Geschafft: Der Salzkottener Christian auf dem Gipfel des Pico del Veletta. Dort oben ist es erstaunlicherweise fast immer windstill. - © Privat
Geschafft: Der Salzkottener Christian auf dem Gipfel des Pico del Veletta. Dort oben ist es erstaunlicherweise fast immer windstill. | © Privat

Kreis Paderborn Besondere Bergtour mit dem Rad

Salzkottener Ausdauersportler Christian Ernst erklimmt in der Sierra Nevada den 3.396 Meter hohen Pico del Veletta

Hartmut Kleimann

Kreis Paderborn. Christian Ernst, Ausdauersportler aus Salzkotten, hat in diesen Tagen seiner außergewöhnlichen Sammlung an besonderen sportlichen Leistungen ein weiteres Highlight hinzugefügt. In der spanischen Sierra Nevada meisterte er den 3.396 Meter hohen Pico del Veletta mit dem Rad. Das ist nur deshalb möglich, weil der Pico der einzige Berg Europas ist, der per Straße befahrbar ist. Nur der direkt daneben gelegene Mulhacen, der mit 3.482 Metern höchste Berg der Sierra Nevada, ist nur zu Fuß erreichbar. Im Rahmen von zwei Vorbereitungswochen in Andalusien hatte sich der Triathlet von der Versuchung locken lassen, den Berg oberhalb der Metropole Granada anzugehen. 53 Kilometer sind es von dort bis auf den Gipfel und ausgestattet mit dreieinhalb Litern Wasser machte sich der Berufsfeuerwehrmann auf den Weg. Vorbei an der Sierra Nevada Ski Station, einer Ansammlung von Häusern, die im Sommer einer Geisterstadt gleichen. Dann stand Ernst in 2.550 Meter Höhe plötzlich vor einem Schlagbaum. Bis dorthin ist das motorisierte Fahren erlaubt, dahinter dürfen sich lediglich Radfahrer in Richtung Gipfel aufmachen. Vor dem Salzkottener tat sich eine wahre Mondlandschaft auf. Kein Baum, kein Strauch, dafür viel Wind und mit der Dauer der Klettertour immer weniger Wasser. Denn die Vermutung, in der Höhe könnte sich auch der eine oder andere Kiosk befinden, erwies sich als ein wenig blauäugig. Die Klettertour wurde also zur Härtetour, aber durch viele Teilnahmen an Ironman-, Triathlon- und Marathon-Veranstaltungen hat Ernst ausreichend Erfahrungen, um auch solche Momente zu meistern. Apropos Wind: Dass die Auffahrt eine windige Angelegenheit werden sollte, hatte er im Vorfeld schon gehört. Gleichzeitig war ihm berichtet worden, dass es aber auf dem Gipfel zumeist windstill sei. Eine Geschichte, die er kaum glauben wollte. "Aber genau so war das", berichtet er von diesem Phänomen. Die Qualen waren schnell vergessen, als er auf dem Gipfel den Ausblick mit einer an diesem Tag berauschenden Fernsicht genießen konnte. "Das war schon einzigartig", fasst er die Eindrücke in wenigen Worten zusammen. Die Abfahrt erledigte sich dann relativ schnell. Nach einer guten Stunde war er wieder am Ausgangspunkt in Granada und konnte erst einmal wieder seinen zuvor etwas vernachlässigten Wasserhaushalt auffüllen. Eine tolle Tour, die für Ernst ein Vorgeschmack auf das ist, was in der kommenden Woche folgen wird. Gemeinsam mit den beiden Delbrückern Tom Zimmer und Gunnar Möbius geht am Samstag die Reise in die französischen Alpen, wo das Trio die bekannten Pässe und Anstiege der Tour de France in Angriff nehmen will. Nach dem Pico del Veletta kann Ernst jetzt so schnell nichts mehr einschüchtern.

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