Mit Zylinder auf die Strecke: Der Berliner Robert Boyde-Wolke (r.) hatte nicht nur eine lange Anreise, sondern auch einen extravaganten Laufanzug. In seinem schwarz-weißen Einteiler meisterte er den Marathon in Salzkotten in 4:40,48 Stunden. - © Marc Köppelmann
Mit Zylinder auf die Strecke: Der Berliner Robert Boyde-Wolke (r.) hatte nicht nur eine lange Anreise, sondern auch einen extravaganten Laufanzug. In seinem schwarz-weißen Einteiler meisterte er den Marathon in Salzkotten in 4:40,48 Stunden. | © Marc Köppelmann

Salzkotten Mehr als 2.000 Teilnehmer beim zehnten Klingenthal-Sport-Marathon in Salzkotten

Beim ersten runden Geburtstag der Laufveranstaltung können die Organisatoren auch dank guter Werbung einen neuen Teilnehmerrekord verbuchen. Und es gibt weiter Luft nach oben

Frank Beineke

Salzkotten. Ein wenig Geduld mussten die Initiatoren des Salzkotten-Marathons in den vergangenen Jahren schon aufbringen, ehe die Veranstaltung endlich die gewünschte Resonanz verbuchen konnte. So dauerte es relativ lange, bis die Starterzahlen erstmals im vierstelligen Bereich lagen. Doch gerade in den vergangenen drei Jahren nahm der Klingenthal-Sport-Marathon richtig Fahrt auf. Am Sonntag wurde bei der zehnten Auflage eine neue Schallmauer durchbrochen: 2.292 Läuferinnen und Läufer sorgten für einen neuen Teilnehmerrekord. Zum Vergleich: 2014 waren es noch knapp über 1.300 Starter gewesen. "Und ich bin guter Dinge, dass dieser Aufschwung anhält. Wir haben jedenfalls noch reichlich Potenzial", sagt Renndirektor Sascha Wiczynski. Das Ziel für die elfte Auflage am 3. Juni 2018 steht bereits fest: Dann sollen es allein in den Hauptläufen mehr als 2.000 Starter sein. Abzüglich der 579 Kinder, die an den beiden Bambini-Läufen teilnahmen, waren es diesmal 1.713 - und damit 340 Läuferinnen und Läufer mehr als im Vorjahr. In Läuferkreisen spricht sich halt immer mehr herum, dass die Veranstaltung an der Heder ein besonderes Ambiente bietet. "Es macht hier großen Spaß. Alles ist perfekt organisiert", lobt Franziska Stebner vom LC Paderborn, die am Sonntag über 10 Kilometer triumphierte. Pluspunkte sammeln die Sälzer hierbei auch mit den regelrechten Wohlfühl-Oasen, die den Teilnehmern am Gradierwerk und an der Sälzerhalle geboten werden. So können die Ausdauer-Asse beispielsweise in Liegestühlen relaxen, die kühle und salzige Luft am Gradierwerk genießen und kostenlose Massagen in Anspruch nehmen. Und die Verpflegung an den Getränke- und Obstständen ist vorbildlich. "Wir wollen den Läufern etwas Besonderes bieten", erklärt Wiczynski. Der Klingenthal-Sport-Marathon profitiert nun zudem verstärkt von der Werbung, die das Organisationsteam bei anderen Laufveranstaltungen und Sportmessen macht. Somit wird das Event an der Heder bundesweit immer bekannter. Mit den Teilnehmerzahlen steigen allerdings auch die Herausforderungen für den Veranstalter. "Wir brauchen keine großen Veränderungen. Aber wir müssen sicherlich das Helferteam punktuell verstärken", sagt Sascha Wiczynski. So seien beispielsweise mehr Personal und mehr Verpflegungsstände vonnöten, um gerade die Finisher der 5- und 10-Kilometer-Läufe zügig zu versorgen. Auch bei den beiden Bambini-Rennen seien zusätzliche Kräfte erforderlich. Diesmal waren insgesamt 350 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. "Und denen gebührt unser Dank, denn sie haben einen großartigen Job gemacht", betont Wiczynski. Viel Lob von den Läufern gab es für die geänderte Startzeit und die neue Streckenführung beim 5,5-Kilometer-Lauf. "Es ist super, dass es auch dort nun durch die Wohngebiete geht. Die Stimmung an der Strecke ist hammergeil. Und man hatte ja fast alle 500 Meter Rasensprenger zur Abkühlung", schwärmt der aus Verne stammende Carsten Hönig, der über die Kurzdistanz den ersten Platz belegte und der trotz seines Wohnortes Köln nächstes Jahr wieder dabei sein dürfte. Es wäre keine Überraschung, wenn am 3. Juni 2018 erneut ein Teilnehmerrekord erzielt wird. Die Obergrenze ist jedenfalls noch lange nicht erreicht. "Theoretisch hätten wir wohl auch Platz für 5.000 Teilnehmer. Aber das ist kein realistisches Ziel", sagt Sascha Wiczynski. Mittelfristig soll erst einmal die 2.000er-Marke bei den Hauptläufen dauerhaft überboten werden. Denn ein Wachstum um jeden Preis soll es nicht geben. Der Marathon an der Heder soll schließlich seine ganz besondere Atmosphäre behalten.

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