Der hoffnungsvolle Nachwuchs: Nach dem Ehrungsreigen platzierten sich noch einmal alle Mädchen und Jungen auf den Publikumsrängen des Paderborner Theaters. - © Wilfried Hiegemann
Der hoffnungsvolle Nachwuchs: Nach dem Ehrungsreigen platzierten sich noch einmal alle Mädchen und Jungen auf den Publikumsrängen des Paderborner Theaters. | © Wilfried Hiegemann

Paderborn Sportgerechte Stadt Paderborn ehrt ihre Aushängeschilder

Zum ersten Mal muss die Stadt angesichts der großen Zahl zu ehrender Nachwuchskräfte in das Theater ausweichen. Rund 400 Urkunden samt der dazugehörigen, neuen Medaillen wechseln am Abend den Besitzer

Hartmut Kleimann

Paderborn. Wenn es einen Gradmesser für die Qualität der sportgerechten Stadt Paderborn gibt, dann ist das wohl die Sportlerehrung samt Sportlerball am zweiten Januarwochenende. Und der Ehrungsreigen am gestrigen Freitagabend mit rund 400 Sportlern aller Altersklassen ist ein Beweis dafür, wie intensiv Sport in dieser Stadt gelebt wird. "Es macht mich stolz, dass wir heute so viele Nachwuchsathleten ehren dürfen", sagte als Beispiel dafür Bürgermeister Michael Dreier vor der versammelten Elite des Nachwuchsbereiches im Theater. Dorthin waren die Stadtväter nämlich für den ersten Teil der Ehrungen ausgewichen, um der großen Zahl der Nachwuchssportler gerecht werden zu können. Das Stadtoberhaupt stellte in seiner Begrüßungsrede die tollen Leistungen der Sportler heraus, betonte aber auch, dass "auch wir stets versuchen, unser Bestmögliches zu geben, damit ihr für euer Training und eure Wettkämpfe optimale Rahmenbedingungen vorfindet." So verwies Dreier auf die Maßnahmen und Investitionen im Vorjahr und ließ auch die Modernisierung und Neueröffnung des Paderborner Sportinternats nicht unerwähnt. In seiner zweiten Ansprache vor den etablierten Sportlern im Rathaus erinnerte er noch einmal an die Erfolge der Squasher mit der Deutschen Meisterschaft und dem zweiten Platz auf der europäischen Bühne, holte auch noch einmal die erfolgreiche Titelverteidigung der Sportschützen aus Elsen in Erinnerung und ließ auch das gesamt Drama mit gutem Ausgang rund um den SC Paderborn ein weiteres Mal Revue passieren. Für Dreier ist aber nicht nur der Spitzensport ein wichtiges Kriterium, auch den Breitensport gelte es mit umfangreichen Maßnahmen zu unterstützen. Der 1. Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Mathias Hornberger, freute sich erneut darüber, zahlreiche Sportler der Stadt auszeichnen zu können, die "mit viel Fleiß, Ehrgeiz, Disziplin und Anstrengungsbereitschaft, aber auch mit vielleicht etwas Glück herausragende Leistungen in ihren Sportarten erbracht haben." Leistungen, die aber nur durch die Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer möglich sei. So rückte Hornberger in seiner Rede ganz bewusst "die Zeitschenker, Brückenbauer, Wunderheiler, Rückhaltgeber, Wegbereiter und Traumerfüller" in den Mittelpunkt. "Engagier dich für Sport" laute deshalb auch das Jahresmotto des Stadtsportverbandes, "denn Sport ohne bürgerschaftliches Engagement" sei undenkbar. Hornberger forderte aber nicht nur Engagement ein, sondern bat auch um Unterstützung für das Ehrenamt, zum Beispiel durch den Abbau von Bürokratie. Weiter drückte der SSV-Vorsitzende seine Hoffnung aus, dass sich "die Politik in diesem Jahr doch noch für eine neue multifunktionelle Veranstaltungshalle, zum Beispiel auf dem Kasernengelände an der Driburger Straße entscheiden könnte, anstatt das Sportzentrum für eine zweistellige Millionensumme zu sanieren." Auch Rasmus Jakobsmeyer, Vorsitzender der Sportjugend fand anerkennende Worte, vor allem für den Nachwuchs. Gerade die etwas ruhigere Zeit nach dem Jahreswechsel sei ideal für einen Rückblick. Vorrangig auf die zahlreichen Erfolge des Vorjahres. "Aber auch auf die vielen Trainingsstunden, den Schweiß, die Rückschläge - vielleicht auch auf die Entbehrungen und Enttäuschungen", sagte er. Auch Jakobsmeyer machte deutlich, dass der sportliche Erfolg nur durch die Unterstützung anderer Personen möglich gemacht werde. So sei ein Rückblick auch immer ein guter Zeitpunkt, neben dem Stolz auf die eigene Leistung auch Dankbarkeit zu zeigen. "Wann habt ihr zum Beispiel das letzte Mal eurem Trainer oder eurer Trainerin einfach mal Danke gesagt", fragte er. Gleichzeitig erinnerte Jakobsmeyer an das 20. Integrative Sportfest, bei dem Menschen mit und ohne Handikap eine begeisternde Show präsentiert hätten. "Das war ein Tag mit ganz tollen Menschen mit vielen, unterschiedlichen Begabungen, ja einzigartigen Begabungen", stellte er in seiner Rede fest. Begabung, die auch vielen jungen Sportlern gegeben sei. Im Englischen, so führte er weiter aus, werde Begabung mit "Giftedness" übersetzt, in dem auch das Wort "Gift" wie Geschenk enthalten sei: "Seid dankbar für das Geschenk der Begabung und für die viele Unterstützung von den Menschen um euch herum".

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