Medaillenkandidatinnen: (v. l.) Annika Wiese, Sina Kandra und Franziska Hennes, hier bei den Deutschen Einzelmeisterschaften 2015 in Würzburg, sind für den PSC in Hamburg am Start. - © NW-ARCHIV
Medaillenkandidatinnen: (v. l.) Annika Wiese, Sina Kandra und Franziska Hennes, hier bei den Deutschen Einzelmeisterschaften 2015 in Würzburg, sind für den PSC in Hamburg am Start. | © NW-ARCHIV

Paderborn Squash: Ein Paderborner Trio mischt im Titelrennen der Damen mit

PSC-Spielerin Franziska Hennes könnte in Hamburg ihren vierten nationalen Meistertitel holen, gibt die Favoritenrolle aber an ihre Vereinskollegin Sina Kandra weiter. Vielleicht aber ist Annika Wiese die lachende Dritte

Frank Beineke

Paderborn. Sina Kandra war in den vergangenen vier Jahren stets als Topfavoritin zu den Deutschen Einzelmeisterschaften gereist. Doch nur 2015 wurde die ehemalige Nummer 41 der Welt vom Paderborner Squash Club (PSC) dieser Rolle gerecht. Damals feierte sie einen 3:0-Finalsieg gegen PSC-Vereinskollegin Annika Wiese. In drei weiteren Endspielen aber setzte es Niederlagen: 2016 gegen die Frankfurterin Sharon Sinclair. 2014 und 2017 gegen Teamkollegin Franziska Hennes, die damit heute als Titelverteidigerin bei den 43. Deutschen Squash-Einzelmeisterschaften in Hamburg startet. Hennes ist auch die Nummer eins der Setzliste, sieht sich aber nicht als erste Anwärterin auf den Titel. "Für mich ist Sina die Favoritin", sagt die dreimalige deutsche Meisterin, die heute um 17.30 Uhr im Achtelfinale auf die krasse Außenseiterin Lena Sohl (SC Achim-Baden) trifft. Anschließend aber wartet auf die 25-Jährige wohl eine hohe Hürde, denn in der Runde der letzten Acht dürfte PSC-Kollegin Annika Wiese warten. Letztgenannte nahm nämlich auch aufgrund einer monatelangen Weltreise in den vergangenen zwei Jahren nur an wenigen Ranglistenturnieren teil, ist somit derzeit lediglich die deutsche Nummer 30 und hat eine entsprechend schlechte Setzposition. Von der Spielstärke aber zählt Wiese sicher noch zu den Top-Sechs. "Annika kann richtig gefährlich werden", sagt Franziska Hennes, die aber auch vor Saskia Beinhard (SC Monopol Frankfurt) und Nele Hatschek (SRC Duisburg) warnt. "Mein Minimalziel ist dennoch das Finale. Alles weitere wäre ein Bonus", ergänzt die Paderbornerin, die Anfang Januar ihre Abschlussprüfung als Mediengestalterin gemeistert hat. Auch bei Sina Kandra steht der Squash-Sport inzwischen nicht mehr an erster Stelle. Seit Januar arbeitet die 28-Jährige in Vollzeit als Sportausbilderin in der Bundeswehr-Sportförderkompanie in Warendorf. Frühmorgens um 5.30 Uhr geht es aus dem Haus. Erst um 18 Uhr ist Sina Kandra wieder in Paderborn, um dann noch im Ahorn-Squash zu trainieren. "Aber ich bin aber natürlich weit weg von meinem alten Trainingspensum", erklärt die deutsche Meisterin der Jahre 2011 und 2015 und fügt an: "Mein Kopf ist meist mit anderen Dingen als mit Squash beschäftigt." Doch vielleicht könne exakt dies auch ein Vorteil sein. Denn bei vergangenen nationalen Titelkämpfen setzte sich Sina Kandra oft selbst zu sehr unter Druck, so dass ihre Nerven in entscheidenden Momenten nicht mitspielten. Diesmal aber möchte sie möglichst befreit aufspielen. Und sollte die 28-Jährige am Sonntag ihren dritten nationalen Meistertitel holen, könnte sie durchaus deutsche Squash-Geschichte schreiben. Denn wenn ihr Mann Raphael Kandra dann auch den Titel einfährt, stände erstmals ein Ehepaar auf der obersten Stufe des Podestes. "Daran darf ich aber gar nicht denken. Sonst mache ich mir gleich wieder Druck", sagt eine schmunzelnde Sina Kandra.

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