Ihr Gala-Auftritt reichte nicht: Nour El Tayeb (vorne) brachte Paderborn bei ihrem Europapokal-Debüt im Einzel gegen Millie Tomlinson mit 1:0 in Führung. Am Ende aber musste sich das PSC-Team im Endspiel um den Gruppensieg geschlagen geben. - © Marc Koeppelmann
Ihr Gala-Auftritt reichte nicht: Nour El Tayeb (vorne) brachte Paderborn bei ihrem Europapokal-Debüt im Einzel gegen Millie Tomlinson mit 1:0 in Führung. Am Ende aber musste sich das PSC-Team im Endspiel um den Gruppensieg geschlagen geben. | © Marc Koeppelmann

Paderborn Noch ist nichts verloren

Squash-Damen: Paderborner SC kassiert im Endspiel um den Gruppensieg ein 1:2 gegen Birmingham und muss heute im Halbfinale gegen das topgesetzte Team aus Mülhausen ran. Doch es gibt eine reelle Siegchance

Frank Beineke

Paderborn. Der erste Auftritt auf dem Glascourt endete für die Squash-Damen des Paderborner SC gestern mit einer Niederlage. Im Endspiel um Platz eins in der Vorrundengruppe B setzte es ein 1:2 gegen Titelverteidiger Edgbaston Birmingham. Konsequenz: Paderborn muss heute im Europapokal-Halbfinale um 11 Uhr auf dem Glascourt auf den topgesetzten französischen Meister SC Mülhausen ran. Auf Birmingham wartet um 13 Uhr mit Newlands Glasgow die vermeintlich leichtere Aufgabe. Dabei hatte der Paderborner SC gestern zunächst einen glänzenden Start erwischt. Nour El Tayeb feierte bei ihrer Europapokal-Premiere im Spitzeneinzel einen feinen 11:5, 7:11, 11:5, 11:7-Erfolg gegen die Engländerin Millie Tomlinson. „Ich bin sehr glücklich über meine Leistung", bilanzierte die Weltranglistenvierzehnte aus Ägypten nach ihrem Sieg gegen die Nummer 22 der Welt. Paderborn führte 1:0, doch an den Positionen zwei und drei konnte Birmingham das Blatt wenden. Denn PSC-Akteurin Sina Kandra bot in ihrem Einzel gegen Julianne Courtice (Nr. 54 der Welt) zwar eine ansprechende Leistung, verlor aber mit 8:11, 9:11, 9:11. Die 27-jährige Paderbornerin konnte alle drei Sätze ausgeglichen gestalten, machte unterm Strich aber stets die entscheidenden ein, zwei unnötigen Fehler zu viel. „Sonst hätte das ruckzuck anders ausgehen können", ärgerte sich Teammanager Matthias Wolff, der dann auch im abschließenden Einzel wenig Grund zur Freude hatte. Da nämlich verlor Franziska Hennes gegen die favorisierte Waliserin Deon Saffery (Nr. 93 der Welt) relativ sang- und klanglos mit 5:11, 7:11, 8:11. „Ich hatte gehofft, dass sie einen schlechten Tag erwischt. Das war leider nicht der Fall. Ich war dagegen zu nervös und habe nie ins Spiel gefunden", resümierte Hennes. Und so geht’s nun gegen Mülhausen. Gleich zu Beginn wird es heute um 11 Uhr einen Squash-Leckerbissen geben, denn auch die Halbfinalspiele beginnen mit dem Duell an Position eins. Und hier wird Nour El Tayeb auf die Weltranglisten-Sechste Sarah-Jane Perry treffen. „Ich freue mich auf das Spiel. Das ist immer eng zwischen uns und Sarah ist eine extrem faire Spielerin", sagt die Ägypterin. El Tayeb hatte erst im September bei den China Open einen 3:2-Erfolg gegen die für Mülhausen spielende Engländerin gefeiert. Ein solcher Husarenstreich ist wohl auch heute vonnöten, damit der PSC eine Siegchance hat. Denn Kandra und Hennes sind an den Positionen zwei und drei erneut nicht in der Favoritenrolle. „Aber alles ist möglich. Von den besten vier Teams kann jeder jeden schlagen", urteilt Sina Kandra. „Der Zug ist noch nicht abgefahren", ergänzt Teammanager Matthias Wolff, für den Birmingham nun der Topfavorit auf den Titel ist. Und vielleicht gibt es für den PSC im Finale am Samstag (11 Uhr) ja ein Wiedersehen mit den Engländerinnen. „Das wäre natürlich richtig schön", sagt Sina Kandra. Schließlich hat auch sie noch eine Rechnung offen.

realisiert durch evolver group