Auf dem Weg zur neuen Bestzeit: Tatjana Schulte trug erstmals das Nationaltrikot bei einem Bahnrennen und übertraf im Zawisza-Stadion von Bydgoszcz ihre persönlichen Ziele. - © Iris Hensel
Auf dem Weg zur neuen Bestzeit: Tatjana Schulte trug erstmals das Nationaltrikot bei einem Bahnrennen und übertraf im Zawisza-Stadion von Bydgoszcz ihre persönlichen Ziele. | © Iris Hensel

Paderborn/Bydgoszcz Erfolgreiches EM-Debüt auf der Bahn

Leichtathletik: Tatjana Schulte vom LC Paderborn landet bei der U23-Europameisterschaft im polnischen Bydgoszcz auf einem tollen elften Platz. Dabei verbessert sie ihre 10.000-Meter-Bestzeit um 19 Sekunden

Frank Beineke

Paderborn/Bydgoszcz. Tatjana Schulte lief am Freitagabend erst das zweite 10.000-Meter-Bahnrennen ihrer Karriere. Und es war gleich das Finale der U23-Leichtathletik-Europameisterschaften. Im Zawisza-Stadion in Bydgoszcz wusste die 20-jährige Bürenerin im Diensten des LC Paderborn dabei vollauf zu überzeugen. In sehenswerten 34:15,15 Minuten landete Schulte auf einem beachtlichen elften Rang. „Ich habe mich sehr gut gefühlt und bin gut durchgekommen. Ich bin mehr als zufrieden", bilanziert die Studentin der University of San Francisco, die ihre persönliche Bestzeit um satte 19 Sekunden verbesserte. Diese hatte sie am 19. Mai bei einem Wettkampf in San Francisco aufgestellt. Damals hatte Schulte zudem die Norm für die U23-EM geknackt. Und bei ihren ersten internationalen Titelkämpfen auf der Bahn war die 20-Jährige nun auf Anhieb die beste Deutsche. Dabei sollte ihre Taktik voll aufgehen. So orientierte sich das Ausdauer-Ass vom LC Paderborn an ihrer schwedischen College-Teamkollegin Isabelle Brauer, mit der sich Schulte in Stockholm auch gemeinsam auf die EM vorbereitet hatte. „Tatjana sollte so lange wie möglich an Isabelle dran bleiben", erklärt LC-Coach Michael Krusemark. Schulte und Brauer erwischten eine homogene Gruppe. Die Bürenerin drohte zwar zwischenzeitlich den Anschluss zu verlieren, bekam dann aber die zweite Luft und finishte nur eine Sekunde hinter ihrer schwedischen Studienkollegin, deren Bestzeit bei 33:44 Minuten liegt. Die Topfavoritin und neue Europameisterin Yasemin Can lief dagegen in einer eigenen Liga. Die aus Kenia stammende Türkin stellte in 31:39,80 Minuten einen Meisterschaftsrekord auf. Silber ging an die Schwedin Sarah Lahti (Schweden), Bronze holte Büsra Nur Korku (Türkei). Felicia Körner (LG Sempt, Bestzeit 34:27 Minuten) landete als zweite Deutsche in 36:24 Minuten nur auf dem 21. Rang. Tatjana Schulte, die zuvor schon an Crosslauf-Europameisterschaften teilgenommen hatte, aber feierte ein glänzendes EM-Debüt auf der Laufbahn. Es war zugleich mehr als ein Fingerzeig, in welche Richtung es nun gehen wird. „Tatjanas Zukunft liegt sicher auf der Langstrecke", sagt ihr Trainer Michael Krusemark. Mitte August wird Schulte nach San Francisco zurückkehren. Vorher aber geht es für die 20-Jährige noch zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft nach London. Dort wird Tatjana Schulte als freiwillige Helferin im Einsatz sein und Athleten zu den Wettkämpfen fahren. Es wäre allerdings keine Überraschung, wenn die Bürenerin irgendwann einmal selbst bei einer WM am Start sein würde.

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