Rückblick: Am 11. Juni 2017 wurde der Aufstieg des TuS N-Lübbecke in die Handball-Bundesliga auf dem Lübbecker Marktplatz gefeiert – Tausende Besucher kamen zu dieser Meisterparty. Foto: Oliver Krato - © Oliver Krato
Rückblick: Am 11. Juni 2017 wurde der Aufstieg des TuS N-Lübbecke in die Handball-Bundesliga auf dem Lübbecker Marktplatz gefeiert – Tausende Besucher kamen zu dieser Meisterparty. Foto: Oliver Krato | © Oliver Krato

Lübbecke Ein Jahr mit mehr Tiefen als Höhen

Handball: Am 11. Juni 2017 stieg auf dem Marktplatz die große Aufstiegsparty des TuS N-Lübbecke, am 3. Juni 2018 war der Abstieg in die 2. Bundesliga besiegelt

Rainer Placke

Lübbecke. Wieder einmal liegt eine aufregende Saison hinter dem TuS N-Lübbecke. Während am 11. Juni des vergangenen Jahres auf dem Lübbecker Marktplatz der Aufstieg in die erste Handball-Bundesliga gefeiert werden konnte, endete am 3. Juni 2018 in der Lemgoer Lipperlandhalle das Gastspiel in der Bel Etage des deutschen Handball nach nur einer Saison. Und die war gekennzeichnet von einigen unschönen Begleiterscheinungen. Schon bei der Aufstiegsfeier auf dem Lübbecker Marktplatz zogen erste dunkle Wolken auf, denn zu diesem Zeitpunkt gab es den ersten internen Ärger. Drei Spieler (Nils Torbrügge, Tim Remer und Kenji Hövels) hatten sich nämlich in der Woche vor dem letzten Saisonspiel eigenmächtig nach Mallorca aufgemacht, obwohl ihnen das untersagt worden war. Interne Bestrafungen waren die Folge, die Stimmung das erste Mal ein wenig angekratzt. Mitten in der Vorbereitung schloss sich das Theater um Ramon Tauabo an. Der aus Berlin stammende Rechtsaußen schmiss während der Vorbereitung auf die Bundesligasaison hin und beendete seine Laufbahn – bereits zu diesem Zeitpunkt gab es die nächste interne Unruhe, und der Verein musste auf dem Transfermarkt aktiv werden – das führte zu einer Verpflichtung von Linkshänder Luka Rakovic, der aus Portugal kam. Anschließend begann die Serie mit einer Reihe deutlicher Niederlagen gegen die vorderen Teams der Ersten Liga, so dass das durch den Aufstieg gewonnene Selbstvertrauen schnell aufgebraucht war. Zudem bereitete die Integration des Rückraumspielers Marko Bagaric mehr Probleme als erwartet – der Rückraumlinke wurde schlicht und einfach zu selten von den Nebenleuten in Position gebracht. Außerdem stießen einige Spieler, die in der 2. Liga noch hatten glänzen können, deutlich an ihre Grenzen. Ante Kaleb, Kenji Hövels und Lukasz Gierak konnten dem Angriffsspiel wenig Struktur verleihen. Trainer Aaron Ziercke geriet logischerweise in die Kritik, doch Beiratssprecher Armin Gauselmann hielt an dem 46-Jährigen fest. Mit dem Derbysieg gegen GWD Minden im Dezember des vergangenen Jahres erlebte der TuS N-Lübbecke den emotionalen Höhepunkt des Jahres. Als dann zu Beginn des zweiten Saisonteils der estnische Linkshänder Dener Jaanimaa von MT Melsungen geholt wurde, schien der angestrebte Klassenerhalt greifbar nahe zu sein. Doch die Mannschaft schwächelte in den entscheidenden Momenten (gerade in den Heimspielen gegen den TV Hüttenberg und Die Eulen Ludwigshafen), so dass es zum Endspiel beim TBV Lemgo am letzten Spieltag kommen musste. Im Vorfeld dieser Begegnung wurden interne Unstimmigkeiten zwischen dem Führungspersonal offensichtlich, was sich als nicht gerade förderlich für die Stimmung erwies. Die vorerst letzte Partie in der Handball-Bundesliga endete mit einer 27:30-Niederlage und dem fünften Abstieg in die 2. Liga. Dort soll auf Führungsebene mit unverändertem Personal weiter gearbeitet werden. „Aaron Ziercke, Zlatko Feric und Torsten Appel haben eine deutliche Ansage bekommen.Ich erwarte, dass sie besser zusammenarbeiten und sich häufiger austauschen“, sagt Armin Gauselmann, der Beiratssprecher. Das Führungstrio des TuS N-Lübbecke ist quasi zum verstehen verdammt worden. Man darf gespannt sein, wie lange dieser Burgfrieden halten wird.

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