Paderborns Michael Heinloth (l) und Leipzigs Emil Forsberg kämpfen um den Ball. - © picture alliance / dpa
Paderborns Michael Heinloth (l) und Leipzigs Emil Forsberg kämpfen um den Ball. | © picture alliance / dpa

SC Paderborn SC Paderborn unterliegt RB Leipzig trotz eines guten Spiels

Paderborn. Obwohl der SC Paderborn couragiert verteidigte und sich mit hohem läuferischem Aufwand immer wieder vor das gegnerische Tor kämpfte, unterlag die Effenberg-Elf dem Tabellenführer RB Leipzig nach einem Tor von Marvin Compper (63.) mit 0:1 (0:0). Dabei hatte vor allem der sehr aktive Süleyman Koc einige Chancen für den SCP auf dem Fuß, vergab jedoch auch die beste Chance (17.) in der ersten Halbzeit. In der zweiten Halbzeit trifft Koc das Tor (51.), soll jedoch im Abseits gestanden haben - eine Millimeterentscheidung. Auch in der zweiten Halbzeit hat der SCP einige gute Chancen, doch nur RB Leipzig netzt den Ball im gegnerischen Tor ein und jubelt am Ende über einen mageren 1:0-Sieg.

In den ersten Minuten wird das taktische Konzept der Paderborner deutlich: Dicht gestaffelt stehen, die Räume eng machen und im entscheidenden Moment einen Konter starten. Die Gäste aus Sachsen gehen nicht das erwartet hohe Tempo. Sie versuchen die Paderborner etwas zu locken und sich somit die benötigten Räume zu schaffen. In der 6. Minute schließlich die erste Chance für Leipzig: Thomas Bertels vertendelt den Ball im eigenen Strafraum und rutscht aus. Dominik Kaiser schaltet am schnellsten und schiebt den Ball aus elf Metern zentraler Position an Keeper Daniel Heuer Fernandes vorbei, trifft aber nur den rechten Pfosten und der Torwart hat den Abpraller - Glück für den SC Paderborn.

Information
Der Live-Ticker zum Nachlesen

Die Tabelle

In der 12. Minute dann die erste zarte Torchance auf der Seite der Gastgeber: Süleyman Koc durchbricht die Leipziger Reihen und kommt mit viel Tempo über die rechte Seite. Er wird am Gästestrafraum gestellt, hat keine Anspielstation und schießt einfach aus 16 Metern rechter Position. Der Ball kullert zu Torwart Peter Gulacsi und der hebt das Leder locker auf.

In der 17. Minute dann aber die Riesenchance für den SCP: nach einem schnell ausgeführten Freistoß aus dem Halbfeld läuft Koc frei auf Keeper Gulasci zu. Er schließt jedoch zu überhastet aus 14 Metern zentraler Position ab und der Torwart der Leipziger ist mit einem schnellen Reflex unten und pariert souverän.

Paderborn investiert jetzt mehr. Die Elf von SCP-Coach Effenberg präsentiert sich selbstbewusster und agiert frech nach vorne. RB dagegen wirkt ideenlos. Nach hinten lassen die Leipziger wenig zu, nach vorne fällt ihnen nicht viel ein bisher in Durchgang eins.

Zur nächsten Chance für die Paderborner kommt es in der 35. Minute, als Koc eine Flanke aus dem rechten Halbfeld in den Sechzehner der Gäste bringt. Nicklas Helenius setzt sich im Zweikampf gegen Willi Orban durch, köpft den Ball jedoch deutlich aus zehn Metern rechts am Tor vorbei. Leipzig fehlt einfach der letzte Pass. Die Gäste arbeiten gut gegen den Ball, verlieren sich jedoch 30 Meter vor dem Paderborner Tor in den gut organisierten Abwehrreihen der Ostwestfalen. Es geht torlos in die Pause.

Die zweite Halbzeit beginnt und ist in der 49. Minute kurz unterbrochen. Thomas Bertels bekommt einen Ellbogenschlag von Diego Demme ab und geht zu Boden. Der Linksverteidiger muss behandelt werden. Zwei Minuten kommt es zur kniffligsten Entscheidung des ganzen Spiels: Koc trifft aus 16 Metern ins Tor der Leipziger, soll aber zuvor im Abseits gestanden haben. Das ist eine Millimeterentscheidung.

Mehr und mehr entwickelt sich nun ein Geduldsspiel, in dem es darum geht wer den ersten Fehler macht. Das Geschehen findet nun hauptsächlich am und um den Mittelkreis statt. In der 59. Minute erst eine Chance für Paderborn: Helenius erläuft sich im Leipziger Strafraum eine Flanke von der linken Seite und legt mit dem Kopf ab auf Koc. Der Offensivspieler schießt aus acht Metern zentraler Position, trifft den Ball jedoch nicht richtig und Gulacsi hat das Leder.

Dafür zeigen die Leipziger dann, wie man den Ball einnetzt. In der 63. Minute bringt Kaiser einen Eckball von der rechten Seite. Am Elfmeterpunkt setzt sich Compper gegen Hauke Wahl entscheidend durch und köpft das Leder aus zehn Metern ins untere rechte Eck. Forsberg setzt in der 71. Minute nach, ist aber nicht cool genug. Der schwedische Nationalspieler läuft alleine auf Torwart Heuer Fernades zu. Der Paderborner Schlussmann behält die Nerven, bleibt lange stehen und klärt Forsbergs überhasteten Schuss aus 16 Metern zu Gunsten einer Ecke.

Jetzt wird es wieder spannend, denn die Paderborner drängen zum Ausgleich. Helenius hat in der 73. Minute eine gute Möglichkeit: Der Däne kommt frei zum Kopfball aus sieben Metern und Peter Gulacsi muss all sein Können aufbringen um den Ball noch über das Tor zu parieren. Doch danach fällt den Paderborner nichts mehr ein. Die Ostwestfalen rennen in der heimischen Benteler-Arena gegen die drohende Niederlage an, tun dies jedoch völlig ideenlos, und fast alle Angriffsbemühungen enden inzwischen in einem Fehlpass.

Der eingewechselte Sylvestr versucht es in der 86. Minute, die Paderborner zum Ausgleich zu bringen. Leipzig bekommt den Ball nach einer Ecke nicht aus dem eigenen Sechzehner. Der Slowake kommt aus der Drehung zum Schuss aus zehn Metern, doch das Leder geht knapp am rechten Pfosten vorbei. Es bleibt beim 0:1.

Durch die Niederlage belegt der SC Paderborn mit 18 Zählern weiterhin den 16. Platz. Die Ostwestfalen gastieren im Rahmen der Englischen Woche bereits am kommenden Dienstag beim Karlsruher SC. RB Leipzig grüßt nach dem Sieg unangefochten mit 50 Punkten von der Tabellenspitze. Am 24. Spieltag empfängt die Elf von Trainer Ralf Rangnick am Mittwoch den 1. FC Heidenheim in der heimischen RedBull Arena.

SC Paderborn - RB Leipzig 0:1 (0:0)

Paderborn: Heuer Fernandes - Heinloth, Sebastian, Wahl, Hartherz - Bakalorz, Krauße (85. Sylvestr) - Pepic, Bertels (75. Stoppelkamp) - Helenius, Koc (67. Brasnic). - Trainer: Effenberg

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg - Demme, Khedira - Kaiser (87. Nukan), Sabitzer, Forsberg (75. Jung) - Poulsen (83. Quaschner). - Trainer: Rangnick

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)

Tor: 0:1 Compper (63.)

Zuschauer: 8.838

Gelbe Karten: Stoppelkamp (3) - Sabitzer (4)

Copyright © Neue Westfälische 2016
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group