hörbar kund taten, was sie von den 90 Minuten hielten. „Ein schönes Fußballspiel sieht sicher anders aus, aber wir sollten nicht vergessen, in welcher Situation wir stecken", bat Effenberg dann fast sogar um ein bisschen Verständnis. Unterm Strich stehe zudem der Punktgewinn, „mit dem ich so ganz zufrieden bin", ergänzte der Tiger. Denn schon vor der Begegnung hatte der Paderborner Trainer als Minimalziel für „ein gutes Ergebnis gegen heimstarke Karlsruher" ein Unentschieden ausgegeben. Nur: Der KSC war diesmal alles andere als heimstark. Nun aber komme wieder ein Heimspiel. „Und da zeigen wir immer den besseren Fußball", betonte der Trainer mit Blick auf die am Samstag anstehende Partie gegen Fürth. „Die Messe ist noch nicht gelesen ist. Abgerechnet wird zum Schluss", so Effenberg.

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