Paderborns Trainer Stefan Effenberg. - © picture alliance / dpa
Paderborns Trainer Stefan Effenberg. | © picture alliance / dpa

SC Paderborn SCP-Vereinspräsident Finke gibt Effenberg Gnadenfrist

Morgendliches Telefongespräch zwischen Trainer und Präsidenten

Christian Lund

Paderborn. Stefan Effenberg hat trotz der Krise beim SC Paderborn Rückendeckung vom Clubboss erhalten und kann bei seiner ersten Anstellung als Trainer im Profifußball wohl weiter um seinen Arbeitsplatz kämpfen. „Er ist sich im Klaren darüber, dass er bisher im Februar noch nicht geliefert hat. Aber er hat mich damit überzeugt, wie er am kommenden Wochenende in Bielefeld spielen lassen will", sagte Vereinspräsident Wilfried Finke am Samstag dem Online-Portal sport1.de. Finke habe im Anschluss an die 0:4-Niederlage am Freitag gegen den 1. FC Kaiserslautern mit Effenberg und „wichtigen Spielern" gesprochen. „Durch diese Gespräche habe ich das Gefühl bekommen, dass Effenberg Trainer bleiben sollte. Ich gehe davon aus, dass er in Bielefeld auf der Bank sitzen wird", wird Finke zitiert. In der Situation um den angezählten Trainer ist Finke offenbar hin- und hergerissen. „In der Konstellation wird es schwierig, weiter zusammenzuarbeiten, um die Klasse zu halten", hatte Finke zuvor der „Bild"-Zeitung gesagt. Es ist davon auszugehen, dass er von seinem Urlaubs-Domizil Mallorca die Geschehnisse koordiniert. Für Sonntag sei eine weitere Telefonkonferenz mit den Verantwortlichen des Vereins geplant. Wann Finke nach Deutschland zurückkehrt, blieb vorerst unklar. "Ich bin zutiefst besorgt" Am Samstagmorgen zitierte die „Sport Bild" den Clubboss mit den Worten: „Jeder Trainer weiß, dass nach neun sieglosen Spielen auch die Trainer-Diskussion nicht ausbleibt."Der Bundesliga-Absteiger laufe Gefahr, direkt in die dritte Liga „durchgereicht zu werden". Er sehe es „nicht so, dass wir es zu 100 Prozent schaffen", sagte Finke und ergänzte: „Seit dem Spiel gegen Kaiserslautern bin ich zutiefst besorgt." Zuvor hatte Effenberg bereits am Samstagvormittag in einem Fernsehinterview erklärt, Präsident Wilfried Finke stünde weiterhin hinter ihm. Der SCP hatte am Freitagabend den 1. FC Kaiserslautern zu Gast und musste nach 90 Minuten eine 0:4-Klatsche hinnehmen. "Spiel von enormer Bedeutung" "Wir hatten ein längeres Gespräch, ein gutes Gespräch", sagte Effenberg am Samstagvormittag im TV-Sender Sky über seine Unterredung mit Finke. Auf die Frage, ob Finke sich weiterhin komplett hinter ihn stelle, sagte er nach einem kurzen Zögern: "Ja, so kann man das sagen." Er selbst sei sich der Situation bewusst, er kenne auch die Mechanismen im Fußball, aber er gehe so vorbereitet in die Trainingswoche, dass er am nächsten Sonntag gegen Arminia Bielefeld auf der Bank sitze. "So war das Gespräch", sagte er bezogen auf sein Telefonat mit Finke. Das Spiel gegen Arminia sei "ein Spiel von enormer Bedeutung" für den SC Paderborn. Er wolle in der Trainingswoche mit der Mannschaft gezielt arbeiten, damit man das Spiel gegen Arminia dann gewinne. "Und darum geht es." Auch in den nächsten Tagen würde er mit Finke noch häufiger sprechen, "so wie der Austausch sein sollte, wenn die sportliche Situation angespannt ist". Die Paderborner sind seit neun Spielen ohne Sieg. Mit Material von der dpa

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