Der Spielverderber: Leipzigs Compper (l.), hier im Duell gegen SCP-Akteur Krauße, köpfte für die Gäste das Tor des Tages. - © Marc Köppelmann
Der Spielverderber: Leipzigs Compper (l.), hier im Duell gegen SCP-Akteur Krauße, köpfte für die Gäste das Tor des Tages. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Der verdiente Lohn bleibt aus für den SC Paderborn

Aufopferungsvoll kämpfende Effenberg-Schützlinge kassieren eine bittere 0:1-Heimniederlage gegen Spitzenreiter Leipzig. Hausherren pennen bei einer Ecke und haben Pech bei einem Abseitstor

Hartmut Kleimann
Frank Beineke

Paderborn. Das Warten auf die Erlösung geht weiter. Auch in der elften Zweitligapartie in Folge blieb der SC Paderborn ohne Sieg. Im Heimspiel gegen RB Leipzig setzte es am Freitagabend eine 0:1 (0:0)-Heimniederlage. 8.838 Zuschauer in der Benteler-Arena sahen hierbei allerdings ein Paderborner Team, das keineswegs wie ein Absteiger auftrat. Im Gegenteil, der SCP bot dem Spitzenreiter aus Sachsen prima Paroli. Doch ein Kopfballtor (63.) von RB-Verteidiger Compper und eine Fehlentscheidung des Schiedsrichter-Gespanns brachten die wackeren Gastgeber um den verdienten Lohn. „Die Mannschaft hat aufopferungsvoll gekämpft, ist bis ans Limit gegangen und hat fast nichts zugelassen. Wir haben nur bei einer Standardsituation einmal nicht aufgepasst", resümierte Sport-Geschäftsführer Michael Born. „Da war mehr drin", ergänzte Stefan Effenberg. Der SCP-Trainer hatte im Vergleich zum Bielefeld-Spiel weder seine Startelf noch den 18er-Kader geändert. Und die Hausherren sollten ihre Sache gut machen. Der SCP stand tief, ließ Leipzig kommen und lauerte auf Konter. In der Anfangsphase waren die Effenberg-Schützlinge hierbei allerdings zu passiv. Nur dank jeder Menge Glück geriet Paderborn nach sechs Minuten nicht in Rückstand. SCP-Akteur Bertels war an der Strafraumgrenze ausgerutscht, RB-Kapitän Kaiser stand plötzlich völlig blank, traf aber nur den rechten Innenpfosten. Das war es aber auch schon, was Leipziger Großchancen betraf. Denn in der Folge mussten die Paderborner zwar zahlreiche Standardsituationen überstehen. Doch aus der spielerischen Überlegenheit und ihren klaren Vorteilen in Sachen Ballbesitz machte Leipzig viel zu wenig. Im Gegenteil, der SCP war bei seinen wenigen Vorstößen sogar gefährlicher. Vor allem der agile Koc setzte Akzente. So hatte der Flügelflitzer in der 17. Minute das 1:0 auf dem Fuß. Nach einem Schnitzer von RB-Verteidiger Klostermann kam Koc frei zum Schuss, doch Leipzigs Torwart Gulacsi parierte. Es folgten eine spektakuläre Direktabnahme von Bakalorz (29.) sowie ein Kopfball von Stürmer Helenius (35.), der eine Koc-Flanke nur knapp neben das Tor setzte. Nach Wiederbeginn zappelte das Leder dann im Kasten der Gäste. Bakalorz tankte sich in der Mitte durch und bugsierte den Ball im Fallen zu Bertels, der einnetzte (50.). Doch Schiedsrichter Florian Meyer entschied auf Abseits. Eine Fehlentscheidung. „Das ist natürlich nur bitter", urteilte SCP-Neuzugang Krauße. Und es kam für sein Team noch schlimmer. Abwehr-Ass Compper köpfte die siebte Leipziger Ecke wuchtig in die Maschen (63.). Es sollte der einzige Treffer bleiben, denn sein Teamkollege Forsberg scheiterte zunächst am glänzend reagierenden SCP-Keeper Heuer-Fernandes (71.). Auf der Gegenseite zwang dann Helenius den Leipziger Schlussmann Gulacsi zu einer Weltklasse-Parade (73.). „Wir brauchten heute auch Glück und einen fantastisch reagierenden Torwart", bilanzierte RB-Coach Ralf Rangnick, der in den Schlussminuten weiter um den achten Auswärtssieg bangen musste. Denn Paderborn drängte auf den Ausgleich, den dann fast SCP-Joker Sylvestr wenige Sekunden nach seiner Einwechslung (85.) erzielt hätte. Doch auch sein Drehschuss verfehlte das Ziel. „Jammerschade, dass wir uns momentan einfach nicht belohnen", bedauerte Teamkollege Krauße. Es blieben nur der herzliche Applaus der SCP-Fans und die Erkenntnis, dass Paderborn in dieser Verfassung noch lange nicht abgestiegen ist. „Die Reaktion des Publikums sagt alles. Das sind positive Zeichen – und die nehmen wir mit", erklärte Chefcoach Effenberg.

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