Neuer Innenverteidiger: Tim Sebastian - © Sarah Jonek
Neuer Innenverteidiger: Tim Sebastian | © Sarah Jonek

SC Paderborn Tim Sebastian - Ein Mann für die Maßarbeit / Test-Spiel verloren

Der Neuzugang feiert im Trainingslager in der Türkei sein 32. Wiegenfest. Sohnemann Jordy wird am gleichen Tag sieben Jahre alt

Werner Schulte

Belek. Erst seit vier Tagen an Bord und schon im Mittelpunkt. Jedenfalls hatte Tim Sebastian anlässlich seines 32. Wiegenfestes gestern reichlich Hände zu schütteln. Mit einem freien Tag wurde der Neuzugang von RB Leipzig während des laufenden Trainingslagers des SC Paderborn in Belek allerdings nicht belohnt. Am Ende eines harten Arbeitstages stand im Team-Hotel dann aber doch noch eine kleine Torte auf dem Tisch. Kurios: Sein Sohnemann Jordy erblickte ebenfalls an einem 17. Januar das Licht der Welt. Der Erstklässler wurde gestern sieben Jahre alt. Von echter Maßarbeit scheint der Abwehrstratege jedenfalls viel zu verstehen. Und das könnte für den SCP im bevorstehenden Zweitligaabstiegskampf noch äußerst nützlich sein. Nach fünfeinhalb Jahren in Leipzig und 133 Pflichtspielen mit sieben erzielten Treffern hätte der SCP-Novize (Vertrag bis Sommer 2018) den Weg nach Ostwestfalen fast verfehlt. Seine ursprünglichen Absichten waren ganz andere. Ein möglicher Wechsel zu RB New York stand vorübergehend hoch im Kurs. Die Chance, eventuell in der Major League Soccer weiterkicken zu können, schien durchaus verlockend. Die Umzugsgedanken waren an sich schon recht weit fortgeschritten. Nicht zuletzt aus familiären Gründen machte Sebastian noch einen kurzfristigen Rückzieher. Der angebotene „Einjahresvertrag und die nicht vorhandene Chance, meinen Sohn in akzeptabler Entfernung in einer deutschen Schule unterbringen zu können", gaben am Ende den Ausschlag. „Kogge", diesen Spitznamen hatten ihm die Leipziger Teamkollegen wegen seines zwischenzeitlichen Engagements beim FC Hansa Rostock (2009/10) verpasst, segelt also fortan nicht auf dem Hudson River, sondern auf der weitaus beschaulicheren Pader. Dort traf er allerdings nicht nur fremde Gesichter. Mit seinem Abwehrkollegen Niklas Hoheneder kickte er bereits zwischen 2012 bis 2015 gemeinsam bei den Roten Bullen. Auch jetzt ist er beim Run auf einen Stammplatz im Abwehrzentrum erneut ein ernsthafter Konkurrent des Österreichers. „Wieder regelmäßig spielen zu dürfen", das war schließlich der Grund seiner Entscheidung pro Paderborn. Geraume Zeit war der sogar gebürtige Leipziger für die Rasen-Baller ein an sich unverzichtbarer Leitwolf. Zuletzt blieb ihm nur noch die Edelreservisten-Rolle, weil sich am Ende jüngere Abwehrspieler wie Willi Orban und Atinc Nuka durchsetzen konnten. Die bislang sechs Einsätze in der laufenden Saison waren „persönlich unzureichend" und entsprechen nun mal nicht seinen Ansprüchen als Profifußballer, der fortan noch etwas bewegen will. Und warum ausgerechnet in Paderborn? Nicht zuletzt Stefan Effenberg hat bei diesem Deal am Ende ganz offenkundig entscheidende Überzeugungsarbeit geleistet. Der Cheftrainer habe ihm „aussagekräftige Argumente" geliefert, „das ist ein Typ, der richtig Bock auf seine Arbeit hat", schwärmt er von seinem neuen Coach. Den vollzogenen Wechsel von einem Auf- zu einem Abstiegs-Kandidaten nimmt er gern in Kauf. Vorausgesetzt, die Einsatzzeiten beim SC Paderborn stellen ihn künftig auch tatsächlich zufrieden. Verfolgen Sie das aktuelle Geschehen in Belek in unserem Liveticker:

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