Vizepräsident Hornberger zur Inklusion beim SC Paderborn: "Benachteiligung sehe ich nicht"

Mit Martin Hornberger, geschäftsführender Vizepräsident des SC Paderborn, sprach NW-Volontärin Christine Panhorst über die neuen Preise für Fans mit Behinderung.

Die Preise, die den Stadioneintritt für Fans mit Behinderung und Begleitperson im Sitzplatzbereich Kategorie 1 gut dreimal so teuer machen, sorgen für Kritik. Kann sich der SCP Inklusion nicht mehr leisten?

Martin Hornberger: Der SCP ist ein Verein, der sich sehr intensiv um seine Fans mit Behinderung kümmert. Wir pflegen intensive Partnerschaften zum Beispiel mit der integrativen Fangemeinschaft "Hand in Hand" oder der Pauline-Schule, mit der wir in Zusammenarbeit mit der Bundesliga-Stiftung ein Projekt starten. Wir veranstalten viele Aktionen, begleiten inklusive Projekte und bieten insbesondere Sehbehinderten, Blinden und Rollstuhlfahrern ein gutes Angebot. Die Behauptung, dass wir Inklusion nicht verstehen, kann ich nicht nachvollziehen.

Dass jetzt auch Begleitpersonen von Behinderten zahlen müssen, stößt auf Unverständnis.

Hornberger: Die Preisanpassung mit dem Erstligaaufstieg hat in allen Kategorien stattgefunden. Inklusion heißt gleichberechtigte Dazugehörigkeit, so dass wir die Anpassung auch bei Fans mit Behinderung vorgenommen haben. Das ist nur fair gegenüber allen anderen Stadionbesuchern. Auch die Begleitpersonen sehen erstklassigen Fußball im Stadion, zahlen dafür aber nur 50 Prozent auf den ermäßigten Preis. Wir haben uns an der Preispolitik der meisten Bundesligavereine orientiert.

Mit besserem Beispiel voranzugehen, wäre keine Option?

Hornberger: Unsere Betreuung von Fans mit Behinderung ist auf höchstem Niveau und bleibt auch so. Wir setzen da auf Qualität. Eine Benachteiligung sehe ich durch die Preisstruktur nicht.

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