Der Favorit kommt aus Paderborn: PSC-Akteur Raphael Kandra (vorne) ist guter Dinge, dass er am Sonntag auf dem Glascourt im Sportwerk Hamburg das Endspiel um die deutsche Einzelmeisterschaft bestreitet. Ein möglicher Finalkontrahent ist Lokalmatador Rudi Rohrmüller (hinten). - © Henning Angerer
Der Favorit kommt aus Paderborn: PSC-Akteur Raphael Kandra (vorne) ist guter Dinge, dass er am Sonntag auf dem Glascourt im Sportwerk Hamburg das Endspiel um die deutsche Einzelmeisterschaft bestreitet. Ein möglicher Finalkontrahent ist Lokalmatador Rudi Rohrmüller (hinten). | © Henning Angerer

Paderborn Paderborner Squashspieler greift nach der DM-Krone

Nach der Absage von Simon Rösner ist Raphael Kandra der Topfavorit auf den Titel. Der 27-jährige Paderborner könnte nach vier Finalniederlagen seine erste deutsche Einzelmeisterschaft gewinnen

Frank Beineke

Paderborn. Simon Rösner hat seit 2007 satte elf deutsche Einzel-Meistertitel in Folge eingefahren. Doch wenn heute im Sportwerk Hamburg die 43. Deutschen Einzelmeisterschaften beginnen, ist der beste deutsche Squashspieler aller Zeiten nicht dabei. Der Weltranglisten-Sechste vom Paderborner SC (PSC) hatte seine Teilnahme schon Ende Januar abgesagt. Und so rückt ein Spieler in die Favoritenrolle, der in den vergangenen fünf Jahren vier Mal im Finale gegen Rösner verloren hatte: PSC-Teamkollege Raphael Kandra wird vom Jäger zum Gejagten und peilt an der Alster seinen ersten nationalen Titel an. "Ganz klar: Ich will deutscher Meister werden", sagt der 27-Jährige, der eine starke PSC-Delegation anführt. Fünf Herren und drei Damen vom Erfolgsklub aus dem Ahorn-Squash sind in Hamburg am Start. PSC-Akteur Cederic Lenz wird hierbei heute um 13 Uhr in der Qualifikation auf dem Glascourt das Eröffnungsspiel gegen Dustin Eickhoff (1. SC Diepholz) bestreiten. Ebenso wie Vereinskollege Jan Weggen ist er aber ein krasser Außenseiter, wenn es um vordere Platzierungen geht. Das sieht bei den drei anderen PSC-Herren anders aus. Während Kandra wie erwähnt der Topfavorit auf den Titel ist, haben seine Teamkollegen Lucas Wirths und Tobias Weggen zumindest gute Chancen aufs Viertelfinale. "Das habe ich bislang noch nie geschafft. Aber vielleicht schaffe ich ja sogar den Sprung ins Halbfinale", sagt Wirths, der seine Leistenprobleme in den Griff bekommen hat. Die Hoffnungen des 20-jährigen Paderborners sind berechtigt, denn nicht nur Simon Rösner fehlt in Hamburg. Auch die Wormser Brüder Jens und Carsten Schoor haben abgesagt. Und so hätte Wirths mit dem an Position drei gesetzten Stuttgarter Yannik Omlor einen durchaus machbaren Viertelfinalgegner. "Die Spiele zwischen uns gehen meist über fünf Sätze", erwartet der PSC-Akteur ein extrem enges Match in der Runde der letzten Acht. Im Halbfinale aber würde auf Wirths wohl eine "Mission Impossible" warten, denn dann müsste er wohl gegen Raphael Kandra ran. Und der ist auch für den PSC-Youngster der heißeste Titelkandidat. "Ich würde mein Geld auf Raphi setzen", betont Wirths. Kandra selbst ist guter Dinge, dass er seine Rolle auch gerecht wird. "Meine letzten Turnierergebnisse waren zwar nicht so berauschend. Aber ich habe gut trainiert und bin topfit", berichtet die aktuelle Nummer 42 der Welt, die heute um 16.45 Uhr zunächst auf einen Qualifikanten trifft. Auf die Frage nach einem möglichen Finalgegner hat Kandra keine klare Antwort. "Letztlich stehen die Türen nach den Absagen für viele offen. Auch Rudi hat gute Chancen", sagt der PSC-Akteur mit Blick auf seinen Hamburger Nationalmannschaftskollegen Rudi Rohrmüller, der aufgrund fehlender Ranglistenpunkte nicht in den Top 4 der Setzliste notiert ist. Er könnte im Viertelfinale auf den an Position zwei gesetzten Wormser Tim Weber treffen. Der Paderborner Tobias Weggen dürfte es unterdessen in der Runde der letzten Acht mit Valentin Rapp (Stuttgart) zu tun bekommen. Das besagte Viertelfinale steigt am Freitag. Am Samstag folgen ab 15 Uhr die Halbfinalpartien der Damen und Herren. Das Damen-Endspiel beginnt am Sonntag um 14 Uhr. Anschließend folgt das Finale der Herren.

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