London/Paderborn Paderbornerin Tatjana Pinto hofft auf eine WM-Medaille

Frank Beineke

London/Paderborn. Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London liefen für Tatjana Pinto bislang überhaupt nicht nach Plan. Im Vorlauf ihres 100-Meter-Einzelrennens hatte die 25-jährige Sprinterin vom LC Paderborn einen Fehlstart produziert. Anschließend zählte Pinto zu den bedauernswerten Athletinnen und Athleten, die sich einen Norovirus eingefangen hatten. Zwei Tage lang lag die 25-Jährige komplett flach. Seit Donnerstag aber ist Paderborns Sportlerin des Jahres beschwerdefrei. Und so könnte es für Pinto an diesem Samstag doch noch das große Happy End geben. Dann steht bei der WM in London die 4 x 100-Meter-Staffel auf der Agenda. Um 11.35 Uhr deutscher Zeit starten die Vorläufe. Am Samstag um 21.30 Uhr steigt das Finale. Pinto dürfte gute Karten haben, zur deutschen Staffel zu zählen. So wird das DLV-Quartett vermutlich in der Besetzung Tatjana Pinto, Lisa Mayer, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase ins Rennen um die Medaillen gehen. Exakt dieses Quartett hatte bei den Olympischen Spielen in Rio in 42,10 Sekunden den vierten Rang belegt. Besser waren nur die USA, Jamaika und Großbritannien, die auch diesmal die ersten Anwärter auf Edelmetall sind. "Aber Jamaika und die USA sind nicht mehr so dominant. Wenn bei unserer Staffel die Wechsel passen, ist alles drin", urteilt LC-Trainer Thomas Prange, der dem DLV-Quartett sogar den WM-Titel zutraut. Dann müsste laut Prange allerdings eine Zeit um 41,50 Sekunden her. Die Saisonbestleistung der deutschen Staffel steht bei 42,25 Sekunden. Zeitgleich mit Jamaika liegt Deutschland damit auf Rang zwei der Meldeliste. Doch gerade in der Staffel kann eine Menge passieren. Und bereits der Vorlauf stellt das DLV-Quartett vor eine große Herausforderung. Mit Titelverteidiger Jamaika, Trinidad und Tobago, Brasilien, Kasachstan, China, der Ukraine und den Bahamas hat Deutschland sieben Kontrahenten, die fast allesamt unter 43 Sekunden laufen können. Olympiasieger USA bekommt es unterdessen im ersten Vorlauf unter anderem mit den starken europäischen Staffeln aus Großbritannien, der Schweiz und den Niederlanden zu tun.

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