Endstation Torwart: Auch der harmlose SCP-Stürmer Jakub Sylvestr hatte gegen Kaiserslauterns fehlerfreien Keeper Marius Müller nicht den Hauch einer Chance. - © Marc Köppelmann
Endstation Torwart: Auch der harmlose SCP-Stürmer Jakub Sylvestr hatte gegen Kaiserslauterns fehlerfreien Keeper Marius Müller nicht den Hauch einer Chance. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn SCP-Trainer Effenberg vermisst die nötigen Tugenden

Statt der erhofften Wende gibt es eine 0:4-Pleite gegen Lautern

Hartmut Kleimann
Werner Schulte

Paderborn. Die Luft für den SC Paderborn wird im Tabellenkeller der 2. Liga immer dünner. Im ersten Heimspiel des neuen Jahres setzte es vor 9.653 Zuschauern eine 0:4-Heimpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern. Trainer Stefan Effenberg wollte seiner Elf den Willen nicht absprechen, hatte aber auch Spieler erkannt, „die mit der Situation nicht umgehen können." „Das war sehr, sehr schmerzvoll. Wenn du die Tugenden, die du im Abstiegskampf brauchst, nicht reinwirfst, hast du im Profifußball nichts zu suchen", ergänzte der SCP-Coach, der seine Elf gegenüber der Vorwoche auf zwei Positionen verändert hatte. Der zuletzt gesperrte Koc kam für Ouali in die Startelf. Für den gesperrten Bakalorz spielte Neuzugang Helenius und somit agierte der SCP von Beginn an mit zwei Spitzen. Was die Paderborner aber in den ersten 45. Minuten ablieferten, lässt sich mit einem Viertklässler vergleichen, der im Unterricht wenig Elan zeigt. „Er war bemüht und hat am Unterricht teilgenommen." So oder so ähnlich schreiben es Lehrer gern ins Zeugnis. Nur in der 5. Minute wurde es für das Gästetor gefährlich, als Koc den Pfosten traf (5.). Auf der Gegenseite fielen die Treffer mit Ansage. Einmal durch Vucur nach einer Ecke, als die SCP-Abwehr ähnlich wie beim 0:1 in Sandhausen nicht im Bilde war (22.). In Minute 35 handelten sich die Effenberg-Schützlinge den nächsten Niederschlag ein. Statt konsequent zu klären, bot sich dem FCK eine Schusschance nach der nächsten. Schlussendlich hielt Gaus drauf, Kruse reagierte gut, aber der Ball landete beim frei stehenden Jensen, der sicher vollstreckte. Zur Halbzeit war für die Gastgeber der einzige Hoffnungsschimmer, dass die Roten Teufel in der Vorwoche auch 2:0 geführt, aber nur ein Remis gegen Union Berlin erreicht hatten. Effenberg reagierte und brachte für den blassen Sylvestr Youngster Brasnic. Wieder waren fünf Minuten gespielt, da traf Helnius nach einen Stoppelkamp-Kopfball und einer Müller-Parade freistehend wieder nur den Pfosten. Das Auslassen dieser Großchance rächte sich fünf Minuten später auf der anderen Seite, als Klich das 0:3 erzielte. Während die FCK-Fans feierten, kamen aus dem SCP-Lager erste „Effe-Raus"-Rufe. Der SCP gab sich aber noch nicht geschlagen. Wieder scheiterte Helenius am überragenden Müller (62.). In der 77. Minute aber wurde es ganz bitter für den SCP und die Partie war endgültig durch, als Vucur erneut nach einer Ecke seinen Doppelpack klar machte. Wieder also stand der SCP mit leeren Händen da, musste vier Gegentore kassieren und ließ selbst beste Chancen ungenutzt. „Zu Hause 0:4 verlieren, ist sch. . .", konstatierte Moritz Stoppelkamp, der zudem meinte, dass „wir unsere Chancen einfach nutzen müssen, wenn wir hier punkten wollen." Pfiffe gegen den Trainer hielt er für unangebracht: „Was soll der machen. Er stellt uns super ein, aber er kann die Tore ja nicht selber schießen."

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