Premiere: Im Heimspiel gegen Berlin trug Dimitri Steinmann erstmals das Paderborner Trikot. In den nächsten Jahren könnten zahlreiche weitere Einsätze für den PSC folgen. - © Marc Köppelmann
Premiere: Im Heimspiel gegen Berlin trug Dimitri Steinmann erstmals das Paderborner Trikot. In den nächsten Jahren könnten zahlreiche weitere Einsätze für den PSC folgen. | © Marc Köppelmann

Paderborn Paderborner vor dem Sprung in die Top 100 der Welt

Squash: Dimitri Steinmann kassiert bei seinem Erstliga-Debüt für den Paderborner SC zwar eine Einzelniederlage, präsentiert sich derzeit aber in Topform

Frank Beineke

Paderborn. Bei seinem Debüt im Trikot des Paderborner Squash Clubs (PSC) kassierte Dimitri Steinmann am Sonntag eine Niederlage. Der 20-jährige Schweizer verlor beim Paderborner 3:1-Heimsieg im Erstligaspiel gegen Berlin sein Einzel gegen den Waliser Emyr Evans in vier Sätzen. Zumeist aber ging Steinmann in den vergangenen Wochen und Monaten als Sieger vom Court. Und so ist der gebürtige Züricher in der Weltrangliste auf dem Weg nach oben. "Es läuft wirklich richtig gut", urteilt Steinmann, der vom Profi-Weltverband PSA sogar zum "Spieler des Monats September" gekürzt wurde. "Das ist natürlich eine große Ehre", erklärt der PSC-Neuzugang, der im besagten Monat zwei Weltranglistenturniere in Australien gewann und zudem ein Halbfinale auf dem fünften Kontinent erreichte. Bereits an diesem Freitag geht es für ihn erneut Richtung Down Under. Dann will Steinmann bei Turnieren in Australien weitere Ranglistenpunkte sammeln. In den vergangenen zwei Jahren kletterte er in der Weltrangliste um mehr als 200 Plätze nach oben. Inzwischen wird der Schweizer schon auf Rang 102 notiert. "In diesem Jahr möchte ich noch in die Top 100. Vielleicht ist sogar schon die Top 70 drin. Und langfristig gesehen strebe ich die Top Ten an", sagt der 20-Jährige, der seit eineinhalb Jahren als Vollprofi unterwegs ist. Zum jüngsten Höhenflug hätten hierbei auch seine Aufenthalte in Paderborn beigetragen. Sein Schweizer Trainingspartner und PSC-Vereinskollege Nicolas Müller, derzeit die Nummer 24 der Welt, hatte Steinmann im vergangenen Februar erstmals zu einer Trainingswoche in den Ahorn-Squash gelotst. Im Sommer trainierten die beiden Eidgenossen dann fast zwei Monate in Paderborn. "Rückblickend betrachtet war das wohl entscheidend für meine großen Fortschritte. Denn hier in Paderborn hast du extrem starke Trainingspartner, die dich enorm weiterbringen", urteilt Steinmann, der nicht lange überlegen musste, als er von PSC-Geschäftsführer Norman Farthing ein Angebot für die Paderborner Herren erhielt. "Der PSC ist einer der besten Squashclubs in Europa. Und ich habe mich hier sofort wohl gefühlt", erklärt der 20-Jährige, der mit dem Gedanken spielt, seinen Trainingsmittelpunkt zumindest mittel- bis langfristig an die Pader zu verlegen. Bis dahin aber setzt Steinmann weiter auf das große Know-how von Trainerfuchs John Williams. Der 45-jährige Australier lebt seit 20 Jahren in der Schweiz, führte auch Nicolas Müller in die Weltspitze und sorgt als Nationaltrainer dafür, dass die Eidgenossen mit talentierten jungen Spielern international auf dem Vormarsch sind. Dimitri Steinmann ist dabei die größte Nachwuchshoffnung. Und irgendwann möchte er auch am Thron des acht Jahre älteren Nicolas Müller rütteln. In diesem Jahr erreichte Steinmann immerhin zum ersten Mal das Finale um die Schweizer Meisterschaft, das er aber 0:3 gegen Müller verlor. Doch der Lehrling wird alles daran setzen, um den Meister in nicht allzu ferner Zukunft zu bezwingen. Und die PSC-Verantwortlichen freuen sich über frisches Blut aus der Schweiz. "Dimitri ist ein Junge, auf den wir in Zukunft bauen können", betont Norman Farthing.

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