Misslungener Auftakt: Der Paderborner Raphael Kandra (r.) verlor sein Einzel gegen Richie Fallows, doch dann drehten seine Teamkollegen den Spieß um. - © Foto: Frank Beineke
Misslungener Auftakt: Der Paderborner Raphael Kandra (r.) verlor sein Einzel gegen Richie Fallows, doch dann drehten seine Teamkollegen den Spieß um. | © Foto: Frank Beineke

Paderborn Paderborns Squash-Teams stehen im Europapokal-Finale

Sowohl die Damen als auch die Herren des Paderborner SC kämpfen am Samstag beim Heimspiel im Ahorn-Sportpark um den Titel

Von Frank Beineke Paderborn. Vollbesetzte Tribünen, glückliche Gästeteams und eine perfekte Organisation. Als Gastgeber kann der Paderborner Squash Club mit dem bisherigen Verlauf der "30. European Club Championships" ohnehin zufrieden sein. Und auch sportlich läuft es optimal. Sowohl die Damen-Mannschaft als auch das Herren-Team des PSC erreichten am Freitag das Europapokal-Endspiel. Dort treffen die Damen am Samstag um 11 Uhr auf dem Glascourt im Ahorn-Sportpark auf Titelverteidiger Edgbaston Birmingham. Die PSC-Herren bekommen es anschließend gegen 13.30 Uhr mit dem französischen Meister SC Mülhausen zu tun. Bereits die Paderborner Damen hatten bei ihrem 2:1-Halbfinalsieg gegen Topfavorit Mülhausen einen Squash-Thriller geboten. Die Herren legten dann am späten Freitagabend in ihrem Halbfinale gegen den Colets Health & Fitness Club nach. Gegen den englischen Meister aus dem Südwesten Londons stand es am Ende 2:2 nach Einzeln und 7:7 nach Sätzen. Doch nach Spielpunkten behielt Paderborn mit 138:125 die Oberhand. Und so spielt der PSC am Samstag bei den Herren um den neunten Europapokal-Titel der Vereinsgeschichte. Wenn die Herren aus Paderborn und Colets im Europapokal gegeneinander spielen, geht es ohnehin meistens extrem eng zu. Auch im Finale 2003 und im Halbfinale 2014 endete das Duell 2:2. Paderborn hatte damals jeweils nach Sätzen die Nase vorn. Und diesmal gab es vor gut 600 Zuschauern im vollbesetzten Ahorn-Sportpark erneut ein Happy-End für den Rekord-Europapokalsieger von der Pader. Der Auftakt geht daneben „Das Ziel muss es sein, 2:0 in Führung zu gehen und möglichst wenig Sätze zu verlieren", hatte PSC-Präsident Andreas Preising zuvor als Devise ausgegeben. Doch dies war schon nach dem ersten Einzel Makulatur. Denn das verlor Raphael Kandra gegen den furios aufspielenden Engländer Richie Fallows mit 12:14, 8:11, 11:9 und 7:11. „Ich bin sehr enttäuscht. Aber Richie ist halt ein extrem gefährlicher Spieler. Er hat mir heute den Schneid abgekauft und ich war immer einen Tick zu langsam", konstatierte der 26-jährige Paderborner nach seiner Niederlage gegen den Mann aus London, der in der Weltrangliste 14 Ränge hinter Kandra platziert ist. Doch Ali Farag brachte den Gastgeber zurück ins Spiel. Der Weltranglistenfünfte aus Kairo zeigte im Spitzeneinzel gegen Daryl Selby (Nr. 12) erneut seine Zauberkünste und behielt mit 11:9, 12:10, 7:11, 11:4 die Oberhand. „Da war viel Druck. Ich wusste, dass jeder Punkt zählt", erklärte Farag, der damit auch nach Sätzen (4:4) ausglich. Doch damit war PSC-Youngster Lucas Wirths (20) im Duell gegen Oldie Alex Gough (46) schon fast gezwungen, mit 3:0 zu gewinnen. Das Vorhaben gelang: Wirths fegte den ehemaligen Weltranglistenfünften mit 11:3, 11:6 und 11:3 vom Court. „Da war eine Wand hinter mir, die mich nach vorne getrieben hat", dankte der 20-Jährige den Zuschauern. "Ich hätte nie gedacht, dass Lucas gegen Gough so dominieren kann", staunte PSC-Präsident Preising. Osthoff macht den Sack zu Lennart Osthoff benötigte damit im abschließenden Einzel gegen den Neuseeländer Lance Beddoes nur noch zwölf Spielpunkte. Allerdings war der 30-jährige Paderborner krasser Außenseiter. Doch Osthoff ließ nichts anbrennen und machte bereits Anfang des zweiten Satzes den Sack zu. Am Ende verlor der PSC-Akteur zwar mit 10:12, 8:11 und 8:11. Doch das reichte locker fürs Finale. "Heute morgen hatten wir schon gebangt, dass am Samstag zwei Endspiele ohne Paderborn stattfinden. Jetzt haben wir zwei Endspiele mit Paderborn. Ein Traum", frohlockte Vereinschef Andreas Preising. Die Aufgaben in den besagten Finalpartien haben es aber in sich. "Das wird am Samstag mindestens genau so schwer", prognostiziert Preising. HERREN HALBFINALE Hamburg – Mülhausen 0:3 Dussourd – Clyne 0:3 (8:11, 12:14, 3:11), Rohrmüller – Tuominen 0:3 (5:11, 6:11, 9:11), Ravelli – Masotti nicht ausgespielt, Junge – Perrin 0:2 (7:11, 10:12). PSC - Colets 2:2 Einzel / 7:7 Sätze / 135:128 Punkte Farag – Selby 3:1 (11:9, 12:10, 7:11, 11:4), Kandra – Fallows 1:3 (11:9, 12:10, 7:11, 11:4), Wirths – Gough 3:0 (11:3, 11:6, 11:3), Osthoff – Beddoes 0:3 (10:12, 8:11, 8:11). HERREN SPIEL UM PLATZ 3 Samstag 10 Uhr: Sportwerk Hamburg – Colets HERREN FINALE Samstag 13.30 Uhr: SC Mülhausen – Paderborner SC DAMEN HALBFINALE Edgbaston Birmingham – Newlands Glasgow 2:1 Tomlinson – Bell 3:0 (11:4, 11:7, 11:8), Courtice – Thomson 3:0 (11:4, 12:10, 11:5), Holt – Aitken 1:3 (8:11, 11:8, 5:11, 3:11). Mülhausen – Paderborner SC 0:2 Perry – El Tayeb 2:3 (10:12, 11:6, 7:11, 11:4, 12:14), Peltier – Hennes 2:3 (7:11, 11:9, 9:11, 12:10, 9:11), Pomportes – Kandra nicht ausgespielt. DAMEN SPIEL UM PLATZ 3 Samstag 10 Uhr: Newlands Glasgow – SC Mülhausen DAMEN FINALE Samstag 11 Uhr: Edgbaston Birmingham – Paderborner SC

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