Kopfüber übers Paderborner Land: Auch bei den World Games in Breslau wird Eugen Schaal wie hier beim Training in der ostwestfälischen Heimat waghalsige Flugmanöver zeigen. Der Weltmeister der Jahre 2012 und 2013 ist guter Dinge, dass er bei den Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten vorne mitmischen kann. - © LSG Paderborn
Kopfüber übers Paderborner Land: Auch bei den World Games in Breslau wird Eugen Schaal wie hier beim Training in der ostwestfälischen Heimat waghalsige Flugmanöver zeigen. Der Weltmeister der Jahre 2012 und 2013 ist guter Dinge, dass er bei den Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten vorne mitmischen kann. | © LSG Paderborn

Paderborn Eugen Schaal hat bei den World Games Chancen auf einen Podestplatz

Segelkunstflug: Der 49-jährige Pilot der LSG Paderborn braucht dafür aber auch das nötige Glück

Frank Beineke

Paderborn. 4.000 Athleten aus 111 Ländern werden ab dem morgigen Donnerstag bei den World Games in Breslau in 31 Sportarten um Medaillen kämpfen. Mit dabei sind vier Squash-Asse vom Paderborner SC und ein Segelkunstflug-Pilot von der LSG Paderborn: Eugen Schaal startet ab Freitag auf dem Szymanow-Flugplatz in Breslau mit seiner Swift-S1 zu den Wertungsflügen in der so genannten Unlimited-Klasse. Der 49-jährige Maschinenbau-Ingenieur feiert dann seine World-Games-Premiere, denn der Segelkunstflug steht erstmals auf dem Programm der Weltspiele der nicht-olympischen Sportarten. "Es wird mit Sicherheit eine tolle Veranstaltung", sagt der erfahrene LSG-Pilot, der schon bei zahlreichen internationalen Titelkämpfen ganz vorne mitgemischt hat. Die World Games werden für den Kür-Weltmeister der Jahre 2012 und 2013 dennoch eine besondere Herausforderung. "Die Konkurrenz ist extrem stark", sagt Schaal angesichts der Tatsache, dass nur die zwölf weltbesten Piloten für die World Games nominiert wurden. Zwei Tschechen sagten zwar ab, so dass mit Eberhard Holl noch ein zweiter Deutscher einen Startplatz ergatterte. Doch vor allem die Konkurrenz aus Ungarn und Russland ist zu beachten. "Die Weltspitze ist enorm eng zusammen. Man darf sich im Prinzip keine Fehler erlauben", erklärt Eugen Schaal. Wenn das Wetter mitspielt, müssen die Piloten bis einschließlich kommenden Sonntag vier Wertungsflüge absolvieren. Los geht's mit der Kür. Es folgen zwei noch unbekannte Pflichtprogramme und ein so genannter Freestyle-Wertungsflug. "Da ist alles erlaubt. Und man muss alles aus dem Segelflieger herausholen", betont Eugen Schaal. Die Programme seien hierbei noch anspruchsvoller als bei Weltmeisterschaften, die Schwierigkeitsgrade höher. Dabei müssen die Piloten in einem 1.000 mal 1.000 Meter großen Luftraum zum Teil waghalsige Flugmanöver absolvieren. Um ganz vorne zu landen, wird jedoch nicht nur jede Menge Können, sondern auch etwas Glück benötigt. "Die Thermik muss passen", erläutert Schaal. Der Ausgang dieser Titelkämpfe sei daher völlig offen. "Aber ich habe schon den Anspruch, dass ich mich im vorderen Drittel einordne. Dann hätte ich mich gut verkauft", sagt der 49-Jährige, der seit 1994 der LSG Paderborn angehört. Bevor die Wertungsflüge starten, wird Schaal am morgigen Donnerstag aber erst einmal einen Abstecher ins Breslauer Stadion Miejski machen. In der 43.000 Zuschauer fassenden und bereits ausverkauften Arena steigt dann die große Eröffnungsfeier der World Games. Die Abschlussfeier am Sonntag, 30. Juli, wird Schaal dagegen nicht mehr erleben. Denn direkt nach den World-Games-Wettbewerben geht es für den LSG-Piloten und seine Konkurrenten gut 300 Kilometer Richtung Nordosten. Im polnischen Torun finden nämlich vom 27. Juli bis 5. August die Weltmeisterschaften im Segelkunstflug statt. Auf Eugen Schaal warten somit zwei äußerst ereignisreiche Wochen in Polen.

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