Bielefeld/Kreis Paderborn Robiel Weldemichael glänzt beim Hermannslauf

Der 24-Jährige landet auf Rang zwei. Der Ausflug auf die Langstrecke macht dabei durchaus Lust auf mehr

Frank Beineke

Bielefeld/Kreis Paderborn. Anfang April hatte Robiel Weldemichael ein Experiment gewagt. Beim Leiberger Volkslauf startete der aus Eritrea stammende 24-Jährige erstmals auf der Langdistanz. Mit Erfolg: Auf der anspruchsvollen 20-Kilometer-Strecke deklassierte Weldemichael in 1:10,49 Stunden die Konkurrenz. So reifte der Gedanke, den Hermannslauf in Angriff zu nehmen. Gesagt, getan: Am Sonntag konnte sich der Elsener, der für "Delbrück läuft" startet, an der Sparrenburg feiern lassen. Denn gleich bei seinem Debüt belegte Weldemichael, der die 31,1 Kilometer in 1:51,33 Stunden meisterte, den zweiten Platz. "Ich bin mit meinem Ergebnis super zufrieden", bilanziert der Hermannslauf-Neuling, der sich lediglich dem Rekordsieger Elias Sansar (1:46,38 Stunden) geschlagen geben musste. "Nach dem Paderborner Osterlauf war eigentlich auch schon klar, dass Sansar richtig gut vorbereitet ist. Es hätte schon mit dem Teufel zugehen müssen, dass Robiel ihn hätte packen können", sagt Weldemichaels Trainer Bernhard Hoppe-Biermeyer. Und während sein Schützling im 10-Kilometer-Rennen des besagten Osterlaufes ein viel zu hohes Anfangstempo angeschlagen hatte, hielt sich Robiel Weldemichael diesmal genau an die taktischen Vorgaben. Der 24-Jährige blieb an Sansar dran, ließ den späteren Sieger die Führungsarbeit leisten und blieb dann auch in der entscheidenden Phase diszipliniert. Denn als Weldemichael nach 20 Kilometern spürte, dass er nicht mehr mithalten kann, ließ er sich fallen, um sein eigenes Tempo zu laufen. "Es war ja mein erstes Rennen über mehr als 20 Kilometer. Und ab da wurde es auch ganz schön anstrengend. Aber die vielen Zuschauer haben mich nach vorne gepusht", berichtet der Zweitplatzierte, der seinen Ausflug auf die Langstrecke nun erst einmal beendet. Im Training soll nun vor allem an der Schnelligkeit gefeilt werden. Denn Weldemichael plant in diesem Sommer auch das ein oder andere 5.000-Meter-Rennen auf der Bahn. "Und wir werden sicher noch ein paar Volksläufe mitnehmen", erklärt Coach Hoppe-Biermeyer. Doch auch ein erneuter Hermannslauf-Start im Jahr 2018 sei gut denkbar. "Es hat Robiel viel Spaß gemacht, obwohl er nach seiner Stressfraktur noch immer nicht die Form hatte, die er vor einem Jahr hatte. Eine Zeit unter 1:50 Stunde war daher diesmal nicht drin. Aber mal schauen, was nächstes Jahr geht", so Hoppe-Biermeyer. Fix unterwegs waren auch Weldemichaels Vereinskollegen Ajosha Pilot (2:05,08 Stunden) und Paul Maksuti (2:13,19) von "Delbrück läuft". Sogar noch deutlich schneller war ein Duo vom TSV Schloß Neuhaus: So sicherte sich Sebastian Schär bei seinem ersten Hermannslauf in 2:00,14 Stunden den 13. Platz der Gesamtwertung. Vereinskollege Nils Pöhlker landete in 2:03,36 Stunden auf Rang 24 sowie auf Platz drei der Altersklasse M40. Ebenfalls einen dritten Rang in ihrer Altersklasse holte Ulrike Koepe. Die W50-Athletin vom Lauftreff-Elsen Wewer finishte in 2:33,50 Stunden.

realisiert durch evolver group