Es lief nicht wie gewünscht: Christoph Prunsche (im Nationaltrikot) musste seine Ambitionen auf eine Finalteilnahme im Sprint bereits im Vorlauf aufgeben. Foto: Fred Härtelt - © privat
Es lief nicht wie gewünscht: Christoph Prunsche (im Nationaltrikot) musste seine Ambitionen auf eine Finalteilnahme im Sprint bereits im Vorlauf aufgeben. Foto: Fred Härtelt | © privat

Lübbecke In den Straßen von Bellinzona fehlt der letzte Antritt

Orientierungslauf: Eine wieder auftretende Verletzung beeinträchtigt Christoph Prunsche bei den Europameisterschaften im schweizerischen Tessin

„Eher ernüchternd“, so bilanziert der Lübbecker Orientierungsläufer Christoph Prunsche sein Abschneiden bei den Europameisterschaften im schweizerischen Tessin. Eine vermeintlich auskurierte Verletzung erwies sich als hartnäckiger und beeinträchtigte vor allem die physische Leistungsfähigkeit. So scheiterte der Orientierungsläufer des TuS Lübbecke jeweils in den Vorläufen der Sprint- und Mitteldistanzdisziplin, konnte als versöhnlicher Abschluss aber die deutsche Herrenmannschaft noch in der Staffel unterstützen. Als überaus kräftezehrend und technisch anspruchsvoll erwiesen sich die Geländetypen, die die Schweizer für ihre Heim-EM im Bezirk Lugano ausgesucht hatten. So zog der Tross der Natursportler zu jeweils neuen Wettkampforten, und die Athleten ermittelten ihre Europameister in insgesamt fünf Teildisziplinen. Auf der Sprint-, Mittel- und Langdistanz ging es um individuelle Meisterehren, in den zwei Staffelentscheidungen ging es als Mix-Staffel um den Sprint-Titel, in der klassischen Staffeldisziplin dann um die Entscheidungen im Damen- bzw. Herrenbereich. Der Sprint- und Mitteldisziplin waren dabei Qualifikationsläufe vorgeschaltet. Bis zu acht Wettkämpfe, bei einem Tag Ruhepause, mussten teilweise von den Topathleten innerhalb von einer Woche absolviert werden. Erwartungsgemäß dominierten die Schweizer Orientierungsläufer das Geschehen, ihre grundsätzliche Überlegenheit wurde dabei vor einer entsprechenden heimischen Zuschauerkulisse enthusiastisch gefeiert. Mit Live- Übertragungen vom Zielbereich und Funk- und Kameraposten im Gelände konnten so die Zuschauer vor Ort auf großen Leinwänden, aber auch im Livestream, das Geschehen hautnah mitverfolgen; das war vor allem im Staffelrennen ein packendes Erlebnis. In diesen „Genuss“ der Wettkampfstimmung kam Christoph Prunsche nur bedingt, musste er doch das Sprintfinale bereits nach dem Vorlauf aufgeben. Eine wieder auftretende Verletzung beeinträchtigte ihn so sehr, dass die Konzentration und der letzte Antritt in den Straßen von Bellinzona nicht mehr möglich waren. Als Bestplatzierter der deutschen Herren verpasste er mit 14 Sekunden den Finallauf und haderte mit seinem Missgeschick. Damit war auch die Perspektive auf die Finalteilnahme über die Mitteldistanz getrübt, zumal bei Europameisterschaften nicht wie sonst üblich die Platzierung der jeweiligen Nation über die Anzahl der Startplätze entscheidet, sondern die Nationenkader bis zu sechs Athleten aufstellen konnten. Allein bei den Schweizern musste man daher viele Topathleten für die vorderen Plätze setzen. Für den Lübbecker Orientierungsläufer verlief der Qualifikationslauf dann auch eher unbefriedigend, innerhalb der deutschen Nationalmannschaft gelang nur dem Dresdener Philipp Müller der Sprung ins Finale. Im Damenbereich ließ die Jenaerin Susen Lösch mit einem 15. Rang im Finale der Mitteldistanz aufhorchen. Dass die deutschen Nationalmannschaften in den Staffelwettbewerben keine entscheidende Rolle spielen würden, war angesichts der Dominanz der Schweizer und skandinavischen Natursportler zu erwarten. „Die Vorbereitung stimmte, Stimmung und Wetter waren super, leider nicht der sportliche Erfolg“, so das Fazit nach zehn Tagen EM im Tessin.

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