Vom Jungspund zum Routinier: Bereits 2005 hatte Lennart Osthoff als Youngster beim ECC-Turnier in Paderborn aufgeschlagen. Nun freut sich der inzwischen 30-jährige PSC-Spieler erneut über einen Heimspiel im Ahorn-Sportpark. - © Marc Köppelmann
Vom Jungspund zum Routinier: Bereits 2005 hatte Lennart Osthoff als Youngster beim ECC-Turnier in Paderborn aufgeschlagen. Nun freut sich der inzwischen 30-jährige PSC-Spieler erneut über einen Heimspiel im Ahorn-Sportpark. | © Marc Köppelmann

Paderborn Europa-Cup der Squasher

Seit 2005 war PSC-Spieler Lennart Osthoff bei jedem Europapokal-Turnier dabei. Diesmal aber drohte 
der Dauerbrenner das „Heimspiel“ im Ahorn zu verpassen. Doch „Lenni“ meldete sich rechtzeitig wieder fit

Frank Beineke

Paderborn. Schon im zarten Alter von 16 Jahren hatte Lennart Osthoff im März 2004 sein Bundesliga-Debüt für den Paderborner Squash Club gefeiert. Seine ersten Europapokal-Einsätze absolvierte der gebürtige Beckumer dann 2005 bei den „18. European Club Championships" im Paderborner Ahorn-Sportpark. Bei insgesamt zwölf ECC-Turnieren holte Osthoff mit dem PSC seitdem satte sechs Titel. Auch beim erneuten Heimspiel im Ahorn schlug der inzwischen 30-jährige Dauerbrenner gestern im ersten Vorrundenspiel der PSC-Herren auf (weiterer Bericht auf dieser Seite). Es war sein erstes Wettkampf-Einzel seit acht Monaten und damit ein Comeback zum optimalen Zeitpunkt. Zum Jahreswechsel hatte sich „Lenni" eine Erkältung eingefangen. Osthoff spielte und trainierte dennoch munter weiter, ehe er bei einem Bundesliga-Einsatz am zweiten Januar-Wochenende Herzrasen bekam. Die Diagnose: Herzmuskelentzündung. „Das geht schneller als man denkt", erklärt Osthoff, von dem anschließend viel Geduld gefragt war. „Fünf Monate lang habe ich überhaupt keinen Sport getrieben. Erst Mitte Juni bin ich langsam wieder eingestiegen", berichtet der PSC-Spieler. Die Anfänge waren mühsam. „Ich bin zwei Kilometer um die Fischteiche gelaufen und war danach völlig fertig. Aber dann habe ich mich gewundert, wie schnell man konditionelle Fortschritte macht. Und die Squash-Technik geht ohnehin nicht flöten", so Osthoff. Mittlerweile ist er zwar noch nicht bei 100 Prozent. Doch mit seiner Spielstärke und Erfahrung könnte der 30-Jährige zu einem wichtigen Faktor an den hinteren Positionen werden. „Ich bin aber erst mal froh, dass ich überhaupt dabei bin. Denn dies ist natürlich auch für mich ein ganz besonderes Turnier", betont Osthoff, der in diesen Tagen zusammen mit seinem Vereinskollegen und Kumpel Friedel Scheel am Glascourt im Ahorn-Sportpark auch als Conférencier gefragt ist. Langeweile kam bei Lennart Osthoff derweil auch während seiner fünfmonatigen Zwangspause nicht auf. Denn Squash war und ist zwar seine Leidenschaft, doch der Sport stand bei ihm nie an erster Stelle. Ausbildung und Beruf gingen und gehen vor. Seinen Masters-Abschluss im Bereich Wirtschaftswissenschaften hat Osthoff längst in der Tasche. Nun arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Paderborn und feilt zugleich fleißig an seiner Promotion. 2018 will Lennart Osthoff den Doktor-Titel in der Tasche haben und damit dem Beispiel seines sechs Jahre älteren Bruders Lars folgen. Der ist nämlich seit 2012 Doktor der Wirtschaftswissenschaften, arbeitet in leitender Funktion bei einem Telekommunikationsunternehmen in Karlsruhe und schlug selbst viele Jahre lang für den PSC auf. So kam Lars Osthoff auch beim ECC-Finale 2005 zum Einsatz, als die PSC-Herren in Paderborn den Titel holten. Auf ein solches Happy-End hofft nun auch sein Bruder Lennart. „Natürlich wollen wir vor heimischer Kulisse den Europapokal holen", betont der 30-Jährige, der aber selbst im Erfolgsfall nicht ans Aufhören denken würde. „Wenn der Körper mitmacht und die Leistungen noch stimmen, möchte ich schon noch ein paar Jahre dranhängen", erklärt Osthoff, wenngleich die Doppelbelastung nicht einfach sei. „Man muss Frühaufsteher sein", sagt der PSC-Akteur, der oft schon morgens um 6.30 Uhr auf dem Court steht, um vor der Arbeit trainieren zu können. Auch nach der Promotion dürfte das Zeitmanagement nicht einfacher werden, denn Osthoff strebt den Weg in die Selbstständigkeit an. „Ich hoffe, dass Paderborn mein Lebensmittelpunkt bleibt", sagt der 30-Jährige, der mit seiner Freundin in der Kernstadt wohnt. Denn Osthoff hat beim Paderborner SC nicht nur zahlreiche Erfolge eingeheimst – er hat vor allem viele gute Freunde gewonnen. Und mit denen möchte er am Samstag einen Europapokal-Sieg gefeiert.

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