Bayern-Bezwinger Uli Stein: Gute Ausgangsposition für SC Paderborn

OWL-Klub klarer Außenseiter, aber nicht chancenlos

Die Ex-Arminen Uli Stein (l.) und Hans-Werner Moors. - © FOTO: IMAGO
Die Ex-Arminen Uli Stein (l.) und Hans-Werner Moors. | © FOTO: IMAGO

Bielefeld/Paderborn. Wenn Ostwestfalens Fußballer in der Vergangenheit zum FC Bayern gereist sind, gab es so gut wie nie etwas zu holen. So gilt auch der SC Paderborn als klarer Außenseiter, obwohl er heute als Tabellenführer kommt.

Eben diese Rolle ist den Bielefelder Arminen 2003 sehr schlecht bekommen. Der Aufsteiger hatte Werder Bremen zum Saisonauftakt beinahe sensationell klar mit 3:0 besiegt und war nach dem ersten Spieltag Spitzenreiter. In München folgte eine Woche später prompt die Ernüchterung: Mit einem 6:2-Erfolg stürzten die Bayern den DSC vom Thron.

Arminia ist allerdings auch das Kunststück gelungen, in München zu gewinnen. Und zwar sehr deutlich. Das 4:0 vom 10. März 1979 taucht in den Bayern-Statistiken immer noch als zweithöchste Heimniederlage (Schalke 04 hat mal 7:0 gewonnen) der Vereinsgeschichte auf. Im Tor der Bielefelder stand damals Uli Stein. Im Rückblick kann sich Stein kaum erklären, wie dem Aufsteiger dieses Husarenstück gelingen konnte. "Später hörte ich von Gerüchten, dass es da in der Bayern-Mannschaft nicht gestimmt hat. Eigentlich konnten wir da nie und nimmer gewinnen", erzählt Stein.

Zwar fehlten den Bayern damals die Top-Angreifer Gerd Müller und Uli Hoeneß. Mit Sepp Maier im Tor, dem jungen Klaus Augenthaler in der Abwehr sowie Jupp Kapellmann und Karl-Heinz Rummenigge in der Offensive waren die Gastgeber dennoch sehr gut besetzt. Zwei Mal traf Norbert Eilenfeldt vor der Pause, später erhöhten Helmut Schröder und Volker Graul. Arminias Trainer Otto Rehhagel sprach anschließend feixend von "Fußballgrüßen aus Bielefeld". Im Nachhinein, so Uli Stein, "hat uns der Sieg überhaupt nicht gut getan". Im nächsten Spiel unterlagen die Arminen daheim gegen Borussia Mönchengladbach mit 0:2. "Wir haben nicht einmal groß gefeiert nach dem Sieg in München, später aber kaum noch ein Spiel gewonnen und sind dann abgestiegen", erinnert sich Stein.

Obwohl die Favoritenrolle klar verteilt ist, sieht Stein die Paderborner in München nicht chancenlos. "Prinzipiell ist im Fußball alles möglich. Der SC Paderborn hat bei den Bayern doch nichts zu verlieren. Das ist zunächst mal eine gute Ausgangsposition."

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