Salzkotten Das Abenteuer Russland beginnt

Fußball: Wolfgang Hecker fährt am Freitag zur WM und sieht alle deutschen Vorrundenspiele live vor Ort. Über seine Erlebnisse wird der Fußballobmann des SV Upsprunge wieder in einer NW-Kolumne berichten

Frank Beineke

Salzkotten-Upsprunge. Wolfgang Hecker ist fußballverrückt. Im positiven Sinne. Für seinen SV Upsprunge gibt der 44-Jährige stets 100 Prozent. Denn sein Herz schlägt für den Amateurfußball. Seit 2014 aber zieht es Hecker auch hinaus in die weite Fußball-Welt. Da nämlich weilte der Fußballobmann des SV Upsprunge zwei Wochen lang in Brasilien, um die deutsche Nationalmannschaft bei der WM anzufeuern. Zwei Jahre später war Hecker bei der Europameisterschaft in Frankreich mit dabei. Nun geht's für den 44-Jährigen nach Russland. Denn Hecker ist auch bei der WM 2018, die an diesem Donnerstag startet, vor Ort. Und wie schon vor vier Jahren in Brasilien wird er für die Neue Westfälische Paderborn in einer WM-Kolumne über seine Erlebnisse berichten. Diesmal reist Hecker auf eigene Faust "Eigentlich war für mich gleich nach der WM 2014 klar, dass ich nach Russland fliege", erklärt Hecker. Vor vier Jahren hatte er dabei im WM-Camp des Fanclubs Nationalmannschaft auf der Insel Itamaracá logiert. Auch diesmal bietet der besagte Fanclub ein WM-Quartier an, das im Moskauer Vier-Sterne-Hotel "Holiday Inn Vinogradowo" bezogen wird. Doch Wolfgang Hecker verzichtet auf dieses Angebot. "Das Fan-Camp war 2014 zwar super organisiert. Und es hat Spaß gemacht, mit den anderen Fans zusammen zu sein. Aber irgendwie fehlte mir das Ungebundene und die Ungezwungenheit", erklärt der Upsprunger und fügt an: "Diesmal will ich die Reise auf eigene Faust unternehmen. Ob das dann wirklich besser wird, ist eine andere Frage." Fest steht, dass auf Hecker auch diesmal große Reisestrapazen warten. So geht's für ihn an diesem Freitag zunächst mit dem Flieger nach Moskau. In der russischen Hauptstadt wird Hecker am Sonntag das deutsche Auftaktspiel gegen Mexiko sehen. Dienstag macht er sich dann auf den Weg nach Sotchi, wenngleich Deutschland erst am Samstag, 23. Juni, in der Olympia-Stadt am Schwarzen Meer auf Schweden trifft. "Aber da soll das Wetter ja ganz gut sein", erklärt Hecker, der auch eine Karte für das abschließende Gruppenspiel gegen Südkorea hat. Dieses steigt am Mittwoch, 27. Juni, in Kasan. Allein in Russland muss der 44-Jährige somit mehr als 3.000 Kilometer zurücklegen. Von Kasan aus geht es am 28. Juni zurück nach Düsseldorf. Doch sollte Deutschland das Halbfinale erreichen, würde sich Hecker erneut auf den Weg Richtung Osten machen. Der 44-Jährige hätte dann nämlich Tickets für das Halbfinale sowie fürs Finale beziehungsweise fürs kleine Finale. "Es wird sicher stressig. Aber mir geht's auch um Erholung. Denn nur so weit weg von zuhause kann ich auch richtig abschalten", sagt Hecker. Die Saison beim SV Upsprunge war schließlich ziemlich anstrengend. So ganz ohne Fußball aber kommt der 44-Jährige auch im Urlaub nicht aus. Und so sei eine WM die perfekte Gelegenheit, um Erholung und Fußball-Leidenschaft miteinander zu verbinden. "Zudem freue ich mich natürlich auf Land und Leute. Ich will mir schon einiges anschauen, obwohl ich eigentlich ein Kulturbanause bin", schmunzelt Hecker. Dass die Reise hierbei in ein Land geht, das nicht gerade ein Musterbeispiel in Sachen Demokratie ist, nimmt der 44-Jährige in Kauf. "Viele machen ja auch Urlaub in die Türkei, obwohl dort ein Herr Erdogan regiert", sagt der Upsprunger. Und so schließt er auch nicht aus, 2022 auch zur Wüsten-WM nach Katar zu fahren. "Aber das ist noch weit weg. Wer weiß, was in vier Jahren ist", so Hecker. Frankreich und Spanien als Favoriten Nun steht erst einmal in Russland das Projekt Titelverteidigung auf dem Programm. "Deutschland müsste mit neun Punkten durch die Gruppe gehen. Dann brauchst du aber das nötige Quäntchen Glück. Gegen Algerien waren wir vor vier Jahren ja auch schon klinisch tot", erinnert Wolfgang Hecker an den glücklichen Achtelfinalsieg bei der WM in Brasilien. "Es ist möglich, aber es wird unheimlich schwer, Weltmeister zu werden", urteilt Upsprunges Fußballobmann und nennt Spanien und Frankreich als Topfavoriten. Unabhängig von sportlichen Resultaten hofft Wolfgang Hecker aber auch in Russland auf unvergessliche Erlebnisse, die es in Brasilien zu Genüge gegeben hatte. Sei es der sintflutartige Regen vor dem deutschen Vorrundenspiel gegen die USA in Recife, die Begegnung mit dem deutschen Ex-Nationalspieler Cacau oder abenteuerliche Taxifahrten auf brasilianischen Straßen. Und von ähnlichen Erlebnissen wird Wolfgang Hecker in den nächsten zwei Wochen in seiner WM-Kolumne berichten.

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