Bitter enttäuscht: Die Paderborner (v.l.) Devonte Brown, Ethan O'Day, Dion Prewster, Luca Kahl und Melvin Jostmann haben nach der Schluss-Sirene zur Verabschiedung von Gegnern und Schiedsrichtern Aufstellung genommen. - © Marc Köppelmann
Bitter enttäuscht: Die Paderborner (v.l.) Devonte Brown, Ethan O'Day, Dion Prewster, Luca Kahl und Melvin Jostmann haben nach der Schluss-Sirene zur Verabschiedung von Gegnern und Schiedsrichtern Aufstellung genommen. | © Marc Köppelmann

Paderborn Uni Baskets unterliegen Hagen

Basketball: Paderborn ist im Zweitliga-Westfalenderby dem Gast aus Hagen 36 Minuten lang ebenbürtig. Dann aber haben die Uni Baskets auf Spohrs Dreier keine Antwort

Jochem Schulze

Paderborn. Der Spielplan der 2. Basketball-Bundesliga ist nicht unbedingt von einer gewissen Regelmäßigkeit geprägt. So haben die Uni Baskets Paderborn in den ersten 13 Runden bereits acht Partien daheim ausgetragen. Die Bilanz fällt recht ernüchternd aus. Beim 63:69 (40:38) gegen Phoenix Hagen ging schon die fünfte Partie dieser Serie im Sportzentrum Maspernplatz verloren. Die Niederlage war sicher vermeidbar. Denn erste 36 Minuten lang präsentierten sich beide Teams im Westfalenderby auf Augenhöhe. Die Führung wechselte immer wieder. Hagen hatte nach fünf Minuten 12:6 vorn gelegen. Paderborns höchste Führung war ein 46:41 im dritten Viertel. Doch nachdem Hagens Coach Dietmar Günther 4 Minuten und 27 Sekunden vor dem Ende bei einer 59:58-Führung der Uni Baskets sich eine Auszeit erbeten hatte, nahm die Begegnung die entscheidende Wende. Zunächst traf Hagens Javon Baumann zum 59:60. Und anschließend versenkte Dominik Spohr für die Gäste drei Dreier in Folge. Der 28-Jährige, der schon beim letzten Aufeinandertreffen beider Teams im Mai 2010 dabei gewesen war, wurde so zum Matchwinner. "Beide Mannschaften waren auf einem Level. Doch wir haben in den letzten drei Minuten die wichtigen Schüsse getroffen", sagte Günther über ein Spiel, in dem den Hausherren ein konstanter Schütze wie Spohr gefehlt hatte. Der ehemalige Erstligaakteur hat in der aktuellen Spielzeit in elf von zwölf Partien zweistellig getroffen. Solcherlei Zuverlässigkeit kann kein Paderborner vorweisen. Devonte Brown hatte vor dem Hagen-Spiel achtmal zweistellig gescort, lieferte gegen Phoenix aber eine richtig schlechte zweite Halbzeit ab. Der Neuzugang hielt den Ball aufreizend lange, versuchte sich mit ablaufender Spieluhr an wilden Würfen und traf mit einer Quote von elf Prozent. Paderborns Kapitän Morgan Grim, der bislang in sechs Partien eine zweistellige Ausbeute erreicht hatte, nahm sich im Schlussviertel mit einem höchst überflüssigen fünften Foul selbst aus dem Spiel. "Wir waren 36 Minuten lang in allen Belangen gut", resümierte Uli Naechster. Paderborns Trainer sprach von einer klaren Steigerung nach der Klatsche in Karlsruhe. Jetzt geht es zum Schlusslicht Baunach. Irgendjemand muss in Franken den Spohr machen.

realisiert durch evolver group